Hauptmenü öffnen

Beneufe

osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Nitibe (Gemeinde Oecusse)
Beneufe
Die Kirche Nossa Senhora de Fátima Baocnana, Suco Beneufe
Der Suco Beneufe liegt im Westen des Verwaltungsamts Nitibe
Daten
Fläche 119,87 km²[1]
Einwohnerzahl 2.801 (2015)[1]
Chefe de Suco António S. S. de Carvalho
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Citrana 993
Lamasi 736
Manan 1.072
Citrana (Osttimor)
Citrana
Citrana
Koordinaten: 9° 20′ S, 124° 5′ O

Beneufe (Bebe Ufe, Bene-Ufe) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Nitibe (Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno).

GeographieBearbeiten

Beneufe
Orte Position[2] Höhe
Baocnana 9° 19′ S, 124° 8′ O 113 m
Citrana 9° 20′ S, 124° 5′ O 71 m
Lamasi 9° 25′ S, 124° 10′ O 215 m
Manan 9° 21′ S, 124° 5′ O m
Naktuka 9° 21′ S, 124° 4′ O m
Oehoso 9° 21′ S, 124° 5′ O m

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Beneufe eine Fläche von 120,69 km².[3] Nun sind es 119,87 km².[1] Der Suco bildet den äußersten Westen der Exklave und damit den westlichsten Punkt des gesamten Landes. Nach Norden liegt die Sawusee, im Nordosten der Suco Usitaco, ansonsten grenzt Beneufe an Indonesien. Nahezu vollständig wird diese Staatsgrenze vom Fluss Noel Besi (Besi) gebildet, der als Kusi im Verwaltungsamt Passabe entspringt. Umstritten ist die nationale Zugehörigkeit des 1069 Hektar großen Citrana-Dreiecks eines Gebiets bei Citrana, dem Hauptort des Verwaltungsamts und bei Naktuka (deutsch abgetrennter Kopf). Auf die Ansprüche auf die vor der Küste gelegene unbewohnte Insel Fatu Sinai hat Osttimor inzwischen verzichtet.[4][5][6] Im Zentrum des Sucos liegt der Manoleu, dessen Gipfel eine Höhe von 1171 m erreicht.[7]

Citrana liegt an der Küste im äußersten Westen des Sucos. Östlich davon liegt, zwischen dem Kap Ponta Bato Líssan und der Mündung des Flusses Oelete, der Küstenort Baocnana (Baoknana). Jenseits des Flusses liegt bereits der Suco Usitaco. Westlich von Citrana liegen die Orte Oehoso und Manan. Naktuka liegt als einziges Staatsgebiet von Osttimor westlich des Noel Besi. Der Ort Lamasi liegt an der Südostgrenze Beneufes.[5] In Citrana befinden sich eine Grundschule (Escola Primaria Citrana),[8] ein kommunales Gesundheitszentrum und ein Hubschrauberlandeplatz für Notfälle. Auch Baocnana verfügt über einen solchen Landeplatz, eine Grundschule und zusätzlich eine Schule zur Vorbereitung auf die Sekundärstufe.[9]

Im Suco befinden sich die drei Aldeias Citrana, Lamasi und Manan.[10]

Die Region, die schnell auf eine Meereshöhe von 300 m ansteigt, weist aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und schlechten Zugänglichkeit die größte Vielfalt an Laubbäumen in Oe-Cusse Ambeno auf. Am häufigsten sind hier Pterocarpus vertreten. An trockenen Stellen finden sich Gyrocarpus americanus, in der Nähe von Wasser Corypha utan.[11] Höchster Berg ist mit 1171 m der Manoleu, im Zentrum des Sucos.[7]

EinwohnerBearbeiten

Im Suco leben 2.801 Einwohner (2015), davon sind 1.452 Männer und 1.349 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 23,4 Einwohner/km². Im Suco gibt es 605 Haushalte.[1] Fast 100 % der Einwohner geben Baikeno als ihre Muttersprache an. Nur eine kleine Minderheit spricht Tetum Prasa.[12]

GeschichteBearbeiten

 
Auf der Karte von 1899, nach der sich Portugal und die Niederlande über die Grenzziehung einigten, gehörte Naktuka zu Portugal. Darauf begründet sich der Anspruch Osttimors auf das Gebiet.
 
