Hauptmenü öffnen

mainzed

Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften

Das mainzed ([maɪ̯nt͡sed]; Akronym für Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften) ist ein Netzwerk zur Bündelung der digitalen Kompetenzen in sechs wissenschaftlichen Einrichtungen am Wissenschaftsstandort Mainz.[1]

Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften
Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften
Mainzed
Bestehen: 6. November 2015
Standort der Einrichtung: Mainz
Fachgebiete: Digital Humanities
Leitung: Kai-Christian Bruhn
Klaus Pietschmann
Mitarbeiter: Anne Klammt
Homepage: mainzed.org

Es wurde im Rahmen der Akademischen Jahresfeier der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz am 6. November 2015 gegründet.[2][3] Zu den Partnerorganisationen des mainzed zählen die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, die Hochschule Mainz, das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte und das Römisch-Germanisches Zentralmuseum.[4][5]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Foto der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung zur Gründung des mainzed in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz am 6. November 2015. Zu sehen sind von links nach rechts: Georg Krausch (JGU), Gerhard Muth (HS Mainz), Gernot Wilhelm (ADW), Michael Matheus (IGL), Falko Daim (RGZM), Irene Dingel (IEG). Fotograf: Ernst-Dieter Hehl.

Das mainzed basiert auf unterschiedlichen, langjährigen Kooperationen zwischen den Mainzer Einrichtungen. Die 2009 gegründete Digitale Akademie, eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für Digital Humanities der AdW Mainz, pflegt enge Verbindungen zum Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte und den Mainzer Hochschulen. Das Römisch-Germanische Zentralmuseum betreibt seit 1997 gemeinsam mit dem i3mainz - Institut für Raumbezogene Mess- und Informationstechnik an der Hochschule Mainz das Kompetenzzentrum „Raumbezogene Informationstechnik in den Geisteswissenschaften“. Im Herbst 2013 gründete sich mithilfe der Mainzer Wissenschaftsallianz der informelle „Verbund DHMainz“[6], das den Digital Humanities Tag 2014 in Mainz inhaltlich vorbereitet hat,[7] in dessen Rahmen erste Planungen für eine Verstetigung der Initiative entstanden.[8][9]

AufgabenBearbeiten

Die sechs Partner haben mainzed mit dem Ziel gegründet, die Transformation der geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen im Zuge der Digitalisierung am Wissenschaftsstandort Mainz infrastrukturell zu begleiten und praktisch umzusetzen. Das mainzed ist tätig in der Forschung, der Unterstützung von Forschung, der Qualifizierung und dem Transfer. Zudem bildet es eine soziale Forschungsinfrastruktur. So bietet es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Qualifizierungsstufen ein Netzwerk zum Austausch von Wissen, der Entwicklung von Projekten und dem Ausbau von Forschungsschwerpunkten.

Auswahl der vertretenen Kompetenzen im Netzwerk:

Das mainzed hat die Entwicklung des hochschulübergreifenden Masterstudienganges „Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften“ organisatorisch und konzeptionell vorgenommen.[10] Seit 2016 können jeweils zum Wintersemester 24 Studierende das 4 Semester umfassende Studium aufnehmen.[11] Voraussetzung ist ein Bachelor in einem Geistes- oder Kulturwissenschaftlichem Fach oder einem mit einem Schwerpunkt in der Informatik.[12] Der Leiter des Studiengangs und Direktor vom mainzed, Kai-Christian Bruhn, hat am 5. Dezember 2017 in Anerkennung seiner interdisziplinären Lehr- und Forschungsarbeit den Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz erhalten.[13][14] Das mainzed ist Initiator zahlreicher Veranstaltungen, durch die der Dialog mit der Öffentlichkeit gelingt. Als beispielhaft dafür kann die im Jahr 2016 organisierte Fishbowl-Diskussion zum Thema „digitalität und diversität – die Geisteswissenschaften im Jahr 2026“ gesehen werden.[15] In der Keynote befasste sich die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz mit der technologiekritischen Debatte in Deutschland.[16] Im November 2016 war das mainzed zusammen mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V., der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Open History e.V. Gastgeber des histocamp[17], am Abend des ersten Tages gab es eine durch das mainzed organisierte Abendveranstaltung.[18][19] Im Jahr 2017 gab es unter anderem die zweite Fishbowl-Diskussion mit Thema „Bereit zu teilen?“[20][21] und ein Get Together der Rhein-Main-Universitäten mit einer Keynote von Joscha Bach.[22][23] 2018 hat mainzed sich an der Gründung des Kompetenzteams für Forschungsdaten[24] an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz beteiligt.

