Liste von Sakralbauten in Nettetal

Die Liste von Sakralbauten in Nettetal listet gegenwärtige und ehemalige Sakralbauten in der nordrhein-westfälischen Stadt Nettetal auf. Zusätzlich werden hier auch Versammlungshäuser und -räume (ö. Ä.) von religiösen Gemeinschaften aus Nettetal sowie Trauerhallen auf Friedhöfen aufgeführt, die im engeren Sinne ja keine Sakralbauten sind.

ListeBearbeiten

BreyellBearbeiten

Abbildung Religiöse Gemeinschaft / Typ Kirche Standort Koordinaten Bauzeit Beschreibung

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde St. Lambertus Am Kastell 4A, 41334 Nettetal   1118 Bereits vor den 10. Jahrhundert soll es eine Pfarre in Breyell gegeben haben (das das Patrozinium des Hl. Lambertus deutet darauf hin). Urkundlich ist nachgewiesen, dass Graf Gerhard von Wassenberg und Geldern am 30.09.1118 eine Collegiatkirche in Wassenberg stiftete, die er u. a. mit Gütern in Breyell ausstattete. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das vorhandene Gotteshaus komplett umgebaut, es konnte am 04.10.1905 durch den Bischof Hermann Dingelstad aus Münster feierlich eingeweiht werden. Nach einer notwendigen Renovierung konnte die Kirche am 30.09.2009 in einem Festhochamt durch den Weihbischof Dr. Johannes Bündgens neu eröffnet werden.[1]

 
 
Kapelle St. Peter und Paul Leutherheide 35, 41334 Nettetal   1628 Die Anfänge der katholischen Pfarrvikarie Sankt Peter und Paul Leutherheide gehen auf das Jahr 1628 zurück, in diesem Jahr wurde der erste Teil der heutigen Kapelle errichtet. 1768 wurde die Kapelle zum ersten Mal erheblich erweitert und 1801 den Apostelfürsten Peter und Paul geweiht. Die Erweiterung auf die heutige Größe fand im Jahr 1899 statt, die Selbstständigkeit erlangte die Pfarrgemeinde am 01.12.1907. Mit ca. 250 Gemeindemitgliedern ist Sankt Peter und Paul Leutherheide eine der kleinsten Kirchengemeinden im Bistum Aachen.[2][3]

 
 
Judentum Synagoge Breyell Biether Straße, 41334 Nettetal   1910 Für die Mitte des 18. Jahrhunderts sind erste jüdische Mitbürger in Breyell nachgewiesen, die Synagoge konnte im Oktober 1910 feierlich eingeweiht werden. Das Gebäude wurde am 09.11.1938 komplett zerstört. Am 09.11.2013 wurde (in Zusammenarbeit mit der Städtischen Gesamtschule Nettetal) etwa 250 Meter vom alten Standort der Synagoge in Richtung Stadtmitte das „Mahnmal für die ehemalige Synagoge in Breyell“ (s. Bild) errichtet.[4][5]

HinsbeckBearbeiten

Abbildung Religiöse Gemeinschaft / Typ Kirche Standort Koordinaten Bauzeit Beschreibung

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde St. Peter An St. Peter 3A, 41334 Nettetal   1863 bis 1867
Die neugotische dreischiffige Backsteinhalle mit einem Querschiff und drei Chorpolygonen wurde von 1863 bis 1867 nach Plänen von Vinzenz Statz errichtet. Der vorgesetzte Westturm wurde 1882 gebaut. Im Innenraum ruhen Kreuzrippengewölbe über Rundpfeilern. Die ornamentalen und figürlichen Bleiglasfenster wurden 1967 von Johannes Beeck angefertigt.[6]

 
 
Kapelle St. Croix Kapelle Bergstraße 32, 41334 Nettetal   1724 Schon im 13. Jahrhundert gab es an dieser Stelle den „Hagelkreuzberg“, zu dem an bestimmten Feiertagen feierliche Prozessionen durchgeführt wurden, um die Felder vor Hagelschlag zu schützen. Im Jahr 1724 wurde dort die Kreuzkapelle (ein oktogonaler Putzbau mit flacher Holzdecke und ovalen Fenstern) auf Veranlassung des Geistlichen Matthias Xylander erbaut.[7]

