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Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2005
Sitz DeutschlandDeutschland Oldenburg
Leitung Holger Banik
Folker Kielgast
Mitarbeiterzahl 655 + 54 Auszubildende (2017)[1]
Branche Hafenwirtschaft
Website Niedersachsen Ports

Die Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) mit Sitz in Oldenburg ist der Betreiber der landeseigenen Häfen in Niedersachsen. Zu den Aufgaben der Gesellschaft gehören die Planung und Entwicklung sowie die Unterhaltung der Hafenanlagen und der dazugehörigen Flächen. Darüber hinaus werden die Gewerbe- und Industrieimmobilien in den jeweiligen Häfen vermarktet und hafenaffine Unternehmungen angesiedelt. Weitere Aufgaben sind die Verkehrslenkung und Hafensicherheit sowie das Übernehmen von Hafendienstleistungen für die Schifffahrt und Hafenwirtschaft.

BeschreibungBearbeiten

Das Unternehmen ist Eigentümer und Betreiber von fünf Seehäfen, sieben Inselversorgungshäfen und drei Regionalhäfen an der deutschen Nordseeküste. Der Sitz der Gesellschaft ist die Stadt Oldenburg. Mit den Niederlassungen in Brake, Cuxhaven mit Außenstelle in Stade, Emden und Wilhelmshaven managt Niedersachsen Ports die Hafeninfrastruktur in den Seehäfen des Landes Niedersachsen. Die Niederlassung in Norden betreibt zudem die Versorgungshäfen für einige Ostfriesischen Inseln.

Die wichtigsten Merkmale der Hafeninfrastruktur des Hafensystems:

Fläche des Hafensystems 2700 ha
Landfläche 2008 ha
Wasserfläche 650 ha
Länge der Kaimauern (mit Umschlagbrücken) 26 km
Seeschleusen 5
Gleisnetz 79 km
Güterumschlag 2018 28,3 Mio. Tonnen

UnternehmensstrukturBearbeiten

 
Organigramm

Das Unternehmen ist im Herbst des Jahres 2004 vom Land Niedersachsen gegründet worden. Persönlich haftende Komplementärin ist die Niedersächsische Hafengesellschaft mbH, Cuxhaven. Zum 1. Januar 2005 wurden die operativen Geschäftstätigkeiten der Häfen- und Schifffahrtsverwaltung des Landes Niedersachsen (Hafenämter Elbe, Ems-Dollart und Jade-Weser sowie des Dezernats Häfen und Schifffahrt der Bezirksregierung Weser-Ems) auf Niedersachsen Ports übertragen.

Eigentümer ist das Land Niedersachsen sowohl als Kommanditist als auch als Alleingesellschafter der Komplementär-GmbH. Organe der Gesellschaft sind der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung. Die Gesellschafterversammlung wird durch das Niedersächsische Finanzministerium gestellt.

FlotteBearbeiten

Für Unterhaltungs- und Baumaßnahmen an den Hafenanlagen werden die in der folgenden Tabelle aufgeführten Arbeitsschiffe eingesetzt:

Name Baujahr Einsatzspektrum Heimathafen Bild
Argus 1986 Vermessungsschiff Wilhelmshaven  
Delphin 1992 Vermessungsschiff Emden  
Osterhöft[2] Umbau 1997 Vermessungsschiff Cuxhaven
Seebär 1976 Schwimmramme Norddeich
Seefalke 1987 Peilschiff Norddeich  
Seeigel 1986 Vermessungsschiff Bensersiel  
Seekrabbe 1993 Hopperbagger Norddeich  
Seelöwe 2003 Wasserbaufahrzeug Norden  
Steubenhöft 2009 Wasserinjektionsgerät Cuxhaven  

HäfenBearbeiten

In den verschiedenen Standorten wurden im Jahr 2017 rund 29 Mio. Tonnen Seegüter umgeschlagen.

BrakeBearbeiten

Brake ist ein moderner multifunktionaler Spezialhafen an der Unterweser, etwa 26 Kilometer oberhalb des Mündungstrichters. Die Hafenanlagen erstrecken sich auf einer Länge von 2,5 Kilometern parallel zum Strom der Weser bei einem maximalen Tiefgang von 11,9 Meter (geplant 12,8 Meter). Sie unterteilen sich in

  • einen südlichen Hafenbereich für Futtermittel und Getreide
  • einen nördlichen Hafenbereich für Forstprodukte, Eisen, Stahl, greiferfähige Massengüter, Schwefel und Windenergieanlagen
  • einen Binnenhafen für See- und Binnenschiffe, Fischerei- und Sportfahrzeuge. Eine Schleuse mit einer Kammerlänge von 95 Metern verbindet den Binnenhafen mit der Weser.

