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Museum Ludwig

Museum der Stadt Köln für die Kunst des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts

Das Museum Ludwig ist das Museum der Stadt Köln für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und zählt heute zu den bedeutendsten Kunstmuseen Europas. Das unmittelbar südöstlich des Kölner Doms und des Hauptbahnhofs auf der Domplatte gelegene Museum beherbergt neben der größten Pop-Art-Sammlung Europas die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt, eine der wichtigsten Sammlungen zum deutschen Expressionismus, Schlüsselwerke der russischen Avantgarde und eine Sammlung zur Geschichte der Fotografie[1] mit ca. 70.000 Werken[2]. Das Museum verfügt über eine Ausstellungsfläche von rund 8.000 m². Im selben Gebäude befindet sich zudem die Kölner Philharmonie und die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln.

Museum Ludwig
Museum Ludwig Köln - Südeingang - Schriftzug.jpg
Museum Ludwig (2006)
Daten
Ort Köln
Art Kunst
Architekt Busmann + Haberer
Eröffnung 1976
Leitung Yilmaz Dziewior
Website museum ludwig
ISIL DE-MUS-202211

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Ausgangspunkt für ein Kölner Museum der Gegenwartskunst war die Expressionismus-Sammlung des Kölner Bürgers Josef Haubrich. Diese wurde in das Wallraf-Richartz-Museum integriert und mit der Zeit um weitere Werke der Kunst des 20. Jahrhunderts erweitert. Als das Sammler-Ehepaar Peter und Irene Ludwig der Stadt Köln rund 350 Werke überwiegend der Pop-Art schenkte, kam es 1976 zur Gründung des Museum Ludwig. Dieses blieb weiterhin in den alten Räumen, in denen heute das Museum für Angewandte Kunst untergebracht ist. Weitere Schenkungen des Ehepaares Ludwig betrafen eine umfangreiche Sammlung von Werken der Russischen Avantgarde und schließlich mehrere hundert Werke von Pablo Picasso, die ursprünglich als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt wurden.

Die Stifter dieser Museumsbestände, das Sammler-Ehepaar Ludwig, nahmen nachhaltig Einfluss auf die weitere Entwicklung „ihres“ Museums. Unter anderem durch ihr Engagement wurde ein Neubau für das Wallraf-Richartz Museum, das Museum Ludwig und die fotografische Sammlung, das Agfa-Photo-Historama, errichtet, der auch einen neuen Konzertsaal beinhalten sollte.

Am 6. September 1986 wurde der von den Kölner Architekten Busmann + Haberer entworfene Neubau eröffnet, nachdem zuvor Lichtführung und Materialien an der Simultanhalle, einem eigens dafür errichteten Testbau, entwickelt und erprobt worden waren. Die Simultanhalle ist seit 1983 selbst Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Seitdem hat sich die Simultanhalle zu einer wichtigen Institution des kulturellen Lebens der Stadt Köln entwickelt.

Angesichts der in Aussicht gestellten Schenkung der umfangreichen Picasso-Sammlung von Irene Ludwig entschloss sich die Stadt, das Museumsgebäude ausschließlich der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zu widmen. Der Neubau für das Wallraf-Richartz-Museum wurde 2001 fertiggestellt, sodass dieses nun über ein eigenes Haus verfügt. An der Architektur des Bauwerks wurde wenig verändert. Lediglich die Eingangsbereiche und das Foyer wurden 2004/2005 umgestaltet.

Vom 18. bis 20. Juni 1999 fand das 25. Gipfeltreffen der Regierungschefs der Gruppe der Acht (G8-Gipfel) im Museum Ludwig statt.[3] Im selben Jahr malte Steve Keene öffentlich im Museum.

Im Dezember 2008 erhielt das Museum die Schenkung des Kölner Sammlers Ulrich Reininghaus mit allen Editionen von Sigmar Polke. Damit besitzt das Museum die größte Sammlung der Editionen europaweit. 2010 konnte das Museum mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen das Gemälde Braune Figuren im Café des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner (entstanden 1928/1929) erwerben. Dieses ergänzt somit die Kirchner-Sammlung aus der Berliner und frühen Davoser Zeit des Malers (etwa Fünf Frauen auf der Straße, 1913, oder Eine Künstlergemeinschaft, 1925 bis 1926).

