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Manfred Schlenker (Komponist)

deutscher Kirchenmusiker und Komponist

LebenBearbeiten

Manfred Schlenker wurde als zweites von sechs Kindern eines Stadtmissionars und einer Sängerin geboren und erhielt bereits im Kindesalter vielfältige musikalische Anregungen. So wuchs er auch bald in das kirchlich-musikalische Umfeld hinein und begann bereits frühzeitig mit der Komposition von Melodien. Er erhielt eine Frühausbildung in Klavier, Orgel und Musiktheorie u. a. bei Walter Scharwenka.

1943 erreichte Schlenker eine Freistellung vom Dienst als Luftwaffenhelfer und nutzte die Zeit zum Vorstudium in den Instrumentalfächern Klavier und Klarinette sowie zum Kontrapunkt- und Kompositionsunterricht bei Paul Höffer. Gegen Kriegsende noch wurde er zum Militär einberufen und geriet in sowjetische Gefangenschaft.

Nach seiner Entlassung studierte Schlenker an der Kirchenmusikschule Halle (Saale) und übernahm 1952 die Leitung der Studentenkurrende. 1954 heiratete er die Mitstudentin Ursula geb. Becker aus Erfurt. Aus der Ehe gingen fünf gemeinsame Kinder hervor, darunter Niko Schlenker.

1956 wurde Schlenker Domkantor in Stendal und Kirchenmusikdirektor (KMD). Über die Grenzen seiner Gemeinde hinaus wirkte er als Propsteikirchenmusikwart der Altmark, als Leiter der Altmärkischen Kantorei sowie als Landesobmann des Kirchenchorwerkes.

Ab Oktober 1974 bis 1988 war er in der Nachfolge von Hans Pflugbeil als Kantor am Dom zu Greifswald, ab März 1975 als Leiter der Kirchenmusikschule Greifswald (heute Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald) und anschließend auch als Landeskirchenmusikdirektor der Greifswalder Bachwoche und des Domchores in Greifswald.

Ab 1988 lebte er freischaffend in Stolpe, seit 1999 in Hohen Neuendorf bei Berlin. Er war Mitglied der Oekumenischen Textautoren- und Komponistengruppe der Werkgemeinschaft Musik e.V. und der AG Musik in der Ev. Jugend e.V., heute Textautoren- und Komponistengruppe TAKT. 2017 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.[1]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

GeistlichBearbeiten

  • Drei Cantica (Magnificat - Benedictus - Nunc dimittis) für Soli, Chor und Orchester[2]
  • Drei Weihnachtslieder Suiten
  • Dreißig Junctim-Sätze für Bläserdoppelchor
  • Dreistimmige Choralmusik
  • Fünf Liedmotetten
  • Herr, du erforschest mich. Psalm 139 für 8-stg. gem. Chor[2]
  • Neuer Himmel, neue Erde
  • Psalm 90 - Duette für Alt und Altus und Tasteninstrument (für Alexander Seidel)
  • Singet frisch und wohlgemut – Kantate für Soli, Chor, Kinderchor und Streicher über die Weihnachtsgeschichte

Kirchenlieder

Schlenker schuf die Melodien von acht in das Evangelische Gesangbuch (EG) aufgenommenen Kirchenliedern:

WeltlichBearbeiten

  • Der Tag des Waldes – Klangbild für vier Alphörner
  • Drei romantische Chorballaden (Herr von Ribbeck auf Ribbeck / Kehraus / Abreise) für gem. Chor a cappella[2]
  • Im Wald, im hellen Sonnenschein
  • Sechs Mörike-Chorlieder für gem. Chor (In ihm sei's begonnen / Frage und Antwort / Nimmersatte Liebe / Ein Stündlein wohl vor Tag / Denk es, o Seele / Um Mitternacht)[2]
  • Vier-Jahreszeiten-Suite
  • Die Bremer Stadtmusikanten - Singspiel für einstimmigen Chor und Klavier und/oder Streichquartett (Berlin 2009)[3]

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Bundesverdienstkreuz für Manfred Schlenker
  2. a b c d http://www.manfred-schlenker.de/werkliste.html
  3. www.berliner-chormusik-verlag.de (Memento des Originals vom 13. Dezember 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-chormusik-verlag.de, abgerufen am 14. November 2009
  • Christfried Brödel, in: Komponisten und Liederdichter des Evangelischen Gesangbuchs, hg. von Wolfgang Herbst (= Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch, Bd. 2), Göttingen, 1999, S. 275–276 - ISBN 3-525-50318-0
  • Siegfried Lange: Von Kap Arkona bis an die Oder - Einblicke in die Greifswalder Landeskirche : Greifswald 1984

WeblinksBearbeiten