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Lutten

Dorf im Landkreis Vechta in Niedersachsen

Lutten ist ein Dorf im Landkreis Vechta in Niedersachsen mit über 3.500 Einwohnern (Stand: 2010). Durch die Gemeindegebietsreform wurde Lutten gegen den Willen der Bevölkerung Teil der Gemeinde Goldenstedt.

Lutten
Gemeinde Goldenstedt
Wappen von Lutten
Koordinaten: 52° 45′ 41″ N, 8° 20′ 36″ O
Höhe: 42 m
Einwohner: 3500 (2010)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 49424
Vorwahl: 04441

Geografische Lage und benachbarte OrtschaftenBearbeiten

Geografisch liegt Lutten etwa auf halber Strecke zwischen Bremen und Osnabrück, inmitten des Oldenburger Münsterlandes. Mit der NordWestBahn können beide Städte in etwa einer Stunde erreicht werden.

Nachbarorte sind, beginnend von Norden im Uhrzeigersinn, die Gemeinde Visbek, die Gemeinde Goldenstedt, die Kreisstadt Vechta, und die Vechtaer Ortschaft Langförden. Nach Osten, Südosten und Süden grenzt Lutten an die Ausläufer des Großen Moores an.

Langförden (7 km) Visbek (9 km)


 

Goldenstedt (10 km)
Vechta (5 km) Großes Moor (6 km)

Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

GeschichteBearbeiten

Eine erste urkundliche Erwähnung fand Lutten als ein adeliges Landgut im Jahr 872. 1320 wird bereits eine Kirche in Lutten urkundlich festgehalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr Lutten einen enormen Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen.

Lutten ist Teil des überwiegend katholisch geprägten Oldenburger Münsterlandes. So ist auch die Mehrheit der Bewohner katholischen Glaubensbekenntnisses. Die Lutter Dorfkirche St. Jacobus ist eine Filialkirche der Kirchengemeinde St. Gorgonius in Goldenstedt.

Am 1. März 1974 wurde aufgrund der Gemeindegebietsreform die eigenständige Gemeinde Lutten aufgelöst und in die Gemeinde Goldenstedt eingegliedert.[1] Dies war von hartnäckigen Protesten begleitet, denn die Lutter Bevölkerung wollte die Eingemeindung in die Gemeinde Goldenstedt verhindern, wegen einer zu geringen Identifikation und einer zudem hohen Entfernung zum Ort Goldenstedt (9 km). Viele Lutter Bürger gingen 1974 in der Vechtaer Innenstadt auf die Straße und protestierten unter dem Motto „Lutten zu Vechta“ für eine Eingliederung des Ortes Lutten in die Stadt Vechta, die aufgrund der deutlich höheren Identifikation der Lutter mit Vechta und der Nähe zur Kreisstadt (knapp 3 km zum Ortseingang Vechta-Oythe) sinnvoller schien.

 
Skulptur „Karussell des Lebens“ vor dem Heimathuus Lutten

Die Nähe zur Kreishauptstadt Vechta sorgt seit den 1980er Jahren für einen anhaltenden Bauboom in Lutten durch Zuzüge von Pendlern, die dazu beitragen, dass der Anteil der von der Landwirtschaft Lebenden stetig kleiner wird. Gefördert wird die Bereitschaft zum Berufspendeln durch die über Jahre stetig verbesserte Anbindung Luttens über die NordWestBahn an Vechta, aber auch an die südlicher gelegenen Städte und Gemeinden des Landkreises Vechta, an Wildeshausen, an Bremen und an Osnabrück und den Ausbau des Busverkehrs durch die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta.

2015 wurde die Goldenstedter Skulpturenmeile um einen Standort in Lutten erweitert.[2] Beim Heimathuus am Bahnhof Lutten wurde die Holzskulptur „Karussell des Lebens“ aufgestellt, ein Gemeinschaftswerk der Bildhauer Ragna Reusch-Klinkenberg (Rotenburg/Wümme), Uwe Schloen (Bremen), Uwe Oswald (Goldenstedt/Barnstorf), Ellen Mäder-Gutz (Vechta) und Yves Rasch (Hamburg).[3]

PolitikBearbeiten

Lutten war die erste Gemeinde, die nach dem Zweiten Weltkrieg im britischen Sektor wieder selbstständig wurde.

Bei der Gemeindegebietsreform 1974 wurde Lutten in die Gemeinde Goldenstedt eingegliedert. Bis heute sind starke Strömungen in der Gemeinde vorhanden, die sich eine Anbindung an Vechta wünschen. Hauptgrund dafür sind vor allem die geografischen Gegebenheiten. Der seit 1986 amtierende Bürgermeister Goldenstedts, Willibald Meyer (CDU), wohnt in Lutten.

VerkehrBearbeiten

Anbindung im StraßenverkehrBearbeiten

Lutten wird von den beiden Kreisstraßen 254 (Wöstendöllen-Amerbusch) und 253 (Osterende-Langförden) durchkreuzt (Nord-Süd, West-Ost).

Südlich des Dorfes führt die Landstraße 881 nach Goldenstedt bei Oldenburg und direkt am Südausgang des Dorfes führt sie zur Kreisstadt Vechta.

Die A 1 ist innerhalb von 15 Minuten Richtung Osnabrück, Oldenburg und Bremen erreichbar, ebenso die B 69, Richtung Diepholz.

Öffentlicher NahverkehrBearbeiten

 
Bischof John Henry Luers aus Lutten, 1859

Lutten ist sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. 1 km nördlich des Ortszentrums befindet sich der Bahnhof, der von der RB 58 (Betreiber: NordWestBahn) stündlich in Richtung Osnabrück/Vechta und Bremen/Delmenhorst auf der Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe angefahren wird. Per Bus ist Lutten durch die Buslinien 693 und 642 (Betreiber: Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta) im 1-2 Stunden-Takt an Vechta und Goldenstedt angebunden.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Der Physiker Klaus von Klitzing, geboren am 28. Juni 1943 in Schroda/Posen, wuchs in Lutten auf. Er erhielt 1985 den Nobelpreis für Physik für seine Arbeiten zum „Quanten-Hall-Effekt“.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 276.
  2. „Karussell des Lebens“ ergänzt Skulpturenmeile. nwzonline.de. 24. Juni 2015
  3. Gemeinde Goldenstedt: Eine Skulptur für Lutten.