LeitungBearbeiten

Seit Februar 2015 leitet der promovierte Kunsthistoriker Yilmaz Dziewior das Museum Ludwig, nachdem er im Mai 2014 zum neuen Direktor berufen wurde.[4][5] Stellvertreterin von Yilmaz Dziewior ist seit September 2016 die Kunsthistorikerin Rita Kersting, vormals Leiterin für Zeitgenössische Kunst am Israel-Museum in Jerusalem.[6]

Von November 2012 bis Februar 2014 war Philipp Kaiser Direktor des Museum Ludwig. [7] Am 4. Dezember 2013 gab Kaiser bekannt, dass er im Februar 2014 sein Amt aufgrund seiner privaten familiären Situation aufgeben werde.[8] Anschließend übernahm ab März 2014 die damalige stellvertretende Direktorin des Museums, Katia Baudin, kommissarisch die Leitung.[9]

In den Jahren 2002 bis 2012 leitete Kaspar König das Museum Ludwig, der heute eine Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main innehält und bedeutende Ausstellungen wie Westkunst und die Skulptur.Projekte in Münster auf den Weg brachte.[10]

Weitere Direktoren des Museum Ludwig waren: Jochen Poetter (1997 – 2000), Marc Scheps (1991 – 1997), Siegfried Gohr (1984 – 1991) und Karl Ruhrberg (1978 – 1984).

SammlungenBearbeiten

Die Sammlung des Museums Ludwig umfasst einen hochrangigen Querschnitt von der Klassischen Moderne bis zur aktuellen Kunstproduktion. Schwerpunkte bilden die umfangreichste Sammlung amerikanischer Pop Art Europas (u. a. Schlüsselwerke von Robert Indiana, Jasper Johns, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg und James Rosenquist), eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen von Werken der Russischen Avantgarde der Jahre 1905–1935[11], die Malerei des deutschen Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit (die „Sammlung Haubrich“) sowie die weltweit drittgrößte Kollektion mit Arbeiten von Pablo Picasso aus allen Schaffensphasen.

Neben diesen Schwerpunkten bietet die Sammlung des Museum Ludwig einen Überblick über die wichtigsten Kunstströmungen und Medien des 20. Jahrhunderts. Sie umfasst Werke des abstrakten Expressionismus von Mark Rothko, Frank Stella und Jackson Pollock, Arbeiten von Minimal- und Konzeptkünstlern wie Carl Andre, Eva Hesse, Donald Judd, europäische Tendenzen der 1950er- und 1960er-Jahre wie von Jean Dubuffet, Lucio Fontana, Hans Hartung, Pierre Soulages, Wols sowie Film- und Videokunst, Installationen und performative Arbeiten der letzten Jahrzehnte. Auch die Kunstgeschichte des Rheinlands ist mit kapitalen Werken von Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Rosemarie Trockel vertreten. Zudem sind mit Künstlern wie Max Beckmann, Salvador Dalí, Marcel Duchamp und Max Ernst auch zahlreiche Werke aus den Kunstströmungen Dada und Surrealismus Teil der Sammlung.

Das Museum Ludwig beherbergt mit rund 70.000 Werken eine umfangreiche Sammlung zur Fotografie von den Anfängen bis in die Gegenwart. Dazu zählen frühe Daguerreotypien, bedeutende künstlerische Fotografien vom 19. bis ins 21. Jahrhundert, Alben und Mappenwerke, aber auch umfangreiche Materialien zur Kulturgeschichte des Mediums.

