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Michaela Schaffrath

deutsche Schauspielerin und Pornodarstellerin
Michaela Schaffrath, 2014
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Porno Star
  AT 30 16.01.2000 (6 Wo.)

Michaela Schaffrath (* 6. Dezember 1970 in Eschweiler als Michaela Jänke) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde 1999 als Pornodarstellerin unter dem Pseudonym Gina Wild bekannt. Seit ihrem Rückzug 2000 aus der Pornobranche nahm sie Rollen im Film und am Theater sowie als Synchronsprecherin an.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Michaela Schaffrath wuchs im Eschweiler Stadtteil Pumpe-Stich auf. Nach dem Realschulabschluss an der Städtischen Gesamtschule Eschweiler (Waldschule) absolvierte sie von 1988 bis 1991 eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester am Bethlehem-Gesundheitszentrum im benachbarten Stolberg. In diesem Beruf arbeitete sie anschließend vier Jahre in Stolberg und nach einem Umzug nach Frankfurt am Main drei Jahre auf der neuropädiatrischen Station im dortigen Clementine Kinderhospital.[2] Mit ihrem Ehemann besuchte sie Swingerclubs.[3] Nebenbei begann sie, als Hostess auf Erotikmessen zu arbeiten.

Ihr Einstieg in die Pornobranche erfolgte 1997 auf der Erotikmesse Venus, wo sie der Darsteller Rocco Siffredi in der Branche bekannt machte. Ein erster Vertrag mit dem Produzenten Hans Moser führte sie und ihren Lebensgefährten nach Mallorca. Aufgrund persönlicher Konflikte und vertraglicher Diskrepanzen endete die Zusammenarbeit nach wenigen Wochen mit einem finanziellen Fiasko für Schaffrath. Nach der Rückkehr nach Deutschland hatte sie mit der Produktionsfirma Videorama Erfolg. Im Rahmen einer Kampagne der Sexkontakt-Zeitschrift Happy Weekend und ersten Produktionen mit Harry S. Morgan wurde sie schnell zu einem Pornostar. 1999 erhielt sie als Beste Newcomerin und 2000 als Beste Darstellerin den Venus Award. Im Dezember 2000 zog sie sich aus der Pornobranche zurück. Von den Pornofilmen in denen sie mitwirkte, gab es in den nächsten Jahren zahlreiche Neuauflagen und Neu-Zusammenschnitte. Bis 2017 wurden geschätzte 800.000 Bildträger von Filmen mit Gina Wild verkauft. Dieser Verkaufserfolg ist für Deutschland einzigartig.[4]

Seit dem Ausstieg aus der Pornobranche arbeitet sie als Schauspielerin. Im Jahr 2000 spielte sie als Nebendarstellerin an der Seite von Dieter Pfaff, Uwe Ochsenknecht und Ingo Naujoks in der Krimikomödie Der tote Taucher im Wald mit. Außerdem hatte sie Kurzauftritte in dem Kino-Kurzfilm Déjà vu (2001) und der Comic-Verfilmung Nick Knatterton – Der Film (2002) sowie Fernsehrollen in Edel & Starck, Im Namen des Gesetzes, Alles Atze, Die Wache, SK Kölsch, Wolffs Revier, Bernds Hexe und in dem Fernsehfilm Geliebte Diebin (2001). In dem Musikvideo des Liedes Warum werde ich nicht satt? der Toten Hosen spielte sie neben deren Frontmann Campino die Hauptrolle (Regie: Wim Wenders).

 
Michaela Schaffrath, 2003

Im Oktober 2002 trat sie beim RTL Promiboxen gegen Doro Pesch an und gewann. 2001 erschien ihre Autobiografie Ich, Gina Wild; Anfang Oktober 2003 folgte ein gleichnamiges Hörbuch. Im Dezember 2005 wurde sie nach 15 Jahren von ihrem Ehemann Axel Schaffrath geschieden. Im Frühjahr 2008 wirkte sie bei der dritten Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! mit und wurde Zweite. Im Programm von Comedy Central moderierte sie die Sendung Der Comedy Sketch-Mix. In der Prominenten-Spezial-Ausgabe von Wer wird Millionär? am 30. Mai 2008 gewann sie 125.000 Euro, die sie je zur Hälfte für ein Kinderkrankenhaus und zugunsten eines Fördervereins krebskranker Kinder in Köln spendete. Sie war bei Hitradio RTL auch als Promireporterin tätig.

