Mäder

Gemeinde in Österreich

Mäder ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Feldkirch mit 4102 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020).

Mäder
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mäder
Mäder (Österreich)
Mäder
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 3,39 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 9° 37′ OKoordinaten: 47° 21′ 0″ N, 9° 37′ 0″ O
Höhe: 414 m ü. A.
Einwohner: 4.102 (1. Jän. 2020)
Postleitzahl: 6841
Vorwahl: 05523
Gemeindekennziffer: 8 04 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Schulstr. 7
6841 Mäder
Website: www.maeder.at
Politik
Bürgermeister: Rainer Siegele (ÖVP)
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2020)
(24 Mitglieder)
   
Insgesamt 24 Sitze
Lage von Mäder im Bezirk Feldkirch
AltachDünsDünserbergFeldkirchFrastanzFraxernGöfisGötzisKlausKoblachLaternsMäderMeiningenRankweilRönsRöthisSatteinsSchlinsSchnifisSulzÜbersaxenViktorsbergWeilerZwischenwasserVorarlbergLage der Gemeinde Mäder im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Luftbildansicht der Gemeinde Mäder von Osten
Luftbildansicht der Gemeinde Mäder von Osten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Gemeindeamt Mäder
Wandbild am Gemeindeamt in Mäder
Römisch-katholische Pfarrkirche „Hl. Bartholomäus“
Johann-Josef-Ender-Saal
Denkmalgeschütztes Haus in der Reichshofstraße

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Mäder liegt im Vorarlberger Rheintal, direkt nördlich des Kummenberg und 16 km südlich des Bodenseeufers, unmittelbar am östlichen Ufer des Alpenrheins und ist damit eine Grenzgemeinde zur Schweiz. Das Ortszentrum befindet sich auf einer Höhe von 414 m ü. A. Das gesamte Gemeindegebiet liegt in der Rheintalebene, es gibt keine bedeutenden natürlichen Erhöhungen.

Ausdehnung des GemeindegebietsBearbeiten

Von Norden nach Süden erstreckt sich das Gemeindegebiet über 2,7 km, von Westen nach Osten über 2,9 km. Im Westen wird Mäder vom Rhein begrenzt und im Osten vom Egelseegraben. Die nördliche Grenze ist eine gerade Linie ohne topologischen Hintergrund, die südliche Grenze verläuft ebenfalls willkürlich, über manche Strecken entlang einer Straße und im Gebiet der Siedlungen Neuburg und Kutzen zum Teil quer durch bestehende Wohnhäuser.

Mit einem Gemeindegebiet von 3,39 km² und einer Bevölkerungsdichte von 1211 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Mäder nicht nur flächenmäßig die siebtkleinste, sondern auch die am dichtesten besiedelte Gemeinde Vorarlbergs.

NachbargemeindenBearbeiten

Altach
Oberriet  
Koblach Götzis

GeologieBearbeiten

Das Alpenrheintal ist eine für die Alpen untypische, mit jungem Lockergestein gefüllte, mehrere hundert Meter tiefe Felswanne. Vor 14.000 Jahren war diese Wanne noch mit Wasser gefüllt und damit ein Teil des Bodensees, wurde dann aber nach und nach mit Sedimenten des Rheines und seiner Nebenflüsse, vor allem der Ill und Frutz, aufgefüllt, sodass vor etwa 4000 Jahren das Rheindelta bis nach Lustenau vorgedrungen und das Gebiet von Mäder verlandet war.[1] Der Boden in Mäder ist daher ein typischer Alluvialboden aus grobem bis feinem Schwemmmaterial.[2]

Naturschutzgebiete und NaturdenkmälerBearbeiten

Eine ehemalige Kiesgrube in der Nordecke des Gemeindegebiets wurde 1976 als Sandgrube Mäder unter Landschaftsschutz gestellt. Sie bietet dem gefährdeten Sanddorn sowie einer kleinen Population des Teichfrosches eine Heimat und dient durchziehenden Wasservögeln als Rastplatz.[3]

Eine Silberpappel, eine Stieleiche und eine Silberweide im Gemeindegebiet Mäders sind als Naturdenkmal ausgewiesen und stehen daher unter besonderem Schutz.[4]

3D-Modell der GemeindeBearbeiten

Das Kairos - Institut für Wirkungsforschung und Entwicklung, Bregenz hat ein neues Werkzeug zur Darstellung von Raumplanung entwickelt. Mäder ist Pilotprojekt: Nach Landesdaten von Laserscans via Flugzeug wurde ein 3D-Modell der Landschaft im Maßstab 1:1000 3D-gedruckt, das auch alle Häuser plastisch darstellt. Auf das weiße Modell können von oben etwa ein mehrfärbiger Flächenwidmungsplan oder ein historisches Luftbild projiziert werden. Auch Kartographie-Laien sollen so eine gute Anschauung gewinnen.[5]