 
 
Kapelle Johanniskapelle Johannesstraße 1, 41334 Nettetal   1617 Die Johanniskapelle wurde erstmals 1617 in einem Brief des Bischofs von Roermond erwähnt, 1671 wurde Kapelle (die nur aus einem Betraum bestand) um den Altarraum erweitert. Im 19. Jahrhundert wurde die Kapelle (ein einschiffiges Backsteinkapellchen mit flachem Chorabschluss) durch den Kölner Architekten Vinzenz Statz renoviert, seit 1950 kümmert sich die St.-Johannes-Bruderschaft Schlöp um die Renovierung und Pflege der Kapelle.[8][9]

BW

 
Evangelische Landeskirchen-Gemeinde Evangelische Kirchengemeinde Hinsbeck Parkstraße, 41334 Nettetal   1969 Ca. 1870 wurden die ersten evangelischen Christen in Hinsbeck nachgewiesen, es handelte sich meist um preussische Zollbeamte, die am Ort wohnten. Da die Anzahl der evangelischen Christen relativ klein war, wurde keine eigene Gemeinde eingerichtet. Durch die vielen Vertriebenen und Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde aber schnell an, weshalb im Jahr 1966 die Planung eines eigenen Gotteshauses durchgeführt werden konnte. Die nach den Plänen des Architekten Walter Froneberg erstellte Zeltkirche konnte am 30.03.1969 feierlich geweiht werden.[10][11]

KaldenkirchenBearbeiten

Abbildung Religiöse Gemeinschaft / Typ Kirche Standort Koordinaten Bauzeit Beschreibung

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde St. Clemens Kehrstraße 30, 41334 Nettetal   1450 bis 1500 Historisch lässt sich z. Zt. leider nicht eindeutig klären, ob der heutige Kirchenbau das dritte oder vierte Gotteshaus in Kaldenkirchen darstellt. Nachweislich wurde zwischen 1450 und 1500 an diesem Ort eine gotische Kirche erbaut wurde, von der noch der eindrucksvolle Glockenturm erhalten ist. Um 1890 wurde das Gebäude (bis auf den Glockenturm) vollständig abgerissen und durch den heutigen Neubau (nach den Plänen des Architekten Hahnemann aus Münster) ersetzt. Am 24.08.1897 konnte das neue Gotteshaus feierlich eingeweiht werden. Die vom Gelderner Kirchenmaler Heinrich Brey in den Jahren 1906 bis 1908 geschaffene Ausmalung sowie der gesamte Fensterbestand konnte in den Jahren 1994 bis 1997 restauriert werden.[12]

 
 
Evangelische Landeskirchen-Gemeinde Evangelische Kirchengemeinde Kaldenkirchen Kehrstraße 59, 41334 Nettetal   Die ersten refomatorischen Spuren in Kaldenkirchen sind für das Jahr 1533 nachgewiesen, 1572 gab es die erste Erwähning einer reformierten Gemeinde am Ort. Mit niederländischer Unterstützng konnte 1672 mit dem Bau des Gotteshauses begonnen werden. Es handelt sich um eine von der Straße nicht sichtbare Hofkirche, die durch Pfarr- und Schulhaus abgeschirmt ist, der Zugang von der Kehrstraße ist durch eine kleine Gasse möglich.[13]

 
 
Judentum Synagoge Kaldenkirchen Synagogenstraße, 41334 Nettetal   1873 Der erstmalige Nachweis jüdischer Mitbürger in Kaldenkirchen gibt es für das Jahr 1707. Im Juli 1873 konnte die Synagoge feierlich eingeweiht werden, sie wurde 1923 renoviert und während des Novemberpogroms durch Brandstiftung zerstört. Eine Gedenktafel an einem Haus gegenüber der zerstörten Synagoge beschreibt den Standort, weiterhin stellt ein im Boden eingelassenes Graphitsteinband die Umrisse des Gebäudes dar.[14][15]