Weniger bekannt, aber dennoch für das Profil des Museum Ludwig wichtig, sind die Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Afrika, Asien und Lateinamerika wie Georges Adéagbo, Xu Bing, Teresa Burga, Cai Guo-Qiang, Kcho, Bodys Isek Kingelez und Haegue Yang. Diese globale Ausrichtung der Sammlung wird laut Aussage des Museum Ludwig in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen.[12]

Der Bereich zeitgenössische Kunst erstreckt sich bis in die Gegenwart und wurde zuletzt durch Werke von Trisha Donnelly, Anne Imhof, Avery Singer, Heimo Zobernig erweitert. Trotz des geringen Ankaufetats (Stand 2017) erwirbt das Museum regelmäßig zeitgenössische Kunstwerke. Mehrfach im Jahr werden Ausstellungen mit überregionaler Resonanz zu wichtigen kunsthistorischen Themen und Künstlern (insbesondere der Gegenwart) ausgerichtet.

Sonderausstellungen (ab 6/2009)Bearbeiten

  • Russische Avantgarde (Projektreihe), 26. Juni 2009 – 20. Februar 2011:
    • Teil 1 (Mai 2009 – Dezember 2009) Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack. Der Kubofuturismus und der Aufbruch der Moderne in Russland.
    • Teil 2 (5. Februar 2010 – 20. Februar 2011) Kasimir Malewitsch und der Suprematismus in der Sammlung Ludwig.
  • Maria Lessing: Im Möglichkeitsspiegel. Aquarelle und Zeichnungen von 1947 bis heute, Sommer 2009.
  • Lucy McKenzie, Sommer 2009.
  • Erik van Lieshout: Im Netz, Sommer 2009 (im Rahmen der „Edition Bewegte Bilder“; eine Kooperation mit der Sammlung Rheingold).
  • Jonathan Horowitz: Apocalypto Now, Sommer 2009 (im Rahmen der „Edition Bewegte Bilder“; eine Kooperation mit der Sammlung Rheingold).
  • Christopher Wool: Porto-Köln, April – Juli 2009.
  • Sigmar Polke: Die Editionen, Juli – September 2009.
  • Isa Genzken: Sesam, öffne Dich! Open, Sesame!, August – November 2009.
  • Kutluğ Ataman: Videogruppenporträts Küba (2004) und Paradise (2007), September 2009 – 17. Januar 2010.
  • Angelika Hoerle: Komet der Kölner Avantgarde, September 2009 – 17. Januar 2010.
  • Leni Hoffmann: leni hoffmann. RGB, September 2009 – 28. März 2010.
  • Harun Farocki, Oktober 2009 – 7. März 2010.
  • Politische Bilder. Die Sammlung Daniela Mrázkowá. Sowjetische Fotografien 1918–1941, 23. Oktober 2009 – 31. Januar 2010.
  • Franz West, 12. Dezember 2009 – 14. März 2010 (erste Retrospektive des Künstlers in Europa).
  • Ausstellungsreihe Gesehen & geliebt, 20. April – 7. November 2010: # 1: Weitreichende Freundschaften: East 9th Street, Manhattan, 1982–1985 Curtis Anderson, Ricky Clifton, Kurt Hoffman präsentiert von Rosemarie Trockel, 20. Juni bis 16. Mai 2010; # 2 Pots & Paper (Kölner Privatsammlung), 1. – 30. Juni 2010; # 4 Besser leben mit...Aus jungen Sammlungen, 31. August bis 26. September 2010; # 5 Privatsammlung Kasper König, 11. Oktober bis 7. November 2010.
  • Wade Guyton, 23. April – 22. August 2010.
  • Jochen Lempert, 23. April – 13. Juni 2010.
  • Bilder in Bewegung. Künstler & Video/Film, 29. Mai – 31. Oktober 2010.
  • Fotografien des 19. Jahrhunderts aus Japan und China. Meisterwerke aus der Fotografischen Sammlung. Die neue Galerie für die Fotografie, 11. Juni 2010 – 9. Januar 2011.
  • Roy Lichtenstein. Kunst als Motiv, 2. Juli – 3. Oktober 2010 (von Januar bis Mai 2010 in Mailand in der Triennale di Milano unter dem Titel Roy Lichtenstein: Meditations on Art).
  • A. R. Penck: Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft, 17. August 2010 – 20. März 2011.
  • Remembering forward, 20. November 2010 – 20. März 2011.
  • Art Spiegelman. Co-Mix. Eine Retrospektive von Comics, Zeichnungen und übrigem Gekritzel, 22. September 2012 – 6. Januar 2013.
  • David Hockney. A Bigger Picture, 27. Oktober 2012 – 3. Februar 2013.
