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LebenBearbeiten

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Leo in Hamburg Bauingenieurwesen. Anschließend ging er nach Berlin, wo er von 1951 bis 1954 an der Hochschule für die bildenden Künste (HfbK), heute Universität der Künste Berlin (UdK), Architektur studierte, u. a. bei Georg Neidenberger und Paul Baumgarten.

1953 arbeitete Leo bei Oswald Mathias Ungers in Köln. Zusammen mit Stefan Wewerka arbeitete er dort am Entwurf für das Oberhausener Institut zur Erlangung der Hochschulreife mit.

Von 1953 bis 1955 folgte eine Mitarbeit im Büro von Wassili und Hans Luckhardt (Berlin), wo Leo insbesondere mechanische Funktionsmodelle für die von Hans Luckhardt betriebene Entwicklung verstellbarer Patentmöbel baute. Danach war er bei Paul Baumgarten (Berlin) beschäftigt. 1956 gründete er ein eigenes Büro in Berlin.

Zwischen 1963 und 1967 war Leo zeitweise Assistent bei O. M. Ungers an der Technischen Universität Berlin. Von 1975 an war Leo Dozent für Bauplanung an der Hochschule der Künste Berlin (heute UdK), wo er 1976 zum Professor für Bauplanung berufen wurde und bis zu seiner Emeritierung 1982 lehrte.

Leo lebte bis zu seinem Tod in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Grunewald[1].

WirkenBearbeiten

Ludwig Leo war weithin unbekannt. Nicht zuletzt war dies seiner Bescheidenheit und seiner Scheu vor publizistischer Aufmerksamkeit zuzuschreiben. Seine wenigen realisierten Bauten besitzen eine methodische Handschrift, die sich unterschiedlicher Formensprachen bediente. Unter Eingeweihten galt er als der große „Radikalfunktionalist“ (Dieter Hoffmann-Axthelm). Leos Betonung des Funktionalismus wird bis in die Behandlung der Details seiner Bauten deutlich. Seine sozial geprägte architektonische Haltung zielt darauf ab, gemeinschaftliches Handeln und Arbeiten zu ermöglichen und zu fördern. Namhafte Architekten wie u. a. Peter Cook, Norman Foster und Ernst Gisel haben ihre Wertschätzung für Ludwig Leo bekundet, wobei die Rezeption des Leo'schen Werks oftmals formal orientiert war. Seine Bedeutung kann daran gemessen werden, dass – trotz einer kurzen Werkliste – bereits zu Leos Lebzeiten drei seiner Bauten unter Denkmalschutz gestellt wurden. Schüler von Ludwig Leo an der HdK, die sich öffentlich auf ihn beziehen, sind u. a. Max Dudler und Christoph Langhof.

AuszeichnungenBearbeiten

1969 erhielt Ludwig Leo den Berliner Kunstpreis für Baukunst; er wurde 1988 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Er war Mitglied der Berliner Akademie der Künste, an die er im Juni 2008 sein Archiv übergab,[2] Emeritus der Hochschule der Künste Berlin und Honorary Fellow of Royal Institute of British Architects in London.[3]

Ausgewählte BautenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Traueranzeige der Familie, Tagesspiegel vom 11. November 2012, S. 15
  2. Archiv des Architekten Leo geht an Akademie der Künste@1@2Vorlage:Toter Link/www.berlinonline.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Berliner Zeitung, 30. Juni 2008
  3. Familienanzeigen in: Der Tagesspiegel vom 11. November 2012, S. 15