OrganisationsstrukturBearbeiten

Gründungsdirektor des mainzed ist Kai-Christian Bruhn, sein Stellvertreter ist Klaus Pietschmann. Der wissenschaftliche Beirat, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Partnereinrichtungen zusammensetzt, besteht aus Klaus Böhm, Alexandra W. Busch, Johannes Paulmann, Jörg Rogge, Torsten Schrade und Kai-Michael Sprenger. Die Geschäftsführung liegt bei Anne Klammt. Das mainzed kann aktuell keine Fördermittel einwerben. Alle aus dem Netzwerk gemeinsam eingeworbenen Mittel zur Forschungsförderung werden entsprechend der Anträge zur Förderung bei den sechs Partnern verausgabt.

6. Jahrestagung des DHdBearbeiten

Im März 2019 wird das mainzed in Kooperation mit dem Centrum für digitale Forschung in der Geistes-, Sozial- und Bildungsforschung (CEDIFOR)[25] und dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. (DHd) die 6. Jahrestagung des Verbandes durchführen[26]. Die Jahrestagung ist die von der Teilnehmerzahl her größte wissenschaftliche Konferenz zu den Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mainzed – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zentrum mainzed: Was ist das mainzed? 7. Oktober 2016, abgerufen am 11. Januar 2018.
  2. Johannes Gutenberg-Universität Mainz: mainzed – Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften gegründet. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  3. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Malu Dreyer: mainzed bringt digitale Forschung voran. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  4. mainzed jahresbericht 2015/2016. In: Jahresbericht. mainzed - Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, abgerufen am 11. Januar 2018.
  5. VRM GmbH & Co. KG: Netzwerk für digitale Forschung. (allgemeine-zeitung.de [abgerufen am 11. Januar 2018]).
  6. Forum DHMainz: Kompetenz-Marktplatz für digitale Geisteswissenschaften | i3mainz. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  7. Digital Humanities Tag 2014 – Programm |. Johannes Gutenberg-Universität Mainz, abgerufen am 11. Januar 2018.
  8. Magazin zu Lehre und Studium Johannes Gutenberg-Universität Mainz, S. 6.
  9. mainzed jahresbericht 2015/2016. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  10. Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  11. Der digitale Geist erwacht. Der Tagesspiegel, abgerufen am 11. Januar 2018.
  12. Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Geisteswissenschaften werden digital. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  13. VRM GmbH & Co. KG: Hochschule Mainz wegweisend und innovativ bei Digitaler Archäologie: Akademiepreis geht an Kai-Christian Bruhn. (allgemeine-zeitung.de [abgerufen am 11. Januar 2018]).
  14. Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz an Kai-Christian Bruhn. akademie der wissenschaften und der literatur, 5. Dezember 2017, abgerufen am 11. Januar 2018.
  15. Dr. Anne Klammt: „Algorithmen sind keine Killer von Kulturtechniken“. (PDF) In: Pressemitteilung. 2. Februar 2016, abgerufen am 11. Januar 2018.
  16. Zentrum mainzed: Mercedes Bunz, Keynote Veranstaltung mainzedZWEI16. 30. Juni 2016, abgerufen am 11. Januar 2018.
  17. VRM GmbH & Co. KG: Professor trifft Hobby-Forscher – Histocamp in Mainz. (allgemeine-zeitung.de [abgerufen am 11. Januar 2018]).
  18. heise online: Ahnenforschung mit Algorithmus: Geschichte von unten. Abgerufen am 11. Januar 2018 (deutsch).
  19. „Histocamp“ vernetzt Initiativen von Historikern. In: focus.de. 4. November 2016, abgerufen am 2. Mai 2019.
  20. Bereit zu teilen? - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  21. heise online: Digitalisierung: Museen sind bereit zu teilen. Abgerufen am 11. Januar 2018 (deutsch).
  22. Petabytes, Künstliche Intelligenz und Geisteswissenschaften - Get Together mit Joscha Bach (Harvard University) | i3mainz. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  23. mainzed jahresbericht 2016/2017. In: Jahresbericht. mainzed - Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, abgerufen am 11. Januar 2018.
  24. https://www.forschungsdaten.uni-mainz.de/
  25. https://www.cedifor.de
  26. mainzed - Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften: multimedial & multimodal. Abgerufen am 13. Juli 2018 (deutsch).