  • Andreas Fischer. Maschinen. Your Time Is My Rolex, 1. Dezember 2012 – 17. März 2013.
  • Saul Steinberg: The Americans, 23. März – 23. Juni 2013.
  • Phil Collins, 18. April – 21. Juli 2013.
  • Wolfgang-Hahn-Preis 2013: Andrea Fraser, 21. April – 21. Juli 2013.
  • Kathryn Andrews. Special Meat Occasional Drink, 25. Mai – 25. August 2013.
  • Jo Baer, 25. Mai – 25. August 2013.
  • Louise Lawler. Adjusted, 11. Oktober 2013 – 26. Januar 2014.
  • Not yet titled. Neu und für immer im Museum Ludwig, 11. Oktober 2013 – 26. Januar 2014.
  • Oscar Tuazon. Alone in an empty room, 15. Februar – 13. Juli 2014 (KuratorInnen Philipp Kaiser und Anna Brohm).
  • Pierre Huyghe, 11. April – 13. Juli 2014 (Kuratorin Katia Baudin).
  • Wolfgang-Hahn-Preis 2014: Kerry James Marshall.
  • Unbeugsam und ungebändigt. Dokumentarische Fotografie um 1979, 28. Juni – 5. Oktober 2014 (Kuratorin Barbara Engelbach).
  • Das Museum der Fotografie: Eine Revision, 28. Juni – 16. November 2014 (Kuratorin Miriam Halwani).
  • Andrea Büttner. 2, 5. September 2014 – 15. März 2015 (Kuratorin Julia Friedrich).
  • LUDWIG GOES POP, 2. Oktober 2014 – 11. Januar 2015 (KuratorInnen Stephan Diederich und Luise Pilz).[13]
  • Ken Okiishi. Screen Presence, 21. Oktober 2014 – 1. Februar 2015 (Kuratorin Stephanie Seidel).
  • Alibis: Sigmar Polke. Retrospektive, 14. März – 5. Juli 2015 (Kuratorin Barbara Engelbach).
  • Wolfgang-Hahn-Preis 2015: Michael Krebber und R.H. Quaytman, 15. April – 30. August 2015
  • Bernard Schultze. Zum 100. Geburtstag, 30. Mai – 22. November 2015 (Kurator Stephan Diederich).
  • Danh Võ Ydob eht ni mraw si ti, 1. August – 25. Oktober 2015 (Kurator Yilmaz Dziewior).
  • Joan Mitchell. Retrospective. Her Life and Paintings, 14. November 2015 – 21. Februar 2016 (Kurator Yilmaz Dziewior).
  • innerhalb der Ausstellungsreihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig: Heimo Zobernig, 20. Februar bis 22. Mai 2016 (Kurator Yilmaz Dziewior).
  • Fernand Léger. Malerei im Raum, 9. April bis 3. Juli 2016 (Kuratorin Katia Baudin).
  • Wolfgang-Hahn-Preis 2016: Huang Yong Ping, 13. April bis 28. August 2016.
  • Wir nennen es Ludwig. Das Museum wird 40!, 27. August 2016 – 8. Januar 2017 (KuratorInnen: Yilmaz Dziewior, Barbara Engelbach, Stephan Diederich, Miriam Halwani, Julia Friedrich, Leonie Radine, Anna Czerlitzki).
  • Master of Beauty. Karl Schenkers mondäne Bildwelten, 10. September 2016 – 8. Januar 2017 (Kuratorin Miriam Halwani).
  • HIER UND JETZT im Museum Ludwig: Hausbesuch, 5. – 27. November 2016 (Kuratorin Leonie Radine).
  • Gerhard Richter. Neue Bilder, 9. Februar – 2. Mai 2017 (Kuratorin Rita Kersting).
  • Otto Freundlich. Kosmischer Kommunismus, 18. Februar – 14. Mai 2017 (Kuratorin Julia Friedrich).
  • Henri Cartier-Bresson und Heinz Held. Menschen mit Bildern, 24. März – 20. August 2017 (Kuratorin Miriam Halwani).
  • Trisha Donnelly: Wolfgang-Hahn-Preis 2017, 25. April – 30. Juli 2017.
  • HIER UND JETZT im Museum Ludwig (3): Reena Spaulings. HER AND NO, 3. Juni – 27. August 2017 (Kuratorin Anna Czerlitzki).
  • Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre, 24. Juni – 24. September 2017 (Kuratorin Barbara Engelbach).
  • Die humane Kamera. Heinrich Böll und die Fotografie, 1. September 2017 – 7. Januar 2018 (Kuratorin Miriam Halwani).
  • Werner Mantz. Architekturen und Menschen, 14. Oktober 2017 – 21. Januar 2018 (Kuratorin Miriam Halwani), in Kooperation mit dem Nederlands Fotomuseum, Rotterdam.
  • James Rosenquist. Painting as Immersion oder das Eintauchen ins Bild, 18. November 2017 – 4. März 2018 (Kuratoren Stephan Diederich und Yilmaz Dziewior).

