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Pante Macassar (Verwaltungsamt)

Subdistrikt Pante Makassar, Osttimor
Verwaltungsamt Pante Macassar
Pante Macassar (Verwaltungsamt) (Osttimor)
Red pog.svg
Reisfelder in Oemelo (Lifau)
Verwaltungssitz Pante Macassar
Fläche 356,56 km²[1]
Einwohnerzahl 37.280 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2015)[1]
Bobocasse 2.693
Costa 14.350
Cunha 4.493
Lalisuc 2.182
Lifau 2.505
Naimeco 4.809
Nipane 1.124
Taiboco 5.124
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Oe-Cusse Ambeno
Oe-Cusse Ambeno in Osttimor

Pante Macassar (Pante Makassar, tetum Pante Makasar) ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno im Westteil von Timor. Der Sitz der Verwaltung befindet sich in Pante Macassar.[2]

GeographieBearbeiten

 
Der Subdistrikt Pante Macassar

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte >Pante Macassar eine Fläche von 357,30 km².[3] Nun sind es 356,56 km².[1]

Das Verwaltungsamt Pante Macassar teilt sich in acht Sucos: Bobocasse (Bobocasae, Bobocase), Costa, Cunha, Lalisuc (Lalisuk), Lifau, Naimeco, Nipane (Nipani) und Taiboco.

EinwohnerBearbeiten

Das Verwaltungsamt Pante Macassar hat 37.280 Einwohner (2015), davon sind 19.096 Männer und 18.184 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 104,6 Einwohner/km².[1] Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Baikeno. Der Altersdurchschnitt beträgt 19,0 Jahre (2010,[3] 2004: 19,2 Jahre[5]).

GeschichteBearbeiten

 
Beim Bso'ot-Tanz in Oekum

1556 gründeten Dominikaner zur Sicherung des Sandelholzhandels den Ort Lifau, 6 km westlich des heutigen Ortes Pante Macassar. Von 1702 bis 1769 war Lifau Verwaltungssitz von Portugiesisch-Timor. Es lag im Gebiet des Reichs von Oecussi, das seinen Sitz in Oesono hatte.[6] Das Reich wurde von Topasse regiert. Die Topasse waren Nachfahren von portugiesischen Soldaten, Seeleuten und Händlern, die Frauen von Solor heirateten. Sie bestimmten maßgeblich die Entwicklungen auf Timor im 17. und 18. Jahrhundert. 1769 waren die Portugiesen gezwungen ihre koloniale Hauptstadt nach Dili zu verlegen.[7]

Während der Rebellion in Cová (1868–1871) unterstützte Oecussi die Portugiesen. Im Mai 1912 kam es aber während der großen Rebellion von Manufahi auch in Oecussi zum Aufstand gegen die Kolonialherren. Mit Unterstützung durch das Kanonenboot Pátria konnte der Aufstand niedergeschlagen werden.[7]

In den Wirren der letzten Monate der portugiesischen Herrschaft über Osttimor besetzte Indonesien die Exklave Oe-Cusse Ambeno bereits am 6. Juni 1975.[8] Als schließlich die FRETILIN am 28. November 1975 Osttimor für unabhängig von Portugal erklärte, wurde bereits am Tag darauf die indonesische Flagge in Pante Macassar gesetzt. Die Invasion in das restliche Osttimor begann am 7. Dezember 1975.

Während der Unruhen von 1999, die dem Unabhängigkeitsreferendum folgten, war Pante Macassar Ziel pro-indonesischer Milizen, unterstützt vom indonesischen Militär. 65 Zivilisten, die Unterstützer der Unabhängigkeit waren, wurden erhängt, die Stadt Pante Macassar bis auf zwei Kirchen niedergebrannt.[9]

PolitikBearbeiten

Nach den Wahlen 2004/2005 wurde Jose „Camada“ Martins von der Landesregierung Osttimors zum Administrator des damaligen Subdistrikts Pante Macassar ernannt.

WirtschaftBearbeiten

 
Fischer in einem kleinen Kanal

69 % der Haushalte in Pante Macassar verfügen über Kokospalmen, 64 % bauen Maniok an, 61 % Gemüse, 73 % Reis, 79 % Mais und 14 % Kaffee.[10]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pante Macassar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento des Originals vom 12. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 2,5 MB)
  4. a b c Seeds of Life
  5. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  6. Geoffrey Hull: The Languages of East Timor – Some Basic Facts. (Memento des Originals vom 1. Oktober 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.portphillip.vic.gov.au Universidade Nacional de Timor Lorosa'e, 2002 (PDF-Datei). Abgerufen am 17. Juni 2014.
  7. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt (PDF; 824 kB)
  8. Nations Encyclopedia
  9. CAVR-Report: Chapter 7.3: Forced Displacement and Famine (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (englisch; PDF; 1,3 MB)
  10. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento des Originals vom 9. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 9,8 MB)

Koordinaten: 9° 12′ S, 124° 23′ O