GeschichteBearbeiten

Mäder gehörte im Mittelalter zum Reichshof Kriessern und wurde erstmals 1294 urkundlich als „in den Mederen“ erwähnt. 1513 kam das Gebiet an Österreich. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Bis 1806 war Mäder dem Gericht Rankweil-Sulz in der Herrschaft Feldkirch eingegliedert. Mäder wurde wiederholt von Überschwemmungen durch den Rhein heimgesucht: So kam es im Rheintal am 15. Juni, 2. Juli und 28. August 1817 zu Überschwemmungen. Besonders am 28. August waren zahlreiche Dammbrüche zu verzeichnen. Auf Vorarlberger Seite durchbrach der Rhein bei Ruggell, Bangs, Meiningen, zwischen Koblach und Mäder, bei Brugg und in Gaißau die Dämme und verursachte auf beiden Talseiten große Schäden.[6] 1824 ritt Ortsvorsteher Johann Josef Ender nach Wien und erreichte die Übernahme der Maßnahmen zur Rheinregulierung und den Bau der Dämme durch den Staat.

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Mäder seit dessen Gründung 1861. 1892 wurde die Internationale Rheinregulierung per Staatsvertrag beschlossen und in den Folgejahren umgesetzt. Der Ort war nach dem 2. Weltkrieg 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 11,5 %.

Die Bevölkerungszahl wächst stark, da sowohl Wanderungsbilanz als auch Geburtenbilanz positiv sind.[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche Mäder hl. Bartholomäus
  • Gemeindeamt Mäder
  • J.J.Ender-Saal: Dieser 1994 nach Plänen von Baumschlager-Eberle erbaute Saal ist benannt nach dem Mäderer Vorsteher Johann Josef Ender, der 1824 die Übernahme der Rheinwuhrung durch den Staat erreichte.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Am Ort gab es im Jahr 2003 43 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 386 Beschäftigten und 33 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.059. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 56,6 %.

EnergieBearbeiten

Mäder gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.[8]

Mäder besitzt keinen Bahnhof, ist aber gut mit Buslinien des Landbus Unterland und des Ortsbus amkumma bedient. Es existiert eine Straßenverbindung über den Rhein in die Schweiz, die vor allem von Pendlern und Urlaubern gewählt wird.

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 462 Schüler und es existieren eine Neue Mittelschule mit ökologischem Schwerpunkt, eine Volksschule und zwei Kindergärten.

PolitikBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Mäder besteht aus 24 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2020 setzt sich diese aus 17 Mandataren der ÖVP Mäder und Parteifreien, 4 Mandataren der NEOS und 3 Mandataren der FPÖ und Parteiunabhängigen zusammen.[9]

Bürgermeister der Gemeinde ist Rainer Siegele von der ÖVP. Er wurde in der Bürgermeisterdirektwahl 2015 mit 75,89 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Albert Gisinger (1919–2003), Altbürgermeister
  • Adolf Vallaster (* 1940), Dialektautor

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Mäder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. J. Georg Friebe: Landschaftsgeschichte und Landschaftswandel im Vorarlberger Rheintal. In: R. Alge (Hrsg.): Naturmonographie Gsieg – Obere Mähder (= Vorarlberger Naturschau – Forschen und Entdecken). Nr. 6. Dornbirn 1999, S. 29–34 (PDF auf ZOBODAT [abgerufen am 30. Juli 2017]).
  2. Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung: Aktualisierung des Biotopinventars Vorarlberg, Gemeinde Mäder. 18. Juni 2020, Allgemeine Angaben zur Gemeinde, S. 8 (vorarlberg.at [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 2. Oktober 2020]).
  3. Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung: Aktualisierung des Biotopinventars Vorarlberg, Gemeinde Mäder. 18. Juni 2020, Landschaftsschutzgebiet Sandgrube Mäder (Biotop 41202), S. 13 f. (vorarlberg.at [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 2. Oktober 2020]).
  4. Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung: Aktualisierung des Biotopinventars Vorarlberg, Gemeinde Mäder. 18. Juni 2020, Was wurde bisher getan?, S. 22 (vorarlberg.at [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 2. Oktober 2020]).
  5. Flächenwidmungspläne erobern dritte Dimension orf.at, 15. August 2020, abgerufen 15. August 2020.
  6. Wolfgang Scheffknecht: Rheinüberschwemmungen. In: Vorarlberg-Chronik. Land Vorarlberg, 2005, abgerufen am 2. Mai 2019.
  7. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Mäder, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 30. März 2019.
  8. e5-Gemeinden in Österreich Stand März 2019
  9. Gemeindevertretungswahlen Vorarlberg 2020 - news.ORF.at. Abgerufen am 14. September 2020.