Noël Marie Paymal Lerebours

französischer Optiker und Verleger

Noël Marie Paymal Lerebours (* 15. Februar 1807 in Neuilly; † 24. Juli 1873) war ein französischer Optiker und Verleger.

Die Pont Neuf in Paris (1842)

LebenBearbeiten

Noël wurde als Sohn von Marie Jeanne Françoise Paymal geboren, einer Schneiderin aus Paris (geb. in Vitry-sur-Marne); der Vater ist unbekannt. In der Literatur trifft man ihn oft auch mit dem Vornamen Nicolas statt Noël, dies ist jedoch nicht korrekt. Am 11. Juni 1836 wurde er von Noël Jean Lerebours adoptiert. Der Adoptivvater (1761–1840) war ein französischer Optiker, 1800 ernannt zum Optiker der Marine und des Bureau des Longitudes, sowie Lieferant der kaiserlichen Familie und berühmt für die Perfektion seiner Linsen. Nach dem Tod des Adoptivvaters im Februar 1840 übernahm Noël Paymal den 1789 gegründeten Betrieb in der Place du Pont-Neuf 13 in Paris, wo er bereits seit 1830 beschäftigt war.

Noël war vom ersten echten fotografischen Verfahren, der Daguerreotypie, welches 1839 entwickelt wurde, begeistert. Nur kurze Zeit nach der Vorstellung des Verfahrens von Louis Jacques Mandé Daguerre, hatte Lerebours den Maler Horace Emile Jean Vernet und dessen Neffen Frederic Goupil-Fresquet beauftragt, die bedeutendsten baulichen Sehenswürdigkeiten und Aussichten der Welt zu fotografieren bzw. schon vorhandene Photos aus USA, Russland usw. zu erwerben. 1841 stellt er in Paris im ersten kommerziellen Porträt-Atelier Frankreichs bereits 1.500 Porträts aus. Die Belichtungszeit lag bei durchschnittlich acht Minuten. Im gleichen Jahr publizierte er in Paris das erste Bilderbuch überhaupt, „Excursions Daguerriennes. Collection de 50 planches representant les vues et les monuments les plus remarquables du globe“. Die Publikation war ein Riesenerfolg, so dass 1842 der zweite Band folgte, „Nouvelles Excursions Daguerriennes“. Insgesamt erschienen 114 Bilder. Aus drucktechnischen Gründen konnten die entstandenen Daguerreotypien noch nicht auf direktem fotomechanischem Wege wiedergegeben werden und daher wurden Stahlstiche auf den fotografischen Bildvorlagen gefertigt, welche um Details erweitert wurden, die die Kamera nicht dokumentierte, wie z. B. Wolken, Boote, Tiere und Personen in den Szenen. Unter den Grafikern, die für Lerebours arbeiteten, war auch Charles-François Daubigny (1817–1878), einer der Meister des Mediums.

1844 stellte Lerebours ein 15"-Fernrohr fertig – eines der größten der Zeit –, welches vom Bureau des Longitudes erworben wurde.

1855 benutzt Lerebours erstmals Drehblenden mit drei unterschiedlichen Öffnungen, die vor das Objektiv gesetzt wurden. Im gleichen Jahr nahm er den Schweizer Professor der Mathematik in Lausanne Marc Louis François Secretan (1804–1867) zum Partner. Der Betrieb wurde in Lerebours & Secretan umfirmiert und erweitert. 1855 wurde Secretan dann alleiniger Inhaber der Firma, firmierte jedoch weiter als Lerebours & Secretan bis in die 1880er-Jahre.

DaguerreotypienBearbeiten

Siehe auchBearbeiten