Dem nördlichen Hafenteil angegliedert ist ein Betrieb zur Verarbeitung pflanzlicher Öle mit einer eigenen Pieranlage. Mit Fertigstellung des Niedersachsenkais ist ein neues leistungsfähiges Terminal entstanden, das mit zwei Großschiffsliegeplätzen und kainahen Hafenflächen von über 50 Hektar Raum für weitere Expansion bietet.

Hafenanlagen
  • Niedersachsenkai: Schwerlastpier mit zwei Brückenkranen (53 und 60 Tonnen Traglast) und zwei Mobilkränen (je 140 Tonnen Traglast) spezialisiert für den Umschlag im Bereich Projektladung, Windkraftanlagen und Stahl sowie deren Logistik
  • AGRI Terminal: moderne Silotechnik mit Waggon- und Lkw-Beladeanlagen für den schnellen Umschlag von Getreide und Futtermitteln mit rund 500.000 Tonnen Lagerkapazität. Anlegemöglichketen für zwei Großschiffe mit einer Länge bis 270 m und einem Tiefgang bis 11,90 m (geplant 12,80 m)
  • Break Bulk Terminal: großzügig dimensionierte Drehwipp- und Brückenkrane (bis 80 Tonnen Traglast) für schnelleres Be- und Entladen der Schiffe, auch direkt aus Binnen- und Küstenmotorschiffen. Angeschlossenes Break Bulk Logistics Center mit 100.000 Quadratmeter Hallenfläche sowie 60.000 Quadratmeter Freifläche zur Lagerung
  • Schwefel-Terminal: Schwefelumschlag- und Verfestigungsanlage der ExxonMobil Production Deutschland mit Kapazitäten für bis zu 900.000 Tonnen Schwefel jährlich, flüssig oder zuvor vor Ort zu Festschwefel verarbeitet
  • Olenex-Pier: Umschlag und Verarbeitung von rund 500.000 Tonnen tropischer Öle für die Lebensmittelindustrie
Hinterlandanbindung

Der Seehafen kann von Binnenschiffen über die Weser angelaufen werden. Auf dem Straßennetz ist der Hafen über die B 211, B 212, B 437 und die nahe gelegene Autobahnen A 27, A 28, A 29 zu erreichen. Das 33 Kilometer lange hafeneigene Schienennetz ist an die Bahnstrecke Hude–Blexen angeschlossen.

CuxhavenBearbeiten

Die Lage an der Elbmündung und die Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal macht Cuxhaven zum idealen Ausgangspunkt für Seeverkehre nach Großbritannien, Skandinavien und in die Ostsee. Gute Fahrwasserverhältnisse erlauben auch größten Seeschiffen das Anlaufen des Hafens. Der Hafen ist unterteilt in

  • eine Offshore-Basis mit derzeit sechs Liegeplätzen für Schiffe bis 290 Meter Länge
  • den CuxPort Terminal (Europakai und Humberkai) mit drei Liegeplätzen für Panamax-Schiffe bis zu 350 Metern Länge
  • den Fährhafen mit über 300 Meter Pier als Ausgangspunkt für den Seebäderverkehr zur Insel Helgoland
  • den inneren Hafen mit Amerikahafen, Neuer (und Alter) Fischereihafen, Alter Hafen, Ritzebütteler Schleusenpriel und Vorhafen
Hafenanlagen
  • Offshore Terminals mit Portalkran (bis zu 500 Tonnen Traglast), eine 1.600 Quadratmeter große Schwerlastplattform für extreme Belastungen (90 Tonnen/Quadratmeter) und terminalverbindende Schwerlaststraße
  • Cuxport Multipurpose Terminal mit drei automatischen RoRo-Rampen (zwei zweispurig mit 250/350 Tonnen belastbar), ein Hafenmobilkran (bis 100 Tonnen Traglast) sowie eine Panamax-Brücke (bis 68 Tonnen Traglast)
  • Mehrzweckanlage Steubenhöft für große Seeschiffe mit 300 Metern Strompier und einer RoRo-Anlage
  • Umschlag- und Ausrüstungskais für Stückgut- und kleinere Massengutschiffe im Amerikahafen
  • im Neuen Fischereihafen Umschlag- und Ausrüstungskais für Trawler und Logger, Tiefkühlhäuser, Fischauktions- und Verarbeitungshallen, Eisfabrikation usw.
Hinterlandanbindung

Der Seehafen ist über die Elbe an das mitteleuropäische Binnenwasserstraßennetz angeschlossen. Die Bundesautobahn 27 und die Bundesstraße 73 enden in Cuxhaven. Für Transporte per Eisenbahn verfügt ein Teil der Kaianlagen über Gleisanschlüsse und eine Verbindung Richtung Maschen Rangierbahnhof.

