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Otzenhausen ist der zweitgrößte Ortsteil und Gemeindebezirk der Gemeinde Nonnweiler im Landkreis St. Wendel (Saarland). Bis Ende 1973 war Otzenhausen eine eigenständige Gemeinde.

Otzenhausen
Gemeinde Nonnweiler
Ehemaliges Gemeindewappen von Otzenhausen
Koordinaten: 49° 36′ 15″ N, 6° 59′ 41″ O
Höhe: 447 m ü. NHN
Fläche: 8,6 km²
Einwohner: 1608 (25. Apr. 2017)
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66620
Vorwahl: 06873
Otzenhausen (Saarland)
Otzenhausen

Lage von Otzenhausen im Saarland

Der Ringwall von Otzenhausen ist ein einzigartiges Zeugnis keltischer Kultur in Deutschland.
Der Ringwall von Otzenhausen ist ein einzigartiges Zeugnis keltischer Kultur in Deutschland.
Katholische Kirche St. Valentin

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ort liegt im Nordosten des Gemeindegebiets an der Primstalsperre und ist der nördlichste Ort im Saarland. Er befindet sich direkt am Autobahndreieck Nonnweiler.

Geschichte

Ein alter Name von Otzenhausen ist Erzenhausen. Dieser Name ist in Kartenwerken aus dem 16. Jahrhundert so vermerkt. In Otzenhausen wurden bereits durch die dort ansässigen Kelten, den Treverern, bereits Eisen verhüttet und Erz (Lebacher Eier) gegraben. So gibt es noch Flurnamen, die auf das Graben hinweisen: Schwarzbruch, mit dem Schwarzbruchweiher und dem Erzschutt, ein Flurstück im heutigen Industriegebiet. Dort war lange im Waldstück ein großer Trichter zu sehen. Die Sage um die beiden Brüder Otto und Bruno Braun, die im Streite Braunshausen (Bruno) und Otzenhausen (Otto) gründeten, war frei erfunden. In der napoleonischen Zeit wurde Otzenhausen zur Mairie erhoben und war somit Verwaltungstechnisch für Nonnweiler, Braunshausen mit der Bousse, Kastel, Buweiler, Kostenbach und Bierfeld zuständig. Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Otzenhausen am 1. Januar 1974 der Gemeinde Nonnweiler zugeordnet.[1]

Politik

Ortsvorsteherin ist Petra Mörsdorf. Der Ortsrat wird mit sechs Sitzen von der SPD und drei Sitzen aus der CDU gebildet.

Wappen

Blasonierung:„Unter rotem Schildhaupt, darin gekreuzt ein goldener Eberstab und ein goldenes Schwert; in Gold der rote Umriss eines keltischen Ringwalls.“

Das Wappen nimmt Bezug auf die keltische Vergangenheit des Ortes. Es zeigt den Grundriss des sogenannten Hunnenringes, einer Fliehburg um 90° nach rechts gedreht im Vergleich zu seiner tatsächlichen Lage. Eberstab und Fürstenschwert waren Grabbeilagen; die Bedeutung des Eberstabes ist unklar. Die Spuren der keltischen Vergangenheit lassen sich über zweitausend Jahre zurückverfolgen. Der Dollberg bei Otzenhausen war Sitz eines keltischen Fürsten.[2]

Wirtschaft

Im Münzbachtal südlich von Otzenhausen liegt ein Industriegebiet von 50 ha und ein Gewerbepark von 15 ha. Seit 1954 besteht eine stetig ausgebaute politische Bildungseinrichtung, die Europäische Akademie Otzenhausen, die 60 Mitarbeiter beschäftigt. Neben eigenen Veranstaltungen können auch andere Anbieter hier Tagungen und Kurse durchführen. Die Akademie liegt auf der Nordwestseite des Ortes am Kahlenberg.

Verkehr

Otzenhausen hatte früher Anschluss an das Schienennetz durch die Hochwaldbahn. Die Strecke ist stillgelegt, und steht zur Veräusserung an. Die Fahrten der Museumsbahn sind derzeit eingestellt[3]. Als Ersatz bietet sich von Trier oder Hermeskeil beziehungsweise von Türkismühle die Buslinie R 200 an.

Gewerbe und Tourismus profitieren von der günstigen Verkehrslage unmittelbar am Autobahndreieck Nonnweiler.

Sehenswürdigkeiten

Der Ringwall von Otzenhausen ist eine mächtige keltische Befestigungsanlage am Hang des Dollberges nahe der Primstalsperre. Das „Keltendorf“ am Fuße des Ringwalls ist der Nachbau eines keltischen Dorfes, wie es vor 2000 Jahren ausgesehen haben könnte. Die Siedlung besteht aus 10 Wohn-, Handwerks- und Speichergebäuden, die sich in Architektur und Bauweise an den historischen Befunden und Vorbildern orientieren.[4] Neben dem Keltendorf soll von 2019 bis 2021 ein Besucherzentrum entstehen, eines von drei "Nationalpark Toren" des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.

Die Kirche St. Valentin wurde 1850 errichtet.

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

Weblinks

  Commons: Otzenhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 810.
  2. Das Wappen von Otzenhausen. Abgerufen am 1. Juni 2016.
  3. Zur Stilllegung, siehe im Text ganz unten, abgerufen am 11. Oktober 2017, bei hochwaldbahn.info
  4. Das Keltendorf Otzenhausen, Webseite auf www.keltenpark-otzenhausen.de; abgerufen am 26. März 2019