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Pernik [ˈpɛrnik] (bulgarisch Перник, 1949–1962 Dimitrowo/Димитрово) ist eine Stadt in West-Bulgarien, 30 km südwestlich von Sofia. Pernik ist industrielles und kulturelles Zentrum der Gemeinde Pernik und der Oblast Pernik.

Pernik (Перник)
Wappen von Pernik Karte von Bulgarien, Position von Pernik hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Pernik
Einwohner: 74.110 (31. Dezember 2016)
Fläche: 72,3 km²
Bevölkerungsdichte 1.025 Einwohner/km²
Koordinaten: 42° 36′ N, 23° 2′ OKoordinaten: 42° 36′ 0″ N, 23° 2′ 0″ O
Höhe: 756 m
Postleitzahl: 2300
Telefonvorwahl: (+359) 076
Kfz-Kennzeichen: PK
Verwaltung
Bürgermeister: Iwan Ognjanow Iwanow
Website: pernik.bg
Pernik – Bulgarien – Nachbarorte: Sofia, Samokow, Dupniza, Kjustendil, Blagoewgrad, Wraza, Berkowiza, Dimitrovgrad (Serbien)

GeografieBearbeiten

 
Bulgarisch-orthodoxe Kirche Hl. Iwan Rilski

Die Stadt liegt im Struma-Tal und ist in einem Talkessel von Gebirgen umgeben. Im Süden liegt das Golo-Bardo-Gebirge (Голо бърдо), im Norden das Ljulin-Gebirge, im Osten die Kuppeln des Witoscha-Gebirges und nach Westen das hügelige Gebiet Graowo. Nach Sofia ist Pernik die zweitgrößte Stadt in Südwestbulgarien.

Die nächsten Städte sind neben Sofia (30 km nach Nordosten), Kjustendil (59 km nach Südwesten) und Blagoewgrad (70 km im Süden).

Bei Pernik gibt es die größten Braunkohlevorkommen Bulgariens.[1][2] Der Abbau der Kohle lohnt zunehmend nicht mehr.[3]

Durch Pernik verläuft der europäische Verkehrskorridor 4, die Europastraße 79 und eine Eisenbahnlinie, die Mitteleuropa mit Griechenland verbindet. Eisenbahnverbindungen bestehen nach Sofia, Blagoewgrad, Kulata und Kjustendil.

In der Region liegt einer der ältesten Handelswege des Balkans: Sofia–ThessalonikiSkopje.

GeschichteBearbeiten

Bereits im 6. Jahrtausend existierten in Pernik Siedlungen des frühen Neolithikums, im 3. Jahrtausend Siedlungen der Früh-Bronzezeit. Im 5./4. Jahrhundert v. Chr. bestand auf der Höhe westlich der Stadt eine starke thrakische Festung, die im 1. Jahrhundert n. Chr. von den Römern zerstört wurde. Von den Bulgaren wiederaufgebaut, war sie 1004-1016 ein Stützpunkt des Feudalherrschers Krakra Pernischki gegen den byzantinischen Kaiser Basileios II.

Die bis ins 19. Jahrhundert unbedeutende Ansiedlung entwickelte sich erst seit 1891 durch den Kohleabbau zur heutigen modernen Bergbau- und Industriestadt mit den Schwerpunkten Kohle- und Energiegewinnung, Metallurgie und Maschinenbau.

Besichtigenswert sind das historische Museum, die antike und mittelalterliche Festung Krakra (Aussichtspunkt) und die thrakische Kultstätte (2./4. Jahrhundert n. Chr.).

 
Industrie nahe Pernik: Wärmekraftwerk Republika

Ein Erdbeben mit der Stärke 5,9 erschütterte Pernik am 22. Mai 2012. Dabei stürzte einer der Kühltürme des Wärmekraftwerks Republika (siehe Bild rechts) ein.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Pernik listet dreizehn Partnerstädte auf[4]:

Stadt Land seit Typ
Balaschicha Russland  Russland belegt
Cardiff Wales  Wales, Vereinigtes Königreich 1940 unbelegt
Elektrostal Russland  Russland 2004 belegt
Huai’an China Volksrepublik  Volksrepublik China 2011 belegt
Kavadarci Nordmazedonien  Nordmazedonien belegt
Las Vegas Vereinigte Staaten  Nevada, USA 2005 unbelegt
Lublin Polen  Polen 2002 belegt
Luhansk Ukraine  Ukraine 1948 belegt
Magdeburg Deutschland  Deutschland 2001 unbelegt
Nilüfer, Bursa Turkei  Türkei belegt
Orosei Italien  Italien belegt
Orscha Weissrussland  Weißrussland 2008 belegt
Ovar Portugal  Portugal 1998 belegt
Pantelej, Niš Serbien  Serbien 2007 belegt
Pardubice Tschechien  Tschechien 2008 belegt
Rožaje Montenegro  Montenegro belegt
Sacramento Vereinigte Staaten  Kalifornien, USA 2007 unbelegt
Skopje Nordmazedonien  Nordmazedonien 1999 unbelegt

LiteraturBearbeiten

  • Michail Čochadziev: Die Ausgrabungen der neolithischen Siedlung in Pernik In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte Bd. 52/1983 Lax Hildesheim

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pernik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Braunkohle in Europa. (PDF) September 2001, abgerufen am 13. August 2019.
  2. Iwan Ekimow: Die bulgarischen Staatskohlenbergwerke von Pernik. In: Weltwirtschaftliches Archiv. Band 26, 1927, ISSN 0043-2636, S. 325–331, JSTOR:40416543.
  3. Bernhard Pötter: Schwarzer Schlamm in Bela Woda - LMd. Abgerufen am 13. August 2019.
  4. Побратимени градове – Община Перник. Abgerufen am 30. Dezember 2014.