2011 distanzierte sich Schaffrath von ihrer Zeit als Pornodarstellerin. „Ich wäre mit meinem heutigen Wissen damals nicht in die Pornobranche gegangen.“ sagte sie in der Talkshow von Markus Lanz. Sie zählt jedoch auch heute noch, lange nach ihrem Rückzug, zu den bekanntesten deutschen Pornodarstellerinnen. Allerdings habe sie keinerlei Vermarktungsrechte an ihren Aufnahmen und verdiene deshalb heute auch kein Geld mehr mit ihren Filmen.[5]

Sie arbeitet seit 2010 vorwiegend als Schauspielerin an Theatern.[6] 2012 wurde sie Schirmherrin der „Deutsche Selbsthilfe angeborener Immundefekte“ (dsai).[7] Zudem ist sie Botschafterin der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei und engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen den Blutkrebs.[8] 2009 heiratete sie den PR-Berater Michael Wanhoff; im Juni 2013 gab ihr Management die Trennung bekannt.[9]

AuszeichnungenBearbeiten

FilmografieBearbeiten

Als Gina WildBearbeiten

  • 1999:
    • Maximum Perversum – Junge Fotzen, hart gedehnt
    • Joker 1: Die Sperma-Klinik (Xmania 4)
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 2 – Ich will kommen
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 3 – Orgasmus pur
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 4 – Durchgefickt
  • 2000:
    • The very Best of Gina Wild
    • Teeny Exzesse 59: Kerle, Fötzchen, Sensationen. Jahrmarkt der Perversen
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 5 – Ich will euch alle
  • 2001:
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 6 – Im Rausch des Orgasmus
    • Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 7 – In der Hitze der Nacht
    • Gina Wild – 150 Minuten Special
    • Gina Wild – 150 Minuten Special 2

Als Michaela SchaffrathBearbeiten

  • 2007:
    • Ahornallee, als Anke Dauner (RTL)
    • Länge ist nicht alles!
    • Michaela Schaffrath – Yoga & Pilates

TheaterrollenBearbeiten

  • 2010:
    • Cecilia in Zärtliche Machos, Theater am Dom Köln

SynchronsprecherinBearbeiten

  • 2017:
    • Designated Survivor, Serie
    • Little Witch Academia, Serie
    • Wonderview, Serie
    • Die Zeugen, Serie (Frankreich)

WerkeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Chartquellen: AT
  2. Michaela Schaffrath. In: schauspielervideos.de. Abgerufen am 1. März 2017.
  3. Philip Siegel: Drei Zimmer, Küche, Porno. Campus Verlag, Frankfurt 2017, ISBN 978-3-593-50584-8, S. 37
  4. Philip Siegel: Drei Zimmer, Küche, Porno. Campus Verlag, Frankfurt 2017, S. 65 ff.
  5. ZDF: Markus Lanz, 23. Februar 2011.
  6. Michaela Schaffrath verzaubert die Münchner Schickeria Focus vom 19. Juli 2012, abgerufen am 7. Dezember 2014
  7. Michaela Schaffrath wird dsai-Schirmherrin. Auf: dsai.de, abgerufen am 10. November 2013.
  8. Hilfe für Anthony und andere Patienten. (derwesten.de [abgerufen am 16. Oktober 2018]).
  9. Promiflash.de: Michaela Schaffrath: Trennung nach 4 Jahren Ehe, 12. Juni 2013.
  10. Verbotene Liebe > News > | Deutsche-Dailys.de. Abgerufen am 16. Oktober 2018.
  11. http://www.18uhr40.de/textvorschau/tvorschau.cgi