Hauptmenü öffnen

Nitibe (Verwaltungsamt)

Verwaltungsamt in Osttimor
Verwaltungsamt Nitibe
Nitibe (Osttimor)
Nitibe
Nitibe
Posten der Grenzpolizei in Citrana
Verwaltungssitz Citrana
Fläche 299,50 km²[1]
Einwohnerzahl 12.273 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2015)[1]
Banafi 1.762
Beneufe 2.801
Lelaufe 3.754
Suniufe 1.817
Usitaco 2.139
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Oe-Cusse Ambeno
Lage von Oe-Cusse Ambeno

Nitibe (Nítibe) ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno. Hauptort ist Citrana.[2][3]

GeographieBearbeiten

 
Der Ort Nitibe liegt im Zentrum des Verwaltungsamts

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Nitibe eine Fläche von 301,72 km².[4] Nun sind es 299,50 km².[1]

Nitibe teilt sich in fünf Sucos: Banafi, Beneufe (Bene-Ufe, Bebe Ufe), Lelaufe (Lela Ufe), Suniufe (Suni Ufe) und Usitaco (Usi Taco) mit dem Ort Nitibe. Hauptort ist die Küstenstadt Citrana im Suco Beneufe.[2] Höchster Berg ist mit 1171 m der Manoleu, im Zentrum von Beneufe.[5] Fünf Kilometer vor der Küste des Verwaltungsamts Nitibes bei Citrana liegt die Insel Fatu Sinai (Batek), deren Besitz früher zwischen Indonesien und Osttimor umstritten war. Inzwischen verzichtet Osttimor auf Ansprüche. Noch immer strittig ist ein Gebiet bei Naktuka, das sogenannte Citrana-Dreieck.

EinwohnerBearbeiten

 
Einwohner von Taknebo

Das Verwaltungsamt Nitibe hat 12.273 Einwohner (2015), davon sind 6.109 Männer und 6.164 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 41,0 Einwohner/km².[1] Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Atoni-Dialekts der Nationalsprache Baikeno. Der Altersdurchschnitt beträgt 18,0 Jahre (2010,[4] 2004: 18,8 Jahre[7]).

GeschichteBearbeiten

Im September 2009 fuhr eine Gruppe von indonesischen Soldaten in das osttimoresische Dorf Naktuka (Suco Beneufe) und begann Fotos von neu errichteten Gebäuden zu machen.[8] Sie wurden von den Einwohnern kurzerhand rausgeworfen und über die Grenze zurückgeschickt. Am 26. Mai 2010 drangen 28 bewaffnete Soldaten der Streitkräfte Indonesiens in Beneufe ein und setzten in Naktuka ihre Flagge, einen Kilometer von der Grenze entfernt.[9] Am 29. Mai 2010 zerstörten sie die beiden Häuser zweier sozialen Einrichtungen im Suco.[10] Am 24. Juni drang erneut eine bewaffnete Einheit der indonesischen Armee einen Kilometer in das Gebiet von Naktuka ein, zog sich aber zurück, als sie auf eine Einheit der osttimoresischen Grenzpolizei traf. Einwohner sehen einen Zusammenhang mit der unklaren Grenzziehung zwischen den Ländern. Dies war der schwerste Vorfall zwischen den beiden Ländern seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002. Am 4. März 2011 verletzten indonesische Soldaten erneut die Grenze und vertrieben Einwohner vom umstrittenen Landstreifen.[11] Am 28. Oktober 2011 schossen indonesische Soldaten auf Osttimoresen, die die Grenze illegal mit einem Wagen überquert hatten.[12]

PolitikBearbeiten

Nach den Wahlen 2004/2005 wurde Miguel Busan von der Landesregierung Osttimors zum Administrator des damaligen Subdistrikts ernannt.

WirtschaftBearbeiten

68 % der Haushalte in Nitibe verfügen über Kokospalmen, 69 % bauen Maniok an, 76 % Reis, ebenso viele Mais, 68 % Gemüse und 14 % Kaffee.[13]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nitibe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. a b Timor-Leste District Atlas: Oecusse District. (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF-Datei; 392 kB) Version 02, August 2008, United Nations Integrated Mission In Timor-Leste (UNMIT), abgerufen am 18. Juni 2014.
  3. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  4. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento des Originals vom 12. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 2,5 MB)
  5. Caitlin Sanchez, Venancio Lopes Carvalho, Andrew Kathriner, Mark O’Shea und Hinrich Kaiser: First report on the herpetofauna of the Oecusse District, an exclave of Timor-Leste, Herpetology Notes, volume 5: 137-149 (2012), 28. April 2012, abgerufen am 7. Juni 2014.
  6. a b Seeds of Life
  7. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  8. International Crises Group, 20. Mai 2010, Timor-Leste: Oecusse and the Indonesian Border (Memento des Originals vom 8. August 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.crisisgroup.org
  9. Diario Nacional, 1. Juni 2010, Indonesian TNI raises Merah Putih flag in Oe-cuse
  10. Radio Televisaun Timor Leste , 1 June 2010, Indonesia’s TNI soldiers destroy social houses in Oe-cusse
  11. Diario Nacional, 4. März 2011, TNI soldiers illegally enter Naktuka
  12. Suara Timor Loro Sa'e, 18. November 2011, Naktuka case investigated
  13. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento des Originals vom 9. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 9,8 MB)

Koordinaten: 9° 21′ S, 124° 14′ O