Kulata (bulgarisch Кулата; früher gelegentlich auch Koula) ist ein Dorf im Südwesten Bulgariens, in der Gemeinde Petritsch, Bezirk/Oblast Blagoewgrad. Früher hieß das Dorf nur "Kula" oder "Petritschka Kula" (zu deutsch: Kula bei Petritsch), zur Unterscheidung vom nahegelegenen Dorf "Kula" in Griechenland, Regionalbezirk Serres, das heute jedoch Paleokastro (griech. Παλαιόκαστρο; zu deutsch: alte Festung) heißt. Auch im Nordwesten Bulgariens gibt es eine Stadt mit dem Namen Kula.

Kulata (Кулата)
Wappen fehlt
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Kulata (Bulgarien)
Kulata
Kulata
Basisdaten
Staat: BulgarienBulgarien Bulgarien
Oblast: Blagoewgrad
Einwohner: 888 (2008)
Koordinaten: 41° 23′ N, 23° 22′ OKoordinaten: 41° 23′ 0″ N, 23° 22′ 0″ O
Höhe: 105 m
Postleitzahl: 2868
Telefonvorwahl: (+359) 06714
Kfz-Kennzeichen: E
Verwaltung
Bürgermeister: Dimitar Manow
Büro des Bürgermeisters in Kulata

"Kula" heißt auf bulgarisch "Turm". Die Endung "-ta" bei "Kulata" stellt den bestimmten Artikel dar. "Kulata" ließe sich also mit "der Turm" übersetzen.

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt im Talkessel von Sandanski und Petritsch, am linken Ufer des Flusses Struma, der 1,5 km westlich vom Dorf verläuft.

Die Grenzübergangsstelle Kulata (bulg. ГКПП Кулата-Промахон/GKPP „Kulata-Promachonas“, „Granitschen Kontrolno Propuskatelen“ Punkt „Kulata-Promachonas“) schließt sich unmittelbar an die südwestliche Dorfgrenze an. Der hiesige Grenzübergang ist der Hauptgrenzübergang zwischen Bulgarien und Griechenland. Hier passiert die Hauptverkehrsstraße zwischen Bulgarien und Griechenland, die Straße von Sofia nach Thessaloniki (E 79, die noch nicht fertiggestellte Awtomagistrala „Struma“ – bulg. Автомагистрала „Струма“) die bulgarisch-griechische Grenze, ebenso die Hauptbahnstrecke nach Griechenland. Die Bahnstrecke Dupniza–Kulata wurde 2001 elektrifiziert. Im Dorf Kulata liegt die Zollstation des Grenzübergangs Kulata. Der Zollstation unterstehen auch die Zollstationen Slatarewo (bulg. Златарево) und das Zollbüro in Petritsch.

Auf der griechischen Seite des Grenzübergangs liegt das Dorf Promachonas (griech. Προμαχώνας, bulg. Драготин/Dragotin), in der Gemeinde Sindiki (griech. Προμαχώνας), Regionalbezirk Serres.

GeschichteBearbeiten

Im 19. Jahrhundert war Kulata ein kleines bulgarisches Gutsherren-Dorf (Landgut: türk. "çiftlik", bulg. чифлик/tschiflik), das zum Gerichtsbezirk/Kaaza Sidirokastro gehörte.

1873 bestand das Dorf aus 20 Haushalten mit 65 Bulgaren.[1] 1900 hatte Kula 110 Einwohner, alle waren christliche Bulgaren.[2]

Nach der Statistik von Dimitar Mischew (bulg. Димитър Мишев Димитров), dem Sekretär des bulgarischen Exarchats, zählte das Dorf 1905 bereits zur Kaaza Melnik und die christliche Bevölkerung bestand aus 96 Bulgaren.[3]

Während des griechisch-bulgarischen Grenzkonfliktes 1925, der als Zwischenfall von Petritsch (bulg. Петрички инцидент) bekannt wurde, wurde das Dorf Kulata von der griechischen Armee besetzt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Македония и Одринско. Статистика на населението от 1873 г. Македонски научен институт (deutsch: Makedonien und Regieon Edirne. Bevölkerungsstatistik von 1873); Makedonisches wissenschaftliches Institut, Sofia, 1995, Seite 138–139.
  2. Васил Кънчов: Македония. Етнография и статистика (deutsch: Wasil Kantschow: Makedonien. Ethnografie und Statistik). Sofia, 1900, Seite 185
  3. D. M. Brancoff: La Macédoine et sa Population Chrétienne. (deutsch: Makedonien und seine christliche Bevölkerung; Anmerkung: D. M. Brancoff ist das Pseudonym von Dimitar Mischew); Paris, 1905, Seite 192–193.