Weiler (Vorarlberg)

Gemeinde im Bezirk Feldkirch, Vorarlberg

Weiler ist eine Gemeinde mit 2304 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2023) am Ostrand des Vorarlberger Rheintales am Fuß des Freschenstocks.

Weiler
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weiler
Weiler (Vorarlberg) (Österreich)
Weiler (Vorarlberg) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Feldkirch
Kfz-Kennzeichen: FK
Fläche: 3,08 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 9° 39′ OKoordinaten: 47° 17′ 59″ N, 9° 39′ 0″ O
Höhe: 486 m ü. A.
Einwohner: 2.304 (1. Jän. 2023)
Bevölkerungsdichte: 747 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6837
Vorwahl: 05523
Gemeindekennziffer: 8 04 23
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
J.-Georg-Seyfried-Weg 1
6837 Weiler
Website: www.gemeinde-weiler.at
Politik
Bürgermeister: Dietmar Summer
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2020)
(21 Mitglieder)

13 Mitnand für Weiler
8 Wir für Weiler

Lage von Weiler im Bezirk Feldkirch
Lage der Gemeinde Weiler (Vorarlberg) im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)AltachDünsDünserbergFeldkirchFrastanzFraxernGöfisGötzisKlausKoblachLaternsMäderMeiningenRankweilRönsRöthisSatteinsSchlinsSchnifisSulzÜbersaxenViktorsbergWeilerZwischenwasserVorarlberg
Lage der Gemeinde Weiler (Vorarlberg) im Bezirk Feldkirch (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Altarraum der römisch-katholischen Pfarrkirche Weiler
Wasserfall vom Ratzbach (Kesselschlucht)

Geografie

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Regional zählt die Gemeinde Weiler zum Vorarlberger Vorderland, das im Norden durch den weit ins Rheintal ragenden Hügelrücken Tschütsch und den Sattelberg, im Westen vom Rhein und im Osten von den Freschenstockausläufern begrenzt wird.

In diesem klimatisch begünstigten Gebiet im Vorarlberger Verwaltungsbezirk Feldkirch erstreckt sich die Gemeinde auf einer Seehöhe von 445 bis 749 Metern über Adria. Das Ortszentrum der Gemeinde befindet sich auf einer Seehöhe von 486 Meter. Der westliche Teil der Gemeinde liegt im Rheintal, der Osten umfasst das vordere Tal des Ratzbaches. Die Nordgrenze bildet der Klausbach.[1]

Weiler verfügt über eine Gemeindefläche von drei Quadratkilometer. Davon ist je ein Drittel bewaldet und landwirtschaftliche Nutzfläche, 16 Prozent sind Gärten.[2]

Nachbargemeinden

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Weiler hat eine gemeinsame Gemeindegrenze mit vier anderen Gemeinden im Bezirk Feldkirch. Dies sind die Gemeinden Klaus, Röthis, Viktorsberg und Fraxern. Weiler ist aufgrund des Bevölkerungswachstums sowie der damit einhergehenden Bautätigkeit der letzten Jahre und Jahrzehnte mit den Nachbargemeinden Klaus und Röthis zusammengewachsen und fügt sich in die durchgehende Siedlungsregion Vorderland ein.

Klaus Fraxern
 
Röthis Viktorsberg

Geschichte

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Die erste urkundliche Erwähnung betrifft die Burg Alt-Montfort und stammt aus dem Jahr 1206. Hugo von Tübingen ließ die „starke Burg“ (Montfort) am Ende des 12. Jahrhunderts auf einem bereits prähistorisch besiedelten Hügel errichten und nannte sich fortan „Graf von Montfort“. In den sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts erfolgte die Erbteilung der Familie Montfort in Montfort-Feldkirch, Montfort-Bregenz und Montfort-Tettnang. Im Jahr 1375 übernahm Herzog Leopold III. die Burg. In den Appenzellerkriegen wurde sie 1405 niedergebrannt. Die Ruine gelangte 1417 in den Besitz der Familie Toggenburg, dann wechselten die Besitzer mehrfach. Heute sind nur noch Ruinenreste vorhanden.[3][4][5][6]

Ähnlich wie Dafins, rätoromanisch/romanisch: Travinnis, und Sulz (Sulns), war Weiler (Willer) noch lange Zeit im Mittelalter eine rätoromanische Sprachinsel im alemannischen Sprachgebiet.[7]

Ende des 18. Jahrhunderts war Weiler Teil der bayrischen Großgemeinde Sulz, zu der auch die Orte Klaus, Zwischenwasser, Viktorsberg, Röthis und Fraxern gehörten. 1808 wurde Weiler mit der Einführung der neuen Gemeindeordnung selbständig. Nachdem das Gebiet 1815 zu Österreich zurückkam, wurden 1830 die Grenzen zu Röthis und Klaus neu definiert.[1]