Posten der Grenzpolizei Osttimors in Citrana

Im September 2009 fuhr eine Gruppe von indonesischen Soldaten in das osttimoresische Dorf Naktuka und begann Fotos von neu errichteten Gebäuden zu machen.[4] Sie wurden von den Einwohnern kurzerhand rausgeworfen und über die Grenze zurückgeschickt. Am 26. Mai 2010 drangen 28 bewaffnete Soldaten der Streitkräfte Indonesiens in Beneufe ein und setzten in Naktuka ihre Flagge, einen Kilometer von der Grenze entfernt.[13] Am 29. Mai 2010 zerstörten sie die beiden Häuser zweier sozialen Einrichtungen im Suco.[14] Am 24. Juni drang erneut eine bewaffnete Einheit der indonesischen Armee einen Kilometer in das Gebiet von Naktuka ein, zog sich aber zurück, als sie auf eine Einheit der osttimoresischen Grenzpolizei traf. Einwohner sehen einen Zusammenhang mit der unklaren Grenzziehung zwischen den Ländern. Dies war der schwerste Vorfall zwischen den beiden Ländern seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002. Am 4. März 2011 verletzten indonesische Soldaten erneut die Grenze und vertrieben Einwohner vom umstrittenen Landstreifen.[15] Am 28. Oktober 2011 schossen indonesische Soldaten auf Osttimoresen, die die Grenze illegal mit einem Wagen überquert hatten.[16] Ende 2012 wurde Fisen Falo, ein Lian Nain in Naktuka ermordet aufgefunden. Auch einige Häuser sollen von Unbekannten niedergebrannt worden sein. Laut Pressemeldungen wurde er bei der Feldarbeit von Fremden entführt und zu Tode gefoltert. In Gerüchten verdächtigte man indonesische Soldaten. Der Staatssekretär für Sicherheit Francisco da Costa Guterres entsandte ein Untersuchungsteam. Die Grenze wurde in dem Gebiet vorerst geschlossen.[17][18][19]

PolitikBearbeiten

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde António Simão S. de Carvalho zum Chefe de Suco gewählt.[20] Bei den Wahlen 2009 gewann António S. S. de Carvalho.[21]

WirtschaftBearbeiten

Allein in Naktuka wird auf 2275 Hektar Reis angebaut.[22]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Beneufe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento des Originals vom 5. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  4. a b International Crises Group, 20. Mai 2010, Timor-Leste: Oecusse and the Indonesian Border (Memento des Originals vom 8. August 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.crisisgroup.org
  5. a b http://websig.civil.ist.utl.pt/timorgis/Maps@139@2.aspx (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive) Timor-Leste GIS-Portal
  6. Daljit Singh,Pushpa Thambipillai (Hrsg.): Southeast Asian Affairs 2012, Institute of Southeast Asian Studies, 2012, S. 41
  7. a b Caitlin Sanchez, Venancio Lopes Carvalho, Andrew Kathriner, Mark O’Shea und Hinrich Kaiser: First report on the herpetofauna of the Oecusse District, an exclave of Timor-Leste. In: Herpetology Notes. Vol 5, 2012, S. 137–149.
  8. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  9. UNMIT-Karte von August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF-Datei; 392 kB)
  10. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  11. Universität Coimbra East Timor: Flora and fauna
  12. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Beneufe (tetum; PDF-Datei; 7,90 MB)
  13. Diario Nacional, 1. Juni 2010, Indonesian TNI raises Merah Putih flag in Oe-cuse
  14. Radio Televisaun Timor Leste , 1 June 2010, Indonesia’s TNI soldiers destroy social houses in Oe-cusse
  15. Diario Nacional, 4. März 2011, TNI soldiers illegally enter Naktuka
  16. Suara Timor Loro Sa'e, 18. November 2011, Naktuka case investigated
  17. Suara Timor Loro Sa’e: Govt commences investigating death of a Timorese at border, 7. Januar 2013
  18. Timor Post: Naktuka’s case needs profound investigation, 7. Januar 2013
  19. East Timor Law and Justice Bulletin: Border between Timor-Leste and Indonesia closed following torture and murder of Timorese man by "foreigners" , 10. Januar 2013, abgerufen am 10. Januar 2013
  20. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  21. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  22. Arsenio Bano: Oecusse: Special Economic Zones of Social Market Economy. (Memento vom 6. Mai 2014 im Internet Archive) Zonas Especiais de Economia Social de Mercado de Timor-Leste [ZEESM T-L] (Projecto Piloto Distrito Oecusse), S. 30, 2014 (englisch).

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM