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Oberhausen-Rheinhausen

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen
Oberhausen-Rheinhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 16′ N, 8° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 18,95 km2
Einwohner: 9593 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 506 Einwohner je km2
Postleitzahl: 68794
Vorwahl: 07254
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 107
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Adlerstraße 3
68794 Oberhausen-Rheinhausen
Website: www.oberhausen-rheinhausen.de
Bürgermeister: Martin Büchner
Lage der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-NeuthardMalsch (Landkreis Karlsruhe)Malsch (Landkreis Karlsruhe)BrettenBruchsalBruchsalEttlingenForst (Baden)GondelsheimHambrückenKronauKürnbachMarxzellOberderdingenÖstringenPhilippsburgSulzfeld (Baden)Ubstadt-WeiherWalzbachtalWeingarten (Baden)ZaisenhausenKarlsbad (Baden)KraichtalGraben-NeudorfBad SchönbornPfinztalEggenstein-LeopoldshafenLinkenheim-HochstettenWaghäuselOberhausen-RheinhausenRheinstettenStutenseeWaldbronnDettenheimKarte
Über dieses Bild

Oberhausen-Rheinhausen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg im Landkreis Karlsruhe.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Oberhausen-Rheinhausen liegt im äußersten Nordwesten des Landkreises Karlsruhe direkt am Rhein. Im Westen grenzt es über den Rhein an Römerberg und im Nordwesten an Speyer, im Norden an Altlußheim, im Nordosten an Neulußheim, im Südosten an Waghäusel, im Süden an Philippsburg.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen besteht aus den ehemaligen Ortsgemeinden Oberhausen und Rheinhausen, zu dem das Haus Ziegelhütte gehörte.[2]

Die ehemalige Gemeinde Rheinhausen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1256. In dieser Urkunde ist die Rede von zwei Dörfern Husen an der Furt. Im frühen 14. Jahrhundert kamen Oberhausen und Rheinhausen in den Besitz des Bistums Speyer, das später zum Oberrheinischen Reichskreis gehörte, und verblieben dort bis 1803, als sie im Rahmen der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das Großherzogtum Baden fielen. Dort gehörten sie zuletzt zum Landkreis Bruchsal, bis dieser 1973 im Landkreis Karlsruhe aufging.

Im Jahr 1490 richtete der römisch-deutsche König Maximilian I. die erste regelmäßig betriebene Postroute Europas zwischen Innsbruck und Brüssel ein, die mittels der Rheinhäuser Fähre den Rhein überquerte. Mit der Ausführung dieses Postdienstes beauftragte Maximilian I. Mitglieder der italienischen Kurierfamilie Taxis. Rheinhausen ist seit 1495 urkundlich als Poststation belegt.[3] Im Jahre 1540 übereignete Johann Baptista von Taxis das Postamt Rheinhausen mitsamt seinen Filialen zum Nießbrauch auf Lebenszeit an Seraphin I. von Taxis und dessen Bruder Bartholomäus. Im Jahre 1552 ließ Seraphin I. von Taxis ein Posthaus errichten,[4] das jedoch infolge von Kriegseinwirkungen mehrfach zerstört wurde. Rheinhausen war neben Augsburg eine Zwischenstation am historischen Postkurs Brüssel-Innsbruck-Italien, die auch im Postkursbuch des Giovanni da l'Herba von 1563 verzeichnet ist. Das Postamt Rheinhausen überlebte bis zur Schließung unter Napoleon im Jahre 1803.

Am 1. Januar 1975 wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg die bis dahin selbstständige Gemeinde Rheinhausen nach Oberhausen eingemeindet. Gleichzeitig wurde die Gemeinde in Oberhausen-Rheinhausen umbenannt.[5]

ReligionenBearbeiten

Oberhausen und Rheinhausen gehören zum Erzbistum Freiburg. Die Reformation konnte hier keinen Fuß fassen, beide Ortsteile sind bis heute römisch-katholisch geprägt. Auch derzeit gibt es hier noch je eine katholische Kirchengemeinde. Die wenigen Protestanten werden von der evangelischen Gemeinde in Waghäusel geistlich betreut.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat normalerweise 22 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Zahl der Mitglieder kann sich durch Ausgleichssitze erhöhen (gesamt 2019: 24 Sitze; 2014: 22). Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender.

Durch die Unechte Teilortswahl ist den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen garantiert: Aus Oberhausen kommen mindestens 15 Mitglieder, aus Rheinhausen mindestens sieben.[6]

Die Kommunalwahl 2019 führte zu folgendem Ergebnis (in Klammern: Unterschied zu 2014):[7]

Gemeinderat 2019
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 33,1 % (−0,4) 8 (+1)
Freie Ökologische Demokratische Liste (FÖDL) 28,9 % (+2,6) 7 (+1)
Freie Wähler 19,5 % (+4,2) 5 (+2)
SPD 18,5 % (−6,4) 4 (−2)
Wahlbeteiligung: 54,3 % (+6,5)

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Gold, rechts ein halbes geschliffenes silbernes Kreuz am Spalt, links ein mit Spitzen besetztes halbes achtspeichiges schwarzes Rad am Spalt.“

Erklärung: Das Gemeindewappen zeigt die Motive des Rhein- und Oberhauser Gerichtssiegels des 18. Jahrhunderts. Das Kreuz steht für die ehemalige Zugehörigkeit zum Fürstbistum Speyer, aber auch für einen der Patrone der Oberhauser Kirche, den Heiligen Philippus. Das Rad steht für die Heilige Katharina, die auf dem Hochaltar der Rheinhauser Kirche dargestellt ist.[8]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist durch die Bundesstraße 36 (MannheimLahr/Schwarzwald) an das überregionale Straßennetz angebunden. In Rheinhausen gibt es eine Rheinfähre (für Personen und Radfahrer) nach Speyer.

BildungBearbeiten

In Oberhausen gibt es seit Beginn des Schuljahres 2012/2013 eine Gemeinschaftsschule (Klassen 1 bis 10 und Grundschulförderklasse). Oberhausen-Rheinhausen gehört somit zu den 42 Gemeinden Baden-Württembergs, die diese Schulform bereits seit Beginn ihrer Einführung anbieten. Zusätzlich besitzen beide Ortsteile noch je eine reine Grundschule, sowie drei Kindergärten.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Oberhausen ist bekannt für sein großes Freizeitangebot am Erlichsee. Zudem bietet das Jugendzentrum verschiedenste Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche.

Oberhausen besitzt eine Kirche im klassizistischen Stil, errichtet 1813. Reizvoll zumeist das bildhafte Fassadenarrangement der Vorderseite – hierin zählt sie zu den gelungensten Kirchen des badischen Weinbrenner-Stiles.

Rheinhausen verfügt über die Backsteinkirche St. Laurentius mit ihrer historischen Orgel von Ignaz Dörr, Baujahr 1881, System (mechanische Kegellade) mit 20 Registern. In Rheinhausen gibt es ein kleines Postmuseum.

Das Naturschutzgebiet Wagbachniederung liegt in der Schlinge eines Altarms des Rheins bei Waghäusel auf der Gemarkung von Oberhausen-Rheinhausen.

MusikBearbeiten

Einer der ältesten Vereine ist die Musikvereinigung Oberhausen 1889 e. V. Die Musikvereinigung hat zurzeit zwei Orchester (ein Jugendorchester und ein Blasorchester). Neben dem Musikverein in Oberhausen gibt es auch in Rheinhausen den Musikverein „Einigkeit“ Rheinhausen.

SportBearbeiten

Der TV Oberhausen bietet beispielsweise Faustball, Volleyball, Turnen und Tischtennis an.

RadsportBearbeiten

In Oberhausen gibt es eine Radrennbahn, welche am 4. Juni 1950 zum ersten Mal für das Bahneröffnungsrennen in Betrieb genommen wurde. Im Jahr 1961 wurden die letzten Besserungsarbeiten abgeschlossen, sodass eine neue Zementbahn mit 333,33 m Länge, 6,5 m Breite und einer Kurvenerhöhung von 28 Grad geschaffen war.[10]

LiteraturBearbeiten

  • Dieter Baumann: Familien in Oberhausen-Rheinhausen 1729–1900. Mannheim 2007 (= Badische Ortssippenbücher 121)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Oberhausen-Rheinhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 117–118
  3. Ohmann, Die Anfänge des Postwesens und die Taxis, Leipzig 1909, Seite 318 und 324.
  4. Nach dem Bericht Johann von den Birghdens.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 482.
  6. Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen: Hauptsatzung, §16; abgerufen 13. Juli 2019.
  7. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Gemeinderatswahlen 2019, Oberhausen-Rheinhausen; Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen: Gemeinderatswahl 2019 und Gemeinderatswahl 2014 (Memento vom 12. März 2016 im Internet Archive); abgerufen 13. Juli 2019.
  8. leo-bw
  9. http://www.oberhausen-rheinhausen.de/?id=37
  10. www.radsportverein-oberhausen.de