Hauptmenü öffnen

Obernhain

Ortsteil von Wehrheim im Hochtaunuskreis

Obernhain ist ein Ortsteil der Gemeinde Wehrheim im hessischen Hochtaunuskreis.

Obernhain
Gemeinde Wehrheim
Wappen von Obernhain
Koordinaten: 50° 16′ 45″ N, 8° 32′ 40″ O
Höhe: 360 m ü. NHN
Fläche: 6,03 km²[1]
Einwohner: 1715 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 284 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 61273
Vorwahl: 06081

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Obernhain aus der Luft (Blick nach Süden)
 
Obernhain aus der Luft (Blick Richtung Westen)

Oberhain liegt etwa 25 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main und grenzt im Süden direkt an das Waldgebiet von Bad Homburg vor der Höhe.

GeschichteBearbeiten

Seit der jüngeren Steinzeit ist die Umgebung von Obernhain von Menschen besiedelt. Ältester Fund ist ein spitzhackiges, leicht beschädigtes Steinbeil aus der Steinzeit. Aus keltischer Zeit (etwa 100 v. Chr.) stammt ein Münzfund in Obernhain, der dem Keltenstamm der Treverer zugeschrieben wird.

Zur Römerzeit verlief der Limes über Obernhainer Gebiet.

Im frühen Mittelalter wurde Erzbergbau sowie Forstwirtschaft betrieben. Der Ort wurde 1370 als "Obernhane" erwähnt und gehörte vom 15. bis zum 18. Jahrhundert zum Gericht Werheim.[1]

Zunehmend gewann der Naherholungsverkehr eine Rolle, spätestens seit den 1920er Jahren nahm dieser Wochenend- und stadtnahe Ausflugsverkehr zu.

Seit der GebietsreformBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. August 1972 die Gemeinde Obernhain kraft Landesgesetz nach Wehrheim eingegliedert.[3]

Die Bevölkerungszahl beträgt derzeit etwa 1700 Einwohner, wächst aber stetig, da Neubaugebiete neue Bewohner anziehen.

Der DrusenküppelBearbeiten

 
Drusenküppel

Der Drusenküppel ist ein Erdhügel östlich von Obernhain, der von einer Baumgruppe bestanden wird. Es handelt sich um die Überreste einer mittelalterlichen Turmburg, einer sogenannten Motte. Der Durchmesser der Burg betrug etwa 40 Meter. Die Burg war von einem drei bis vier Meter breiten Ringgraben umgeben. Da es keine urkundliche Erwähnung der Burg gibt, sind weder Gründung noch Beginn des Verfalls bekannt. Ausgrabungen von August von Cohausen (1871), Louis Jacobi (1895) und Heinrich Jacobi (1913) ergaben, dass die Burg keine Steinmauern besaß. Nur wenige hochmittelalterliche Fundstücke wurden geborgen und heute in der Saalburg ausgestellt.[4]

Kultur uns SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Alte Kirche
 
Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert

BauwerkeBearbeiten

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Obernhain.

  • Die Alte Kirche ist ein Fachwerkgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Es diente der ehemals selbstständigen Gemeinde als Rathaus und Feuerwehrstützpunkt und natürlich als Betsaal. Heute dient es (nach Sanierungen in den Jahren 1980 und 2002) als Trauzimmer und Mehrzweckgebäude.
  • Die heutige Kirche wurde Ende der 1980er Jahre für damals 650.000 DM errichtet und am 9. April 1989 eingeweiht. Sie ersetzte damals eine Holzkirche, die im Jahr 1972 gebraucht erworben und errichtet worden war.
  • Eine Reihe von Ortsbild prägenden Fachwerkhäusern im Ortskern sind saniert worden. Bei der Sanierung und Restaurierung der Saalburgstraße 9 wurde der Putz entfernt und das Fachwerk wieder freigelegt. Die Arbeiten dauerten etwa neun Monate und kosteten den gleichen Betrag wie der Kaufpreis des Anwesens. Danach wurde das Anwesen unter Denkmalschutz gestellt. Es beherbergte eine Goldschmiede, eine Theaterschule (mit Vorstellungen in der Scheune) und in der vorweihnachtlichen Zeit fand im inneren Hof ein Weihnachtsmarkt statt. Die Entwicklung der Saalburg 9 - Hessenhof - zu einem kleinen kulturellen Zentrum endete, als der Besitzer in die USA auswanderte. Von der Renovierung des Hessenhofs ist eine Fotogalerie des ehemaligen Eigentümers erhalten geblieben.[5]

WanderwegeBearbeiten

Bedingt durch seine landschaftlich attraktive Lage zwischen Wäldern und Feldern befinden sich um Obernhain eine große Anzahl von Wanderwegen, über die auch die Ausflugsziele Hessenpark, Saalburg und der Lochmühle gut erreichbar sind. Fahrradfahrer können von Obernhain aus nach Wehrheim, Neu-Anspach, Usingen, Bad Homburg vor der Höhe (über die ehemalige Straße zur Saalburg) und Friedrichsdorf fahren. Alle Gemeinden und Städte befinden sich im Umkreis von sieben Kilometern, ohne dabei auf Hauptstraßen fahren zu müssen.

SportBearbeiten

In und um Obernhain gibt es ein reichhaltiges Angebot an kulturellen und sportlichen Freizeitmöglichkeiten. Der Tennisclub bietet eine große Halle mit drei Hallenplätzen, sieben Außenplätzen und einen Bolzplatz mit Sprunggrube. Der Luftsportclub Bad Homburg betreibt den Flugplatz Anspach nahe Obernhain. In etwa fünf Kilometer Entfernung von Obernhain, in Bad Homburg-Dornholzhausen, befindet sich der „New Course“ des Bad Homburger Golfclubs.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im nördlichen Teil Obernhains, zwischen der Sporthalle und dem Gelände des Tennisclubs, befindet sich ein Villengebiet. Auch im Rest des Ortes finden sich viele teure Wohnimmobilien. Zahlreiche Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und der Medienbranche haben in Obernhain ihren Wohnsitz gefunden. Dieser Umstand macht Obernhain zur bevorzugten Wehrheimer Lage.

Die Kaufkraft liegt mit einem Index von rund 200 an der Spitze Hessens, damit also auf dem Niveau von Königstein im Taunus, Kronberg im Taunus, Bad Homburg vor der Höhe und Bad Soden am Taunus.

Die Bahnhöfe Wehrheim und Saalburg (an der Lochmühle) – in den Zügen wird letzterer teilweise als Saalburg/Lochmühle bezeichnet – sind nahegelegen (etwa 20 Minuten Fußweg, knapp zwei Kilometer Fahrradweg). Von dort aus ist man mit der Taunusbahn in etwa 20 Minuten in Bad Homburg und in knapp einer dreiviertel Stunde in Frankfurt am Main.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. a b Obernhain, Hochtaunuskreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. „Zahlen und Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Wehrheim, abgerufen im Juli 2016.
  3. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 3 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  4. Dietwulf Baatz: Die mittelalterliche Turmburg Drusenküppel bei Obernhain. In: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus. Kramer, Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, Seiten 67–69.
  5. Photoalbum Saalburgstr. 9