Bevölkerungsentwicklung

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In den letzten Jahrzehnten sind sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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  • Pfarrkirche Weiler: Von 1875 bis 1876 erfolgte ein Neubau der Kirche nach den Plänen des Architekten Friedrich von Schmidt mit dem Baumeister Fidel Kröner.
  • Hanenberg Schlössle: Das Schlösschen Hanenberg wurde 1600 als Ansitz Feldkircher Patrizier auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes errichtet. Es brannte 1850 ab und anschließend erfolgte ein Umbau zum Landsitz.
  • Ruine Alt-Montfort: Burgruine nordöstlich des Orts nahe der Grenze zu Fraxern.
  • Kesselschlucht: Dieses tief eingeschnittene Tobel des Ratzbaches zeichnet sich durch einen bemerkenswerten Wasserfall aus und ist als schützenswertes Biotop eingetragen.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaftssektoren

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In den Jahren 1999 bis 2010 blieb die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe konstant, die Anzahl der Beschäftigten nahm jedoch von zwölf auf acht ab. Im Produktionssektor waren 231 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren und 97 im Baugewerbe beschäftigt. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Handel (232), freiberufliche Dienstleistungen (124) und Verkehr (72 Mitarbeiter).[9][10][11]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 21 21 8 12
Produktion 27 27 328 342
Dienstleistung 131 56 541 294

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

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Im Jahr 2021 lebten 1034 Erwerbstätige in Weiler. Davon arbeiteten 169 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus. Aus den umliegenden Gemeinden kamen 708 Menschen zur Arbeit nach Weiler.[12]

  • Eisenbahn: Durch den Westen des Gemeindegebietes verläuft die Bahnstrecke Lindau–Bludenz.
  • Straße: Die Rheintal/Walgau Autobahn A14 berührt das Gemeindegebiet im Westen. Durch Weiler verläuft die Walgaustraße L50.
  • Rufbus: An Wochenenden verkehrt ein Rufbus, der die Orte Fraxern, Viktorsberg, Dafins, Batschuns, Suldis, Furx und Übersaxen verbindet und eine Anschlussmöglichkeit zu Schnellbahnlinien herstellt.[13]
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Gemeinderat

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In die Gemeindevertretung werden 21 Mandatare gewählt:

Partei 2020[14] 2015[15] 2010[16]
% Mandate % Mandate % Mandate
mitnand für Weiler – Liste Ing. Dietmar Summer 62,08 13 100 21 54,48 10
Wir für Weiler 'Liste Bürgerbeteiligung' 37,92 8
ÖVP und Parteifreie 45,52 8

Bürgermeister

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  • 2000–2010: Mechtild Bawart (Offene Weiler Liste, später ÖVP)[17]
  • seit 2010: Dietmar Summer (Mitnand für Weiler)[18]

Der Gemeinde Weiler wurde 1970 folgendes Wappen verliehen: In Silber eine schwarzbedachte rote Burg mit linkem Eckturm mit drei Zinnen. Darüber an schwarzer Stange und schwarzen Ringen eine rote nach rechts fliegende dreilatzige Fahne mit schwarzen Fransen.[19]

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Gemeinde

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Commons: Weiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Gemeindechronik. Gemeinde Weiler, abgerufen am 7. Mai 2021.
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Weiler, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Mai 2021.
  3. Wehrbauten in Vorarlberg. Abgerufen am 7. Mai 2021.
  4. Burgen, Schlösser und Ansitze Vorarlbergs. (PDF) Amt der Vorarlberger Landesregierung, 2017, S. 8, abgerufen am 7. Mai 2021.
  5. Blumenegg (von Alois Niederstätter) (Memento vom 3. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 49 kB)
  6. Alt-Montfort, Untere Borg (Weiler) (Memento vom 24. Mai 2011 im Internet Archive)
  7. Eberhard Tiefenthaler: Die rätoromanischen Flurnamen der Gemeinden Frastanz und Nenzing, Innsbruck 1968, S. 6.
  8. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Weiler, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 30. März 2019.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Weiler, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Mai 2021.
  10. Ein Blick auf die Gemeinde Weiler, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Mai 2021.
  11. Ein Blick auf die Gemeinde Weiler, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Mai 2021.
  12. Ein Blick auf die Gemeinde Weiler, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Mai 2021.
  13. Verkehr und Mobilität. Gemeinde Weiler, abgerufen am 7. Mai 2021.
  14. Gemeindevertretungswahl 2020. Land Vorarlberg, abgerufen am 7. Mai 2021.
  15. Gemeindevertretungswahl 2015. Land Vorarlberg, abgerufen am 7. Mai 2021.
  16. Gemeindevertretungswahl 2010. Land Vorarlberg, abgerufen am 7. Mai 2021.
  17. Weiler: Bürgermeisterin Bawart abgewählt. In: vorarlberg.ORF.at. 14. März 2010, abgerufen am 11. Januar 2020.
  18. Website der Gemeinde Weiler: Auszug konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive).
  19. Gemeindewappen Weiler. Vorarlberger Landesarchiv, abgerufen am 7. Mai 2021.