EmdenBearbeiten

Emden ist ein leistungsstarker Universalhafen, der drittgrößte Nordseehafen und gleichzeitig der westlichste Seehafen Deutschlands. Er liegt am Nordufer der Ems etwa 38 Seemeilen südöstlich der Emsmündung an der Nordsee. Schiffe bis zu einem Tiefgang von 8,5 Meter (künftig 9,5 Meter) können den Hafen jederzeit erreichen; tideabhängig beträgt der maximale Zugangstiefgang 10,7 Meter (künftig 11,7 Meter).

Der Hafen besteht aus zwei Hafenteilen

  • dem tideoffenen Außenhafen mit Emspier und Emskai
  • dem tidefreien Binnenhafen, bestehend aus Industriehafen und Neuem Binnenhafen

Die Zufahrt zum Binnenhafen ist über zwei Schleusen möglich. Die rund um die Uhr betriebene Große Seeschleuse verfügt derzeit über eine Kammer mit 260 Metern Länge und 40 Metern Breite sowie einer Drempeltiefe von NHN –11,76 Metern. Die kleinere Nesserlander Schleuse mit einer Länge von 170 Metern, einer Breite von 18 Metern und einer Drempeltiefe von NHN –7,00 Metern dient vornehmlich der Binnen- und Sportschifffahrt.

Hafenanlagen
  • neun RoRo-Liegeplätze sowie eine leistungsstarke mobile RoRo-Rampe
  • Kaianlagen und Terminals mit Umschlageinrichtungen für feste Güter aller Art
  • Umschlag- und Lagerinfrastruktur für Güter in Flüssig- und Soleform im Bereich des Ölhafens
  • Einrichtungen für Lagerung und Veredelung von Rohstoffen für die Papiererzeugung
  • Kaianlagen für den Umschlag von On- und Offshore-Windenergieanlagen sowie Offshore-Versorgunger Artngens
  • Einrichtungen für Lagerung und Veredelung von Rohstoffen für die Papiererzeugung
  • moderne Kaianlagen und Terminals mit leistungsstarken Umschlagseinrichtungen für feste Güter aller Art
  • Kaianlagen für den Umschlag von On- und Offshore-Windenergieanlagen sowie Offshore-Versorgung
  • sichere Bereiche für den Umschlag von Gefahr- und Militärgütern
Hinterlandanbindung

Die Güterbahnhöfe „Emden“ und „Emden Außenhafen“ sind direkt an das Schienennetz der Eisenbahn angeschlossen. Über die Autobahn-Anschlussstellen Emden-West und Emden-Ost der A 31 wird das deutsche und niederländische Fernstraßennetz erreicht. Zudem verbinden die Ems und der Dortmund-Ems-Kanal den Hafen nach Süden mit dem bundesdeutschen Wasserstraßennetz. Nach Westen eröffnet der Emskanal den Zugang zum niederländischen Kanalnetz und zum Niederrhein.

Fährverkehr und Inselversorgung NordenBearbeiten

Inselbewohner und Touristen, Fischer und Sportschiffer – vor allem in den Sommermonaten drängen sich tausende Menschen und Schiffe in den ostfriesischen Häfen. Diese logistische Herausforderung wird Jahr für Jahr verantwortungsvoll gemeistert. In der Niederlassung Norden koordiniert Niedersachsen Ports die Bewirtschaftung von sieben ostfriesischen Insel- und Küstenhäfen. Über die Inselversorgungshäfen Norddeich und Bensersiel sowie die Inselhäfen Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge werden fünf ostfriesische Inseln verlässlich mit dem Festland verbunden. Mit durchschnittlich einer Million Tonnen Umschlag, sieben Millionen Personenbeförderungen und über 30.000 Schiffsbewegungen pro Jahr stellen die Häfen einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor in der Region Ostfriesland dar.

