Marin Alsop

US-amerikanische Dirigentin

Marin Alsop (* 16. Oktober 1956 in New York) ist eine US-amerikanische Dirigentin. Sie steht seit der Saison 2007/08 dem Baltimore Symphony Orchestra vor und leitet damit als erste Frau ein großes US-amerikanisches Orchester.[1] 2013 setzte Marin Alsop erneut einen Meilenstein: Als erste Frau dirigierte sie die Londoner Last Night of the Proms.[1]

Marin Alsop

LebenBearbeiten

Marin Alsop hat einen Sohn mit der Hornistin Kristin Jurkscheit.

Beruflicher WerdegangBearbeiten

AusbildungBearbeiten

Marin Alsop studierte an der Yale University und erlangte ihren Master an der Juilliard School.

Marin Alsop als DirigentinBearbeiten

1989 begann ihre Karriere als Dirigentin, als sie Preisträgerin beim New Yorker Leopold Stokowski-Wettbewerb wurde, bei ihrem Mentor Leonard Bernstein sowie bei Seiji Ozawa und Gustav Meier studierte und im selben Jahr in Tanglewood den Koussevitzky-Dirigentenpreis erhielt.

Von 2002 bis 2008 war sie Chefdirigentin des Bournemouth Symphony Orchestra, von 2012 bis 2019 Chefdirigentin des São Paulo State Symphony Orchestra.[2]

Sie steht seit der Saison 2007/08 dem Baltimore Symphony Orchestra vor und leitet damit als erste Frau ein großes US-amerikanisches Orchester.[1] Ihre Position wurde bis 2021 bestätigt.[3]

Seit September 2019 ist sie Chefdirigentin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien (RSO) und hat damit die Nachfolge von Cornelius Meister angetreten.[4]

GastdirigateBearbeiten

Marin Alsop ist regelmäßig zu Gast beim New York Philharmonic, Philadelphia Orchestra, Chicago Symphony und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Zudem ist sie eine der wenigen Gastdirigenten, die in jeder Saison sowohl vom London Symphony Orchestra als auch vom London Philharmonic Orchestra eingeladen wird. Sie trat weltweit mit vielen wichtigen Orchestern auf, darunter das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Orchestre de Paris, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Boston- und das Pittsburgh Symphony Orchestra sowie das Tokyo Philharmonic Orchestra. In den vergangenen Spielzeiten dirigierte sie neben dem London Philharmonic, dem Chicago Symphony Orchestra und dem Boston Symphony Orchestra, in Deutschland u. a. die Münchner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das NDR Sinfonieorchester, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das Gürzenich-Orchester Köln.

Im September 2006 dirigierte sie die Uraufführung von Nicholas Maws Oper Sophie’s Choice an der Oper Washington. Ihr Debüt an der Oper St. Louis gab sie 2004 mit John AdamsNixon in China und dirigierte im selben Jahr die Produktion von Bernsteins Candide mit dem New York Philharmonic, welche 2005 für den Emmy nominiert wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Label Naxos sind Aufnahmen von Johannes Brahms’ Sinfonien mit dem London Philharmonic sowie eine fortlaufende Serie von Aufnahmen mit dem Bournemouth Symphony Orchestra, unter denen sich zum Beispiel Béla Bartóks Der wunderbare Mandarin, Bernsteins Chichester Psalms oder auch die Sinfonien von Kurt Weill befinden, entstanden.

Am 7. September 2013 war Alsop die erste Dirigentin, die die Londoner Last Night of the Proms leitete.[5][1] Am 12. September 2015 dirigierte sie erneut die Last Night of the Proms in der Royal Albert Hall, ebenso 2016.[3]

Seit 2020 ist sie Artist in Residence an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, und die erste Frau, die in der mehr als 200-jährigen Geschichte der Musikuni Wien im Bereich Orchesterdirigieren unterrichtet.[6]

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

2002 erhielt sie den Royal Philharmonic Society Music Award für Dirigenten („Conductor-Award“), 2003 war sie Preisträgerin des „Artist of the Year“-Award der Zeitschrift The Gramophone, 2005 wurde sie mit dem „Classical Brit Award for Best Female Artist“ ausgezeichnet. 2006 erhielt sie den „BBC Radio 3 Listeners Award“ der Royal Philharmonic Society.

Seit 2005 ist Alsop Stipendiatin der MacArthur-Stiftung, damit erhielt erstmals ein Dirigent diesen vor allem in den USA angesehenen Preis. Zudem wurde sie 2008 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, 2020 in die American Philosophical Society.

WeblinksBearbeiten

Commons: Marin Alsop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Rosie Pentreath: 19 of today's top women conductors. Can you name the best female conductors working today? http://www.classical-music.com, 6. März 2015, abgerufen am 20. Juli 2017.
  2. Marin Alsop renews contract with São Paulo Symphony Orchestra. In: Gramophone. 15. April 2015;.
  3. a b Marin Alsop. In: bsomusic.org. Abgerufen am 22. Juli 2017.
  4. orf.at: Marin Alsop wird Chefdirigentin des RSO. Artikel vom 29. Januar 2018, abgerufen am 29. Januar 2018.
  5. Fiona Maddocks: Marin Alsop, conductor of Last Night of the Proms, on sexism in classical music. In: The Guardian. 6. September 2013. Abgerufen am 7. September 2013.
  6. mdw.ac.at: Dirigentin Marin Alsop tritt Residency an der mdw an. Pressemitteilung vom 6. März 2020, abgerufen am 8. März 2020.