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Niederstriegis ist ein Ortsteil der Stadt Roßwein im Landkreis Mittelsachsen im Freistaat Sachsen.

Niederstriegis
Stadt Roßwein
Wappen der ehemaligen Gemeinde Niederstriegis
Koordinaten: 51° 5′ 1″ N, 13° 8′ 58″ O
Höhe: 249 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Januar 2013
Postleitzahl: 04741
Vorwahl: 03431, 034322, 034327
Niederstriegis (Sachsen)
Niederstriegis

Lage von Niederstriegis in Sachsen

Kirche Niederstriegis

GeographieBearbeiten

Niederstriegis liegt etwa 7,5 Kilometer südöstlich der Stadt Döbeln und fünf Kilometer westlich von der Altstadt Roßweins an der Einmündung der Striegis in die Freiberger Mulde.

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1338 wird erstmals in einer Urkunde ein Petrus de Streguz erwähnt, der 1350 Petrus de Strigus genannt, ein Hinweis darauf ist, dass das Dorf um diese Zeit bereits existierte.[1][2] Der Name kommt vom Striegisfluss, an dem das Dorf liegt. Die ursprüngliche Bedeutung des Fluss-Namens ist nicht eindeutig geklärt. Mit Sicherheit ist er slawischer Herkunft. Problematisch hinsichtlich der Zuordnung von Urkunden ist die Existenz eines zweiten Ortes namens Striguz, dem ab 1540 Langestrigis genannten Dorfes. Bei Niederstriegis wurde der Namenszusatz Nieder- in der Form Nider-Strigis erst 1790 nachweislich verwendet.

Der Ort gehörte vor 1588 zum Amt Döbeln und kam in diesem Jahr zum kursächsischen Amt Nossen.

Die Gemeinde Niederstriegis wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2013 aufgelöst.[3] Vorher bestand sie aus folgenden Ortsteilen:

Sie gehörte bis zur Eingemeindung in die Stadt zur Verwaltungsgemeinschaft Roßwein. Die einzelnen Ortsteile waren geprägt durch historische Gutshöfe und Herrenhäuser.

Während der Industrialisierung wurden in den in Tälern gelegenen Ortsteilen verschiedene Betriebe errichtet (Chemiewerk Aropharm in Niederstriegis, Papierfabrik in Grunau). Nach der deutschen Einheit wurden diese geschlossen.

An den ehemaligen Rittersitz in Mahlitzsch erinnert noch heute eine kleine Burgruine.

EingemeindungenBearbeiten

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Grünroda[4] vor 1875
Grunau[5] 1. Juni 1973
Hohenlauft[4][5][6] vor 1875
1. Juli 1950
Eingemeindung nach Etzdorf,
Umgliederung nach Niederstriegis
Littdorf[7] 1. Januar 1994
Mahlitzsch[8][7] 1. Oktober 1935
Otzdorf[5] 1. Januar 1970 Eingemeindung nach Littdorf

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrhof
  • Kirche Niederstriegis aus dem Jahr 1849 (Taufstein stammt aus dem Jahr 1588 und Flügelaltar von 1513)
  • Pfarrhof Niederstriegis (Dreiseithof)
  • Zweiniger Grund mit Magaretenmühle
  • Ruine Kempe in Mahlitzsch
  • Kalkbrüche Striegistal

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

Zwischen Littdorf und Otzdorf im Westen führt die B 169 an Niederstriegis vorbei. Der Ort ist auch über die A 14 Anschluss Döbeln-Ost (circa 10 km) und die A 4 Anschluss Berbersdorf bzw. Hainichen (circa 15 km) zu erreichen. Auch die Bahnstrecke Borsdorf–Coswig führt durch Niederstriegis und besitzt innerhalb des Ortes einen Haltepunkt. Der Personenverkehr wurde aber im Dezember 2015 eingestellt.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • Wasserkraftanlage Preis

PersönlichkeitenBearbeiten

  • August Ferdinand Axt (1796–1855), evangelischer Geistlicher und Mitglied des Sächsischen Landtags

LiteraturBearbeiten

  • Cornelius Gurlitt: Niederstriegis. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 169.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niederstriegis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Chronik der Gemeinde Niederstriegis. 666 Jahre Niederstriegis. (Nicht mehr online verfügbar.) In: niederstriegis.de. Gemeinde Niederstriegis, 2. Juni 2004, archiviert vom Original am 4. März 2016;.
  • Niederstriegis im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band II Seite 476
  2. Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen, Neuausgabe, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, Seite 738
  3. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2013
  4. a b Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  6. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen.
  7. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943