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Lorraine Daston

US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin
Lorraine Daston im Februar 2009

Lorraine Jenifer Daston (* 9. Juni 1951 in East Lansing, Michigan, teilweise auch abgekürzt als Raine Daston) ist eine US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin und Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Im Juni 2019 wurde sie emeritiert.[1]

WirkenBearbeiten

Daston promovierte 1979 an der Harvard University und hat seitdem an den Universitäten Harvard, Princeton, Brandeis und Göttingen gelehrt. Seit 1995 ist sie am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte tätig. Weiterhin ist sie Gastprofessorin im Committee on Social Thought an der University of Chicago und Honorarprofessorin für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie war außerdem Gastprofessorin in Paris und Wien und hielt die Isaiah Berlin Lectures an der Universität Oxford (1999), die West Lectures an der Stanford University (2005) und die Tanner Lectures an der Harvard University (2002). Sie ist Fellow der American Academy of Arts and Sciences (seit 1993) und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2002 der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.[2]

Arbeitsgebiete

Innerhalb der Wissenschaftsgeschichte liegt Dastons Schwerpunkt auf Idealen und Praktiken der Rationalität. Ihre Arbeit fokussiert auf epistemologische und ontologische Kategorien (u. a. „wissenschaftliches Objekt“, „Objektivität“, „Demonstration“ und „Beobachtung“), die wissenschaftliche Untersuchungen und ihre Standards formen. Lorraine Daston hat zu einer Vielzahl an Themen der Wissenschaftsgeschichte publiziert, z. B. zur Geschichte der Wahrscheinlichkeit und Statistik, zum Problem der Wunder in den frühen modernen Wissenschaften, zur Entstehung einer wissenschaftlichen Tatsache, zu wissenschaftlichen Modellen, zu wissenschaftlichen Untersuchungsobjekten, zur moralischen Autorität der Natur und zur Geschichte der wissenschaftlichen Objektivität.

PrivatlebenBearbeiten

Lorraine Daston ist mit Gerd Gigerenzer verheiratet.

AuszeichnungenBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Quantifizierung der weiblichen Intelligenz. In: Renate Tobies (Hrsg.): „Aller Männerkultur zum Trotz“. Frauen in Mathematik und Naturwissenschaften. Campus, Frankfurt a. M./New York 1997, ISBN 3-593-35749-6, S. 69 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • mit Katharine Park: Wonders and the order of nature. 1150–1750. Zone Books, New York NY 1998
    • Deutsche Ausgabe: Wunder und die Ordnung der Natur 1150–1750. Eichborn, Berlin u. a. 2002, ISBN 3-8218-1633-3
  • mit Peter Galison: Objectivity. Zone Books, New York NY 2007, ISBN 978-1-890951-78-8
  • mit Paul Erickson et al.: How Reason Almost Lost Its Mind. The Strange Career of Cold War Rationality, University of Chicago Press, Chicago, Illinois, USA 2013, ISBN 978-0-226-04663-1.

Als HerausgeberinBearbeiten

  • mit Gregg Mitman: Thinking with animals. New perspectives on anthropomorphism. Columbia University Press, New York NY u. a. 2005, ISBN 0-231-13038-4.
  • mit Katharine Park: Early modern science (= The Cambridge history of science. Band 3). Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2006, ISBN 0-521-57244-4.
  • mit Christoph Engel: Is there value in inconsistency? (= Common Goods. Band 15). Nomos, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-2143-5.
  • mit Elizabeth Lunbeck: Histories of Scientific Observation. University of Chicago Press, Chicago IL u. a. 2011, ISBN 978-0-226-13678-3.
  • (Hrsg.): Science in the Archives. Pasts, Presents, Futures, Chicago 2017: University of Chicago Press, ISBN 978-0-226-43236-6.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Uta Deffke: Die Beobachterin. In: MaxPlanckForschung, (Hrsg.) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V., 1/2012, S. 86–92, online, PDF

WeblinksBearbeiten

VideosBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Solstice Celebrations: Ein Fest für Raine Daston, Meldung des MPI für Wissenschaftsgeschichte abgerufen 24. September 2019
  2. http://www.mpiwg-berlin.mpg.de/en/staff/members/ldaston
  3. Lorraine Daston Wissenschaftshistorikerin. Orden Pour le Mérite, abgerufen am 6. März 2018 (deutsch).
  4. Ordensverleihungen zum Tag der Deutschen Einheit (Memento vom 9. Dezember 2008 im Internet Archive), Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes, abgerufen am 3. Oktober 2010
  5. Fellows: Professor Lorraine Daston. British Academy, abgerufen am 6. März 2018 (englisch).
  6. Wissenschaftshistorikern Lorraine Daston erhält Sarton Medal für Lebenswerk beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de); abgerufen am 28. November 2012
  7. Feierliche Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaft, 8. Dezember 2012 bei Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de); abgerufen am 27. November 2012
  8. dazu eine Rezension des Buches von Henning Trüger bei hsozkult.de, abgerufen 1. Februar 2019