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Ludwig von Stempel

deutscher Architekt des Historismus und bayerischer Baubeamter
Ludwig von Stempel

Ludwig Ritter von Stempel (* 4. November 1850 in Grünstadt; † 30. Juli 1917 in Kaiserslautern) war ein deutscher Architekt des Historismus und bayerischer Baubeamter. Er entwarf zahlreiche Verwaltungsgebäude, aber auch einzelne Privathäuser auf dem Gebiet des Königreichs Bayern, vor allem in der bayerischen Pfalz. Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn war er Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium.

LebenBearbeiten

 
Redemptoristenkirche in Cham
 
Ehemaliges Postamt in Pirmasens

Ludwig Stempel, Sohn eines gleichnamigen Lehrers, besuchte das Progymnasium Grünstadt[1] und studierte in der Zeit von Gottfried von Neureuther Architektur an der Polytechnischen Schule München.

1877 kam er als Assessor an das Kgl. Landbauamt Kaiserslautern. 1886 erfolgte seine Ernennung zum Bauamtmann und Vorstand der Behörde. Zu seinen bedeutendsten Bauten in der Pfalz zählen die Apostelkirche in Kaiserslautern sowie die Hauptpostämter in Kaiserslautern und Pirmasens, die stilistisch der Neorenaissance zuzuordnen sind und an italienische Palazzi erinnern.

Vom Herbst 1897 bis Februar 1898 war er vorübergehend Kreisbaurat bei der Kgl. Regierung für Oberfranken in Bayreuth. Danach wechselte er als Oberbaurat und Referent für Kultusbauwesen zur Kgl. Obersten Baubehörde nach München.

1909 erfolgte die Ernennung zum Ministerialrat. Von 1915 bis zu seiner Pensionierung 1917 amtierte er schließlich in der Nachfolge von Richard Reverdy als Vorstand der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium.[2] Während seiner Tätigkeit in München war er unter anderem für die Errichtung mehrerer Erweiterungsbauten des Universitätsklinikums München verantwortlich, darunter die Poli- und die Augenklinik.

Nur wenige Monate nach Antritt seines Ruhestands erlag Ludwig von Stempel im Alter von 66 Jahren in seiner früheren Hauptwirkungsstätte Kaiserslautern einer Lungenentzündung.

EhrungenBearbeiten

Zu Lebzeiten wurden Stempel mehrere Orden durch die bayerische Krone verliehen. So erhielt er 1905 den Verdienstorden vom Heiligen Michael, III. Klasse.[3] 1908 wurde ihm das Ritterkreuz des Kgl. Verdienstordens der Bayerischen Krone verliehen, mit dem der persönliche Adel verbunden war.[4]

In seinem 100. Todesjahr beschloss der Bauausschuss der Stadt Kaiserslautern am 16. Januar 2017, die Fläche zwischen Trippstadter Straße, Parkstraße und Sturmstraße am Rande des Kaiserslauterer Stadtparks zu Ehren des Architekten als Ludwig-Ritter-von-Stempel-Platz zu benennen.[5]

Werk (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ludwig von Stempel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jahresbericht über die Königlich-Bayerische Lateinische Schule zu Grünstadt in der Pfalz, im Studienjahre 1864/65, S. 3 und S. 9; (Digitalansicht)
  2. Zentralblatt der Bauverwaltung, 35. Jahrgang 1915, Nr. 59 (vom 2. Juli 1915).
  3. Zentralblatt der Bauverwaltung, 25. Jahrgang 1905, Nr. 9 (vom 28. Januar 1905).
  4. Zentralblatt der Bauverwaltung, 29. Jahrgang 1909, Nr. 1 (vom 3. Januar 1909).
  5. https://www.kaiserslautern.de/buerger_rathaus_politik/medienportal/pressemitteilungen/045022/index.html.de, abgerufen am 23. Januar 2017