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Massen (niedersorbisch Mašow) ist ein Ortsteil der amtsangehörigen Gemeinde Massen-Niederlausitz im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Kleine Elster (Niederlausitz) an und war bis zum 31. Dezember 1997 eine eigenständige Gemeinde. Massen ist Sitz der Gemeindeverwaltung von Massen-Niederlausitz sowie Sitz der Amtsverwaltung des Amtes Kleine Elster (Niederlausitz).

Massen
Koordinaten: 51° 38′ 38″ N, 13° 44′ 0″ O
Höhe: 112 m ü. NHN
Fläche: 15,85 km²
Einwohner: 1359 (1. Jan. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1997
Postleitzahl: 03238
Vorwahl: 03531
Dorfkirche
Dorfkirche

LageBearbeiten

Massen liegt in der Niederlausitz, etwa einen Kilometer östlich des Stadtzentrums der Stadt Finsterwalde. Umliegende Ortschaften sind Tanneberg im Norden, Lindthal im Nordosten, Betten im Südosten und der Ortsteil Schacksdorf der Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf im Südosten, die Stadt Finsterwalde im Süden und Westen sowie Gröbitz im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Massen im Jahr 1375 unter dem Namen „Massin“. Der Ortsname ist nach Reinhard E. Fischer von dem sorbischen Personennamen „Macha“ bzw. „Mascha“ abgeleitet.[2] Laut Ernst Eichler liegt dem Ortsnamen die Grundform „Maš“ zugrunde, eine Kurzform des Namens „Małomir“.[3] Der Ortsname geht daher vermutlich auf einen ehemaligen Dorfbesitzer zurück.

Vor dem Wiener Kongress und den dort beschlossenen Gebietsabtretungen des Königreiches Sachsen an das Königreich Preußen gehörte Gröbitz zu Sachsen. Ab 1816 gehörte der Ort zum Landkreis Luckau der preußischen Provinz Brandenburg, wo Massen zum Amt Finsterwalde angehörte. Im Jahr 1819 lebten im Massen 212 Menschen in 42 Häusern, darunter auch mehrere Gutsbesitzer mit 31¾ Hufen. Die Kirche des Ortes war eine Filialkirche zu Finsterwalde. In der Nähe des Dorfes gab es eine Windmühle, zudem verfügte der Ort über eine Schule.[4]

1840 hatte Massen laut der Topographisch-statistischen Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a.d.O. 56 Wohngebäude mit 282 Einwohnern und gehörte dem Rentamt Dobrilugk an. Zum Ort gehörten damals zwei Windmühlen.[5] Bis 1864 stieg die Einwohnerzahl in Massen auf 435 an, der Ort war damals dem Amt Finsterwalde in der Standesherrschaft Dobrilugk angehörig.[6]

Bis 1815 gehörte Massen zum Luckauischen Kreis, dieser wurde nach den Gebietsänderungen des Wiener Kongresses in den Landkreis Luckau umgewandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Gemeinde zunächst in der Sowjetischen Besatzungszone und anschließend in der DDR. Bei der am 25. Juli 1952 in der DDR durchgeführten Kreisreform wurde Massen dem Kreis Finsterwalde im Bezirk Cottbus angegliedert. Am 19. Mai 1974 wurde Tanneberg nach Massen eingemeindet. Nach der Wende wurde der Kreis Finsterwalde in Landkreis Finsterwalde umbenannt und schließlich aufgelöst, die Gemeinde Massen wurde dem Landkreis Elbe-Elster zugeordnet und schloss sich dem Amt Kleine Elster (Niederlausitz) an. Am 31. Dezember 1997 wurde Massen mit den Gemeinden Babben, Betten und Lindthal zu der neuen Gemeinde Massen-Niederlausitz zusammen geschlossen.[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Massen wurde etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Feldsteinbau mit Westquerturm errichtet. In ihrer Ausführung ist die Kirche für die Region einzigartig. Im 16. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff mit Zellengewölbe eingewölbt, am östlichen Ende des Schiffs schließt sich eine Sakristei mit Gratgewölbe an. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche erneuert, eine weitere Sanierung folgte im 19. Jahrhundert. Vor der Kirche befindet sich ein Gefallenendenkmal, welches zunächst zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet wurde, später wurden auch Tafeln mit den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges angebracht. Die Kirche und das Denkmal stehen unter Denkmalschutz.[8]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Massen von 1875 bis 1996[9]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 446 1939 1.176 1981 1.408
1890 500 1946 1.459 1985 1.376
1910 770 1950 1.487 1989 1.368
1925 882 1964 1.270 1992 1.331
1933 995 1971 1.231 1996 1.313

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Massen besitzt einen umfangreichen Gewerbe- und Industriepark, der direkt an der Bundesstraße 96 angesiedelt ist. Eine der größten neu angesiedelten Firmen ist der kanadische Autozubehör-Produzent INTIER, welcher zum österreichisch-kanadischen Magna-Konzern gehört. Die Firma INTIER investierte im Jahr 2006 40 Millionen Euro in den Bau einer neuen Niederlassung in der Gemeinde Massen-Niederlausitz. INTIER produziert Kunststoff- und Innenraumteile für zahlreiche Autohersteller wie BMW. Im März 2007 wurde mit 48 Mitarbeitern die Produktion begonnen. Bis zu 200 Mitarbeiter sollen hier künftig arbeiten. Die Würth-Gruppe hat ebenfalls eine Niederlassung im Gewerbepark.

VerkehrBearbeiten

Durch Massen-Niederlausitz führt die Bundesstraße 96 zwischen Finsterwalde und Senftenberg. Die Anschlussstellen Bronkow und Großräschen der Autobahn 13 (BerlinDresden) liegen 17 km bzw. 18 km weit entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof ist Finsterwalde an der elektrifizierten Bahnstrecke Halle–Cottbus, welche auch durch Massen führt. Im Rahmen der teilweisen Reaktivierung der sogenannten Schippchenbahn wurde neben dem alten Bahnhof ein Haltepunkt eingerichtet. Dies betrifft lediglich Sonderfahrten von Finsterwalde zum Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60 und zurück. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der VerkehrsManagement Elbe-Elster GmbH aus Finsterwalde.

BildungBearbeiten

In Massen gibt es eine Grund- und eine Oberschule.

SportBearbeiten

Größter Sportverein im Ort ist der TSV Germania Massen, der etwa 150 Mitglieder hat und unter anderem die Abteilungen Handball, Fußball und Faustball anbietet.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Martin Kaschke (1610–1727), vermutlich ältester Mann, der jemals in Deutschland gelebt hat, wurde in Massen geboren

WeblinksBearbeiten

  Commons: Massen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33. überarb. und erw. Ausg., Walter de Gruyter, Berlin und Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, Online bei Google Books, S. 878
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 114.
  3. Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. 1. Auflage. Verlag VEB Domowina, Bautzen 1975, S. 77.
  4. August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen Bd. 6. Lohmen bis Neudörfchen. Gebr. Schumann, Zwickau 1819 Online bei Google Books, S. 184
  5. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker's Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844 Online bei Google Books, S. 158.
  6. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., 1867 Online bei Google Books, S. 181.
  7. Zusammenschluss der Gemeinden Babben, Betten, Lindthal und Massen (Amt Kleine Elster (Niederlausitz)) zu der neuen Gemeinde Massen-Niederlausitz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 18. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 2, 22. Januar 1998, S. 25.
  8. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, Seite 686.
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Elbe-Elster. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 20. August 2018.