Pierre de Foix (1449–1490)

französischer katholischer Geistlicher

Pierre von Foix der Jüngere (lateinisch Petrus de Fuxo, italienisch Pietro Fuxo juniore; * 7. Februar 1449 in Pau; † 10. August 1490 in Rom) war ein französischer katholischer Geistlicher des 15. Jahrhunderts.

Pierre von Foix der Jüngere

LebenBearbeiten

Pierre von Foix wurde als zweiter Sohn von Gaston IV. Graf von Foix und Königin Eleonore von Navarra auf Burg Foix geboren. Er war der Neffe von König Ludwig dem Heiligen und Großneffe des Kardinals Pierre de Foix des Älteren. Als zweitgeborener Sohn nach seinem Bruder Gaston aufgrund der Primogenitur bei der Erbfolge unberücksichtigt, wurde er von seiner Familie früh für den geistlichen Stand vorgesehen.

Sein Onkel, der Kardinal, förderte die klassische Bildung seines Neffen und sandte ihn zum Studium an die Pariser Universität Sorbonne. Später schloss er seine akademische Ausbildung an der Universität von Ferrara unter Felino Sandeo, einem der berühmtesten Juristen jener Epoche, ab und promovierte zum Doktor beider Rechte.

Nach dem Abschluss seiner Studien reiste er mit Empfehlung des Kardinals von Foix in den Vatikan nach Rom, wo er eine Rede vor Papst Paul II. und dem Kardinalskollegium hielt. Noch vor Ort trat er als Franziskaner dem Orden der minderen Brüder bei, um wenig später vom Papst mit dem Amt eines Apostolischer Protonotars versehen zu werden.

Am 17. Mai 1475 wurde er zum Bischof von Vannes gewählt. Papst Sixtus IV. bestätigte seine Ernennung am 11. März 1476 und Foix behielt den Bischofsstuhl bis zu seinem Tod. Zusätzlich wurde er auch noch am 31. Juli 1475 zum Bischof von Aire ernannt.

 
Kardinalswappen von Pierre von Foix dem Jüngeren

Papst Sixtus IV. ernannte ihn anlässlich des Konsistoriums vom 7. Dezember 1476 zum Kardinaldiakon und Pierre von Foix erhielt am 10. Januar 1477 im Petersdom den Kardinalshut. Ihm wurde anlässlich dieser Ernennung die in Rom gelegene Kirche Santi Cosma e Damiano als Titeldiakonie zugewiesen.

Neben diesen Ämtern diente Foix noch als Apostolischer Administrator der Diözese Bayonne, des Erzbistums Palermo, dessen Erzbischof er 1485 wurde und, von 1489 bis zu seinem Tod, der Diözese Malta. Pierre von Foix der Jüngere bekleidete auch die Abtswürde der Klöster Saint-Antoine-et-Saint-Pierre in Lézat-sur-Lèze, Saint-Savin, Sainte-Mélaine in Rennes und Saint-Bénigne.

Als Kardinal nahm Foix nicht am Konklave von 1484 teil, das mit der Wahl von Innozenz VIII. zum Papst endete.

Um 1485 vermittelte er ein Friedensabkommen im Guerre folle zwischen König Karl VIII. von Frankreich und Franz II., Herzog der Bretagne.

Aufgrund seiner engen familiären Verbindung zum Königreich Aragón war Foix eng mit König Ferdinand I. von Neapel befreundet und besuchte diesen auch in seinem Königreich.

Pierre von Foix der Jüngere verstarb am 10. August 1490 in Rom und wurde in der dortigen, 1746 abgerissenen Kirche San Trifone in Posterula beigesetzt.

LiteraturBearbeiten

  • Charles Berton: Dictionnaire des cardinaux, contenant des notions générales sur le cardinalat, la nomenclature complète…, des cardinaux de tous les temps et de tous les pays … les détails biographiques essentiels sur tous les cardinaux … de longues études sur les cardinaux célèbre … (= Encyclopedie Theologique. Band 31). Band 2. Hrsg. von Jacques Paul Migne. Paris 1857, Sp. 921 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  • Lorenzo Cardella: Memorie storiche de’ cardinali della Santa Romana Chiesa. Band 3. Pagliarini, Rom 1793, OCLC 642878134, S. 200–202 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  • Fr. Petrus de Fuxo. In: Alfonso Chacón: Vitæ, et res gestæ Pontificvm Romanorum et S. R. E. Cardinalivm ab initio nascentis Ecclesiæ vsque ad Vrbanvm VIII. Pont. Max. Rom 1630, Sp. 1259 f. (Digitalisat in der Google-Buchsuche).

WeblinksBearbeiten

VorgängerAmtNachfolger
Philipp von AragonErzbischof von Palermo
1485–1489
Giovanni Paternò
Ives III. de PontsalBischof von Vannes
1475–1484
Laurent I. Kardinal Cibo de’ Mari
Tristan d’AureBischof von Aire
1475–1484
Mathieu de Nargassie
Geoffroi III. de PompadourAbt von Saint-Bénigne
1488–1490
Claude de Charmes