Nicki (Sängerin)

deutsche Schlagersängerin

Nicki, bürgerlich Doris Andrea Hrda (* 2. November 1966 in Plattling, Landkreis Deggendorf), ist eine deutsche Schlagersängerin und Komponistin.

Nicki und Patrick Lindner (2018)

LebenBearbeiten

Nicki wuchs mit drei Brüdern und zwei Schwestern im niederbayerischen Plattling auf. 1982 wurde sie bei einem Talentwettbewerb in Landshut von Gog Seidl entdeckt und erhielt einen Plattenvertrag. 1983 brachte ihre erste Single Servus, mach’s guat, ein Schlager in bairischer Mundart, den ersten Erfolg. Sie trat damit, bei der Anreise von ihren Eltern begleitet, im Talentschuppen des Südwestfunks auf. Den Künstlernamen „Nicki“ dachte sich Popstar Sandra aus. Nicki blieb ihrem Dialekt treu und hatte auch mit zahlreichen weiteren Titeln Erfolg.

Die Schlager-Musik der 1,52 m großen Sängerin enthält auch Elemente aus Rock, Calypso, Motown-Soul, Synthiepop und Country-Musik. Nicki trat in verschiedenen Musiksendungen des Fernsehens auf – unter anderem solo oder mit Band 35-mal in der ZDF-Hitparade (1984 bis 1996) – und gab etliche Konzerte.

Nickis größte Hits wurden von Harald Steinhauer komponiert und von Helmut Frey getextet. Ihr Debüt-Album Servus Nicki erschien im Mai 1985 und wurde von Harald Steinhauer und Michael Cretu produziert. In Österreich erreichte das Album Platin, in Deutschland Gold. Es wurden fünf der zehn Songs als Single ausgekoppelt, wovon vier Singles die Top-40 der deutschen Charts erreichten. Ende des Jahres veröffentlichte Nicki ein Weihnachtsalbum.

Mit über einer halben Million Tonträger wurde das 1986 veröffentlichte Album Ganz oder gar net Nickis größter Erfolg. In Deutschland erreichte das Album Platin und hielt sich fast ein ganzes Jahr in den Charts. Die ersten beiden Singles Wenn i mit dir tanz und Wegen dir gelten als Nickis größte Hits. Mit Wegen dir schaffte sie es erstmals auf Platz eins der ZDF-Hitparade.

1987 erreichte Nickis drittes Studioalbum Kleine Wunder Platz vier der deutschen Albumcharts. Die drei Singles Mehr von dir, Mit dir des wär mei Leben und I bin a bayerisches Cowgirl wurden zu großen Schlagerhits. Mit den beiden letztgenannten Liedern schaffte sie es erneut jeweils auf Platz eins der ZDF-Hitparade.

Ende 1988 konnte Nicki mit ihrem Song Samstag Nacht trotz großer Konkurrenz erneut die ZDF-Hitparade gewinnen und verwies Blue System, Sandra, Juliane Werding und andere auf die Plätze. Der Song war die erste Veröffentlichung aus dem Album Radio Bavaria, welches erneut Goldstatus erreichen konnte. Mit Koana war so wie du und Vasolidor gewann sie das Zuschauer-Voting in der ZDF-Hitparade.

1989 erschien die erste Kompilation und wurde ein großer Erfolg. Mein Hitalbum schaffte es in Deutschland und in der Schweiz in die Top Ten.

Obwohl Nicki ihrem Produzenten Harald Steinhauer auch in den 1990er Jahren vorerst treu blieb, wurde Nickis Stil nunmehr etwas poppiger. Im April 1990 erreichte sie mit Wie a Traum Platz 25 der deutschen Singlecharts und konnte die ZDF-Hitparade sogar zwei Mal in Folge gewinnen. Auch die folgenden Single-Auskopplungen aus dem Album Immer mehr schafften es in die Charts: Wenn du bei mir bist, Doch die Zeit bleibt stehn und Hals über Kopf.

1992 eroberte Nicki die Charts gleich mit drei Liedern: Du bist in meiner Macht, Des geht vorbei und Grenzenlos ist uns're Liebe aus dem Album Grenzenlos. 1993 folgte mit Was wärst du ohne mi die erste Single aus dem Album Tausend Fragen.

Mitte der 1990er Jahre ließen die Erfolge der Niederbayerin nach. Nicki entwickelte sich mehr Richtung Countrymusik und Songs wie Immer nur bei dir oder Schau mi net so an konnten sich nicht in den Charts platzieren und auch die Alben Ois Easy und Herzsprünge floppten.

1996 gab sie ihr Debüt als Moderatorin in der Show Das große Wunschkonzert. Im Jahr 1999 engagierte sich Nicki als Schirmherrin für die deutsche Kinderkrebsstiftung.

Danach wurde es etwas ruhiger um Nicki. Sie zog sich aus dem Showgeschäft zurück und widmete sich dem Familienleben. Im September 2006 hatte sie ein Comeback mit ihrem neuen Album: I gib wieder Gas. Darauf enthalten ist unter anderem eine Coverversion des deutschen ESC-Beitrages No No Never von Texas Lightning in bairischer Mundart mit dem Titel Nie im Leben.

