Matthias Habich

deutscher Schauspieler

Matthias Habich (* 12. Januar 1940 in Danzig) ist ein deutscher Schauspieler.

Matthias Habich, 2018

LebenBearbeiten

Habich wuchs in Hamburg-Harburg auf und besuchte nach dem Abitur am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium von 1961 bis 1964 die Staatliche Hochschule für Musik und Drama bei Eduard Marks. Er studierte 1964 ein Semester lang am Conservatoire de Paris[1] und nahm Schauspielunterricht bei Lee Strasberg in den USA. Danach spielte er an den Wuppertaler Bühnen, am Theater Basel, am Schauspielhaus Zürich (1967), an den Münchner Kammerspielen (1970/71), an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin (1971 bis 1976, später als Gast) und an der Freien Volksbühne Berlin, ab 1977 dann erneut am Schauspielhaus Zürich. 1983/84 war er am Burgtheater engagiert.

Sein erster großer Erfolg vor der Kamera war 1973 die Hauptrolle im Fernseh-Sechsteiler Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck unter der Regie von Fritz Umgelter. Danach folgten mit Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski und Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus gleich zwei Vierteiler unter dem gleichen Regisseur mit ihm (beide ausgestrahlt 1975). Spätestens jetzt war er einem breiten Fernsehpublikum in Deutschland bekannt. Sein Kinodebüt gab Habich 1976 als eiskalter preußischer Offizier in Der Fangschuß. Es folgten Rollen in Kinofilmen.

Nach zahlreichen Rollen in Theater und Fernsehen spielte er sich 1999 mit der Hauptrolle in der TV-Serie Klemperer – Ein Leben in Deutschland endgültig in die erste Liga der deutschen Charakterdarsteller. 2001 erhielt er den Deutschen Filmpreis für seine Leistung in Caroline Links vielfach preisgekröntem Drama Nirgendwo in Afrika. Im Kino war er 2009 neben der internationalen Produktion Der Vorleser, an der Seite von Kate Winslet und Ralph Fiennes, auch im Drama Waffenstillstand zu sehen. Für seine Rolle im Fernsehfilm Ein halbes Leben erhielt Habich gemeinsam mit seinen Schauspielerkollegen Josef Hader und Franziska Walser sowie Regisseur Nikolaus Leytner den Grimme-Preis. Nach zwei Kinofilmen 2010 wirkte Habich vor allem wieder in Fernsehproduktionen mit, u. a. 2012 im Thriller Das Kindermädchen als Familienpatriarch, der mit der dunklen Vergangenheit seiner Familie konfrontiert wird. Unter der Regie von Margarethe von Trotta spielte Habich 2015 in Die abhandene Welt schließlich wieder eine Kinohauptrolle als Witwer, der auf einem Zeitungsfoto seine angeblich tote Frau wiederzuerkennen glaubt.

Mittlerweile hat Habich in circa 100 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Er lebt in Paris, Zürich und Locarno.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

Hörspiele und FeaturesBearbeiten

Hörbücher (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Matthias Habich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matthias Habicht im Munzinger-Archiv, abgerufen am 7. März 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)