Inselversorgungshäfen
  • Norddeich
  • Bensersiel
  • Norderney
  • Baltrum
  • Langeoog
  • Spiekeroog
  • Wangerooge
Hinterlandanbindung

Ostfriesland ist das Tor zur Welt. Die Inselhäfen sind sehr gut an das deutsche Hinterland angebunden: über die Fährverbindungen zu den Küstenhäfen, über das Schienennetz zu den Bahnhöfen Norden-Norddeich und Esens sowie über die B 72 und B 210 zu den nahe gelegenen Autobahnen A31/A28 und A29.

WilhelmshavenBearbeiten

Wilhelmshaven ist der einzige Tiefwasserhafen in Deutschland und liegt zwischen Ems und Weser auf der Westseite der Innenjade. Die gute seewärtige Zufahrt mit kurzer Revierfahrt und großen Wassertiefen ermöglicht die Abfertigung von Schiffen mit Tiefgängen bis zu 20 Metern.

Neben den im Tiefwasser gelegenen Bereichen im Außenhafen verfügt Wilhelmshaven über einen großen tidefreien Hafenbereich. Der Innere Hafen ist durch eine der weltweit größten Schleusen mit zwei redundanten Kammern 24 Stunden am Tag zu erreichen. Die Schleusenkammern, mit einer Länge von je 390 Metern, einer Breite von 60 Metern und einem möglichen Tiefgang von 11,5 Metern, ermöglichen die Zufahrt großer Seeschiffe sowie sämtlicher Schiffsgrößen für die Offshore-Windenergie.

Hafenanlagen

Folgende Hafenanlagen im Äußeren Hafen (Tiefwasserbereich) werden von Niedersachsen Ports betrieben:

  • Umschlaganlage Voslapper Groden (Vynova-Brücke) mit zwei Liegeplätzen für den Umschlag chemischer Güter und einer Tankkapazität von 42.000 Kubikmetern; öffentlicher Anleger für Schiffe bis zu 60.000 tdw
  • Umschlaganlage Rüstersieler Groden (Niedersachsenbrücke) mit drei Liegeplätzen für den Kohle- und Spezialumschlag (davon ein Liegeplatz für Capesize-Schiffe) und einer Umschlagkapazität von acht bis zehn Millionen Tonnen pro Jahr
  • Alter Vorhafen / Flut- und Pontonhafen mit Liegeplätzen für Kleinfahrzeuge, Passagier- und Versorgungsschifffahrt, Behördenfahrzeuge, Lotsenversetzer usw.
  • Offshore-Service-Hafen Hooksiel: Liegeplätze für Service-Schiffe von Offshore-Windparks

Hafenanlagen im Inneren Hafen (tidefreier Bereich):

  • Braunschweig-Kai mit einer RoRo-Rampe (35,5 Meter Breite) und bis zu drei Liegeplätzen, Krane auf Anfrage
  • Lüneburg-Kai mit einer RoRo-Rampe (30 Meter), zwei Wippdrehkräne 15/18 Tonnen, Flurfördergeräten, Schaufelradlader und Hallenflächen, Schwerlastpier für den Umschlag von Projekt- und Offshoreladung mit angrenzendem Montagehafen
  • Hannover-Kai mit 4.000 Quadratmeter befestigter Kaifläche und etwa 20.000 Quadratmeter Fläche für Projektladungen, inklusive Endmontage und Verladung größerer Bauprojekte für den Seeverkehr (Krananlagen, Rohre und Offshore-Anlagen)
  • Oldenburg-Kai, Osnabrücker und Hildesheimer Ufer mit Anlagen, Hallen und Flächen für maritime Dienstleistungen und Werftbetriebe (mit Schwimmdock), Lagerhallen für Kleinkunden
  • Ausrüstungshäfen mit Kai- und Lagerflächen für Break Bulk, Massengüter und Projektladung

Der Containerterminal im JadeWeserPort wird von Eurogate als Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) betrieben.

Hinterlandanbindung

Das Gleissystem der Hafenbahn ist an die Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven angebunden und die Bundesautobahn 29 endet direkt im Hafen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Michael Meyer: Forderungskatalog für neue Regierung · Niedersachsens Häfen stellen Zehn-Punkte-Plan vor. In: Täglicher Hafenbericht vom 25. März 2013, S. 3, Seehafen-Verlag, Hamburg 2013, ISSN 2190-8753

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niedersachsen Ports – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jahresabschluss 2017 der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG im eBundesanzeiger
  2. „Osterhöft“ sorgt für Sicherheit in Elbehäfen. In: Täglicher Hafenbericht vom 19. Dezember 2012, S. 4.