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Peter Krüger (Historiker)

deutscher Historiker
Peter Krüger bei einer Gedenkveranstaltung des Auswärtigen Amtes

Peter Krüger (* 17. Dezember 1935 in Eisenach; † 16. September 2011 in Marburg) war ein deutscher Historiker.

Nach dem Gymnasialbesuch in Goslar studierte Krüger ab 1956 Geschichte, Germanistik und Politik zunächst an der Philipps-Universität Marburg und wechselte ein Jahr später an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er zusätzlich noch Vorlesungen in Kunstgeschichte besuchte. An der Universität München wurde er 1962 bei Franz Schnabel promoviert mit einer Arbeit über die Außenpolitik im Zeitalter der Reformation.

Anschließend arbeitete Krüger vier Jahre in Bonn als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der von Ernst Deuerlein betreuten Herausgabe der Dokumente zur Deutschlandpolitik. Im Jahr 1966 begann er eine Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Auswärtigen Amt. Dort beteiligte er sich zwischen 1966 und 1974 an der Herausgabe der Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918–1945.

Im Jahre 1972 habilitierte sich Krüger bei Erich Angermann an der Universität zu Köln in Mittlerer und Neuerer Geschichte. Seine Habilitationsschrift behandelte die Reparationsfrage nach dem Ersten Weltkrieg. Die Darstellung ist bis heute grundlegend. Krüger begann an der Universität eine Nebentätigkeit als Dozent. 1973 wurde er dort zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Im selben Jahr übernahm er vertretungsweise den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Marburg. Seine Tätigkeit beim Auswärtigen Amt beendete er 1974. Im folgenden Jahr erfolgte seine Ernennung zum Professor für Neuere Geschichte an der Universität Marburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 2002 lehrte. Im Jahr 1984 erhielt Krüger ein Stipendium des Woodrow Wilson International Center for Scholars Washington, D.C., USA. 1993/94 war er Forschungsstipendiat des Historischen Kollegs München. In seinen letzten Lebensjahren arbeitete er an einer Edition der Schriften und einer Biographie von Carl von Schubert, Staatssekretär im Auswärtigen Amt.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

Monographien

  • Versailles. Deutsche Außenpolitik zwischen Revisionismus und Friedenssicherung (= dtv, Bd. 4513). Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1986, ISBN 3-423-04513-2.
  • Die Außenpolitik der Republik von Weimar. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985, ISBN 3-534-07250-2.
  • Deutschland und die Reparationen 1918/19. Die Genesis des Reparationsproblems in Deutschland zwischen Waffenstillstand und Versailler Friedensschluß (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 25). Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1973, ISBN 3-421-01620-8 (Zugleich: Köln, Universität, Habilitations-Schrift, 1972).
  • Die Beziehungen der Rheinischen Pfalz zu Westeuropa 1576–82. Die auswärtigen Beziehungen des Pfalzgrafen Johann Casimir 1576–82. Uni-Druck, München 1964 (München, Universität, Dissertation, 1962).

Herausgeberschaften

  • mit Anne Christine Nagel: Mechterstädt - 25.3.1920. Skandal und Krise in der Frühphase der Weimarer Republik (= Studien zur Geschichte der Weimarer Republik Bd. 3). Lit, Münster 1997, ISBN 3-8258-3061-6.
  • Deutschland, deutscher Staat, deutsche Nation. Historische Erkundungen eines Spannungsverhältnisses (= Marburger Studien zur neueren Geschichte. Bd. 2). Hitzeroth, Marburg 1993, ISBN 3-89398-129-2.

LiteraturBearbeiten

  • Gabriele Clemens (Hrsg.): Nation und Europa. Studien zum internationalen Staatensystem im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Peter Krüger zum 65. Geburtstag. Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07790-1.
  • Wolf D. Gruner: Nachruf Univ.-Prof. Dr. Peter Krüger 17.12.1935 (Eisenach) – 16.9.2011 (Marburg). In: Historische Mitteilungen. Im Auftrage der Ranke-Gesellschaft. Bd. 25, 2012 ISSN 0936-5796, S. 3–6.
  • Georges-Henri Soutou: Peter Krüger (1935–2011). In: Francia. Bd. 39, 2012, S. 555–557.

WeblinksBearbeiten