Fördervereine, Kuratorium des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig und Wolfgang-Hahn-PreisBearbeiten

Das renommierte Kunstmuseum wird von zwei Fördervereinen unterstützt: dem Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln e.V. und dem Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und Museum Ludwig e.V.

Die Vereine unterstützen das Museum auf vielfältige Weise: bei der Realisation und Ausgestaltung von Ausstellungen und deren Rahmenprogramm, bei der Förderungen von Publikationen, bei Ankäufen neuer Kunstwerke für das Museum Ludwig und bei der Vereinigung von Kunstinteressierten und Museum. Im Jahr 2013 fusionierte das Kuratorium des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig mit den Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und Museum Ludwig e.V.. Seither sind auch Projekte wie Ankäufe und Ausstellungsfinanzierungen Teil des Programms.

Wolfgang-Hahn-PreisBearbeiten

Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig verleiht seit 1994 jährlich den Wolfgang-Hahn-Preis an außergewöhnliche zeitgenössische KünstlerInnen. Der mit bis zu 100.000 € dotierte Preis zählt zu den wichtigsten Ankaufspreisen in Europa. Das Preisgeld fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe des ausgezeichneten Künstlers bzw. der Künstlerin zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig. Die PreisträgerInnen werden außerdem mit einer Ausstellung im Museum sowie der Herausgabe einer begleitenden Publikation gewürdigt. Bisherige PreisträgerInnen waren u.a. Trisha Donnelly (2017), Michael Krebber und R. H. Quaytman (2015), Andrea Fraser (2013), Mike Kelley (2006), Cindy Sherman (1997) und James Lee Byars (1994)[14]

Die Jury des Wolfgang-Hahn-Preises wird gebildet aus Yilmaz Dziewior, dem Vorstand der Gesellschaft (Mayen Beckmann, Gabriele Bierbaum, Jörg Engels, Robert Müller-Grünow, Sabine DuMont Schütte) sowie einer Gastjurorin bzw. einem Gastjuror.

