Louise von Dänemark (1875–1906)

dänische Prinzessin aus dem Hause Glücksburg
Prinzessin Louise von Dänemark (1875–1906)

Louise von Dänemark (Louise Caroline Josephine Sophie Thyra Olga; * 17. Februar 1875 auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen; † 4. April 1906 auf Schloss Ratiboritz in Böhmen) war eine dänische Prinzessin aus dem Hause Glücksburg und durch Heirat Prinzessin zu Schaumburg-Lippe.

Herkunft und FamilieBearbeiten

 
Prinzessin Louise mit ihrer Mutter, Kronprinzessin Louise (Gemälde von Laurits Tuxen)

Louise von Dänemark war das dritte Kind des Königs Friedrich VIII. von Dänemark und dessen Frau Louise von Schweden-Norwegen. Louise, ein schüchternes und introvertiertes Kind, wuchs mit sieben Geschwistern auf Schloss Charlottenlund und Schloss Amalienborg auf. Ihr Bruder Christian (X.) folgte dem Vater auf den dänischen Thron, ihr Bruder Karl wurde als Haakon VII. König von Norwegen.

Ehe und NachkommenBearbeiten

Louises Großmutter väterlicherseits, Königin Louise von Dänemark, war bekannt für ihre erfolgreiche Heiratspolitik. Sie erkannte bei ihrer Enkelin eine Neigung zur Melancholie und wollte deswegen auch sie gerne gut verheiratet wissen. Über deutsche Verwandte hatte sie Kontakt zu einer Nebenlinie des Hauses Schaumburg-Lippe, die das Schloss Náchod in Böhmen unterhielt. Louise wurde mit Prinz Friedrich zu Schaumburg-Lippe bekannt gemacht, dem künftigen Erben der Herrschaft Nachod. Das Paar verlobte sich 1894. Die Hochzeit fand 1896 in Dänemark statt.

Nach der Hochzeit zog Louise mit ihrem Mann nach Böhmen, das sie nie zuvor gesehen hatte. Gemeinsam bezog das Paar Schloss Ratiboritz. Hier wollten sie leben, bis sie eines Tages das benachbarte Schloss Náchod erben würden. Die Ehe galt als ausgesprochen glücklich. Dennoch litt Louise an Melancholie und an Heimweh und besuchte regelmäßig ihre Familie in Dänemark.[1]

Prinzessin Louise und Prinz Friedrich hatten drei Kinder:

  • Prinzessin Marie Luise Dagmar Bathildis Charlotte zu Schaumburg-Lippe (* 10. Februar 1897; † 1. Oktober 1938)
⚭ 1916 Prinz Friedrich Sigismund von Preußen (1891–1927)
⚭ 1937 Prinzessin Feodora von Dänemark (1910–1975)
  • Prinzessin Stephanie Alexandra Hermine Thyra Xenia Bathildis Ingeborg zu Schaumburg-Lippe (* 19. Dezember 1899; † 2. Mai 1925)
⚭ 1921 Viktor Adolf zu Bentheim und Steinfurt (1883–1961)

TodesumständeBearbeiten

Louise starb am 4. April 1906 im Alter von 31 Jahren. Als Todesursache wird in älteren und neueren Quellen oft Hirnhautentzündung angegeben.[2] Der Glücksburg-Historiker Bo Bramsen stellt jedoch heraus, dass Louise sich in einem See bei Schloss Ratiboritz ertränkt habe. Wegen ihrer Melancholie habe sie dies bereits vorher versucht, sei aber vom Schlossgärtner gerettet worden.[3]

Louises früher Tod überschattete den Amtsantritt ihres Vaters, der nur wenige Tage zuvor König von Dänemark geworden war. Auch für Prinz Friedrich war der Tod seiner Frau ein harter Schlag. Hinzu kam, dass Friedrichs Vater Wilhelm am selben Tag verstarb wie Louise. Kurz darauf zog Friedrich, allein mit seinen drei kleinen Kindern, auf das elterliche Schloss Nachod um.[4]

VorfahrenBearbeiten

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Wilhelm von Schleswig-Holstein (1785–1831)
 
 
 
 
 
 
 
Christian IX. König von Dänemark (1818–1906)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Luise Karoline von Hessen-Kassel (1789–1867)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich VIII. König von Dänemark (1843–1912)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm von Hessen (Rumpenheim) (1787–1867)
 
 
 
 
 
 
 
Louise von Hessen (1817–1898)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Louise Charlotte von Dänemark (1789–1864)
 
 
 
 
 
 
 
Louise von Dänemark
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Oskar I. König von Schweden (1799–1859)
 
 
 
 
 
 
 
Karl XV. König von Schweden (1826–1872)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Josephine von Leuchtenberg (1807–1876)
 
 
 
 
 
 
 
Louise von Schweden-Norwegen (1851–1926)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Prinz der Niederlande (1797–1881)
 
 
 
 
 
 
 
Luise von Oranien-Nassau (1828–1871)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Luise von Preußen (1808–1870)
 
 
 
 
 
 

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bo Bramsen: Huset Glücksborg. Europas svigerfader og hans efterslægt. Band 2, Kopenhagen 1992, ISBN 87-573-1843-6, S. 336–340. (dänisch)
  2. Knud J. V. Jespersen: Rytterkongen. Et portræt af Christian 10. Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-02-04135-4, S. 144. (dänisch)
  3. Bo Bramsen: Huset Glücksborg. Europas svigerfader og hans efterslægt. Band 2, Kopenhagen 1992, ISBN 87-573-1843-6, S. 338. (dänisch)
  4. Bo Bramsen: Huset Glücksborg. Europas svigerfader og hans efterslægt. Band 2, Kopenhagen 1992, ISBN 87-573-1843-6, S. 340. (dänisch)