Im Dezember 2006 beendete sie ihr Comeback aus gesundheitlichen Gründen. Alle Termine, darunter eine für 2007 geplante Tournee, wurden abgesagt.

2008 hatte Nicki ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum und kündigte an, nun doch wieder im Musikgeschäft arbeiten zu wollen. Am 1. Juni 2008 wurde ihr im Rahmen des Bayrischen Königinnentages in Lalling der ARGE-Medienpreis 2008 verliehen. Sie erhielt den Preis für ihr musikalisches Schaffen und ihr soziales Engagement. Den mit 2.000 Euro dotierten Preis spendete Nicki an den schwerstbehinderten fünfjährigen Niko, der dringend einen Lift benötigte. Für Niko organisierte Nicki gemeinsam mit der Band El Matadors am 14. September 2008 ein Benefizkonzert in Deggendorf.[1]

2013 feierte die Sängerin ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum und gab zu diesem Anlass in Plattling zwei Jubiläumskonzerte.[2] Im November 2013 wurde sie mit einem Smago-Award ausgezeichnet.[3]

Am 13. September 2015 übernahm Nicki auf Sat.1 Gold in der Sendung Goldschlager – Die Hits der Stars die Außenmoderation. Die Dreharbeiten dazu fanden am 6. August auf der Festung Marienberg, im Hofgarten der Residenz und in den Weinbergen in Würzburg statt.

Patrick Lindner und Nicki veröffentlichten am 5. Januar 2018 ihr Duett Baby Voulez Vous.[4]

Nach zwei erfolglosen Alben feierte Nicki Ende 2018 ein kleines Comeback mit dem Album Herzhoamat, welches sich zumindest eine Woche in den Charts halten konnte. Von dem durch Stars wie Helene Fischer ausgelösten Schlagerboom konnte sie allerdings wenig profitieren und nach wie vor nicht an alte Erfolge anknüpfen.

Im Jahr 2021 veröffentlichte die bayerische Band DeSchoWieda zusammen mit Nicki und Fleischi eine Coverversionen zu Wenn i mit dir tanz.

PrivatlebenBearbeiten

Nicki lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Töchtern (* ca. 2001 und 2003) in Plattling. Während der ARD-Sendung Das Sommerfest am See mit Florian Silbereisen am 31. Mai 2014 wurde bekannt, dass Nicki ihren Lebensgefährten zwei Jahre zuvor, am 3. Dezember 2011, geheiratet hatte.

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
1985 Servus, Nicki DE
 
Gold
DE
AT18
 
Platin

(14 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 18. Mai 1985
Verkäufe: + 300.000
Weihnachten mit Nicki
Erstveröffentlichung: 1985
1986 Ganz oder gar net DE16
 
Platin

(47 Wo.)DE
AT8
 
Gold

(14 Wo.)AT
CH17
 
Gold
[6]
(7 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 28. April 1986
Verkäufe: + 550.000
1987 Kleine Wunder DE4
 
Gold

(24 Wo.)DE
AT14
(6 Wo.)AT
CH5
 
Platin

(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 20. Juli 1987
Verkäufe: + 300.000
1988 Radio Bavaria DE28
 
Gold

(14 Wo.)DE
CH16
 
Gold

(9 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. November 1988
Verkäufe: + 275.000
1990 Immer mehr DE22
(23 Wo.)DE
CH17
 
Gold

(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 14. Mai 1990
Verkäufe: + 25.000
1992 Grenzenlos DE56
(5 Wo.)DE
CH30
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 12. April 1992
1993 Tausend Fragen AT37
(1 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 30. August 1993
1995 Ois Easy – 10 neue Country Songs DE73
(7 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 11. April 1995
1996 Herzsprünge AT46
(2 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 20. September 1996
1999 Zurück zu mir AT45
(1 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 1. März 1999
2006 I gib wieder Gas DE87
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. September 2006
2009 Passt scho!
Erstveröffentlichung: 16. September 2009
2011 So wie i
Erstveröffentlichung: 8. April 2011
2018 Herzhoamat DE76
(1 Wo.)DE
AT69
(1 Wo.)AT
CH87
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 2018

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsche-Koeniginnen.de: Medienpreis und Bayer. Königinnentag
  2. tz.de: Schlagerstar Nicki mit 30-jährigem Jubiläum, abgerufen am 16. September 2013
  3. Smago-Awards zeichnen Dieter Thomas Heck und Nicki aus
  4. Patrick Lindner & Nicki: „Baby Voulez-Vous“ – VÖ 05.01.2018. salzkammergutradio.at, 7. Januar 2018; abgerufen am 18. Mai 2018.
  5. Chartquellen: DE AT CH
  6. Verkaufszahlen für Ganz oder gar net in der Schweiz (PDF-Datei, S. 46)
  7. Süddeutsche Zeitung: Markus Söder verleiht 50 Menschen den Bayerischen Verdienstorden. Abgerufen am 14. März 2022.