Schultze ProjectsBearbeiten

Das Museum Ludwig beherbergt einen Großteil des künstlerischen Nachlasses von Ursula und Bernard Schultze. Im September 2017 ruft das Museum Ludwig die Projektreihe Schultze Projects ins Leben. In Gedenken an das Künstlerehepaar, das seit 1968 in Köln gelebt und gearbeitet hat, soll im Zweijahresrhythmus eine Künstlerin oder ein Künstler eingeladen werden, ein Werk für die markante Stirnwand im Treppenhaus des Museums anzufertigen. Das groß angelegte Werkformat als ein zentraler Aspekt im reifen Schaffen von Bernard Schultze stellt einen substanziellen Bezugspunkt zu den geplanten künstlerischen Positionen der Schultze Projects dar. Der erste Künstler der Projektreihe ist Wade Guyton.[15]

AuszeichnungenBearbeiten

FilmeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Anna Brohm, Valeska Schneider (Hrsg.): Ein Wunsch bleibt immer übrig. 12 Jahre Museum Ludwig. Eine Auswahl. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2012, ISBN 978-3-86335-248-6 (erschienen anlässlich des Abschieds von Kasper König als Direktor des Museum Ludwig)
  • Stephan Diederich und Luise Pilz (Hrsg.): LUDWIG GOES POP (Ausstellungskatalog deutsch/englisch 2014/15 KÖLN, MUSEUM LUDWIG / WIEN, MUSEUM MODERNER KUNST STIFTUNG LUDWIG), Buchhandlung Walther König, Köln 2014.
  • Birgit Kilp: Josef Haubrich. Ein Anwalt der Kunst, Wienand, Köln 2016, ISBN 978-3-86832-223-1.
  • Martin Oehlen: Museen in Köln. DuMont Köln, 2004, ISBN 3-8321-7412-5

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Museum Ludwig: Museum Ludwig Pressemitteilung. Museum Ludwig, 1. Juli 2017, abgerufen am 31. Juli 2017 (PDF).
  2. Museum Ludwig: Sammlung Fotografie – Museum Ludwig, Köln. Abgerufen am 31. Juli 2017.
  3. Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Japan Summit Meetings in the Past.
  4. Stadt Köln Pressemitteilung vom 13. Mai 2014: Museum Ludwig sieht spannender Weiterentwicklung entgegen, von Stefan Palm, abgerufen am 13. Mai 2014
  5. Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) Kultur vom 13. Mai 2014: Yilmaz Dziewor aus Bonn: Das ist der Neue fürs Museum Ludwig, von Michael Kohler, abgerufen am 14. Mai 2014
  6. WDR Kulturnachrichten vom 17. August 2016: Stellvertretende Direktorin am Museum Ludwig Köln ernannt, abgerufen am 17. August 2016
  7. Stefan Palm: Hauptausschuss fällt wichtige Personalentscheidungen. Abschluss der Verträge für Chefs von Museum Ludwig und Schauspiel beschlossen. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 8. November 2011, abgerufen am 8. November 2011.
  8. Kölner Stadt-Anzeiger Kultur vom 4. Dezember 2013: Direktor Kaiser verlässt Museum Ludwig (ksta), abgerufen am 4. Dezember 2013
  9. Focus online Regional Köln Kunst vom 5. Februar 2014: Katia Baudin kommissarische Leiterin des Museums Ludwig, abgerufen am 5. Februar 2014
  10. Die Welt vom 10. Juni 2007: Christine Litz, Carina Plath und Brigitte Franzen leiten mit Kasper König die Skulptur Projekte Münster
  11. Museum Ludwig: Museum Ludwig: Pressemitteilung zur Sammlung. http://www.museum-ludwig.de/fileadmin/content/07_Presse/ML_PM_Allgemein_2017.pdf, 1. Juli 2017, abgerufen am 1. August 2017 (PDF).
  12. Museum Ludwig: Museum Ludwig: Pressemitteilung zur Sammlung. Museum Ludwig, 1. Juli 2017, abgerufen am 1. August 2017 (PDF).
  13. Alles außer Osten in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 2. November 2014, Seite 36
  14. Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln e.V.: Wolfgang-Hahn-Preis. Abgerufen am 24. August 2017.
  15. Museum Ludwig: Schultze Projects. Abgerufen am 18. September 2017 (deutsch, englisch).
  16. art Das Kunstmagazin vom 2. Dezember 2014: Marta Herford ist Museum des Jahres (dpa), abgerufen am 4. Dezember 2014

Koordinaten: 50° 56′ 27″ N, 6° 57′ 37″ O