LeuthBearbeiten

Abbildung Religiöse Gemeinschaft / Typ Kirche Standort Koordinaten Bauzeit Beschreibung

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde St. Lambertus Johann-Finken-Straße 6, 41334 Nettetal   1860 bis 1861 Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus ist eine dreischiffige Backsteinhallenkirche mit polygonalem Chor (Vincenz Statz, 1860/61) und vorgestelltem Westturm des 15. Jahrhunderts (1650/51 neu ummantelt). Sie ist Mittelpunkt des inselartigen Kerns von Leuth zusammen mit einigen benachbarten Hofanlagen und den umgebenden Frei- und Wegeflächen (Kirchhof, Fußwegen) und prägt die Silhouette des Dorfes.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Kirchhof die Begräbnisstätte für Leuth. 1850 wurde, wie damals wegen neuer hygienischer Erkenntnisse üblich, ein neues Friedhofsgelände außerhalb des alten Ortskerns erworben und 1860 in Gebrauch genommen. Auf dem Kirchhof gibt es noch einige Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der Kirchhof ist umgeben von einer Backsteinmauer, die auch den von der Johannes-Finken-Straße auf den Chor zuführenden Fußweg begleitet.[16]

LobberichBearbeiten

Abbildung Religiöse Gemeinschaft / Typ Kirche Standort Koordinaten Bauzeit Beschreibung

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde St. Sebastian An St. Sebastian, 41334 Nettetal   1893 Da sich die Einwohnerzahl von Lobberich durch die Industrialisierung sprunghaft erhöhte, war ein Neubau einer Pfarrkirche erforderlich geworden. Die Grundsteinlegung erfolgte im Oktober 1891, das neue neuromanische Gotteshaus „St. Sebastian" konnte 1893 fertig gestellt werden. Sie konnte am 15.10.1893 durch den Bischof von Münster, Hermann Dingelstad feierlich eingeweiht werden. In den Jahre 1987 bis 1990 musste die Kirche geschlossen werden, da statische Fehler beim Bau beseitigt werden mussten. Die „Alte Kirche“ blieb bestehen und wurde nicht abgerissen.[17][18][19]

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde Zum heiligen Josef Am Treppchen 2–3, 41334 Nettetal   1200 Am 25.07.1471 wurde die Vikarie zu Lobberich durch eine Stiftung der Eheleute Johann von Besell und Katharina von Bocholtz errichtet, sie wurde den Heiligen Antonius, Fabianus und Sebastianus geweiht. Romanische Mauerreste (einer Vorgängerkirche an diesem Ort) wurden um 1200 datiert, die heutige gotische Pfarrkiche stammt (bis auf wenige Ausnahmen) aus dem späten 14. bis frühen 15. Jahrhundert. Im Jahr 1710 wurde das Gotteshaus barockisiert, durch die teilweise Zerstörung der Barockeinrichtung der Kirche im Krieg (sowie in der nachfolgenden Zeit und durch die Entfernung des Stuckputzes) erhielt der Kirchenraum seinen gotischen Charakter weitgehend zurück. Im Jahr 1893 war ein Neubau (St. Sebastian Lobberich) notwendig geworden, da sich die Einwohnerzahl durch die Industrialisierung sprunghaft erhöhte. Die Bürger verhinderten den Abriss der „Alten Kirche“, sie wurde bis 1941 als Schulkirche benutzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche teilweise zerstört, konnte aber durch Spenden der Bürger wieder aufgebaut werden. 1967 konnte (wiederum durch Spenden der Bürger) die durch mutwillgen Verwüstungen entstandenen Schäden im Innenraum beseitigt werden. Seit einigen Jahren wird das Leben in der Alten Kirche vom „Arbeitskreis Alte Kirche" der Pfarrgemeinde St. Sebastian getragen.[20][21]

 
 
Evangelische Landeskirchen-Gemeinde Evangelische Kirchengemeinde Lobberich Steegerstraße 39, 41334 Nettetal   1958 Um das Jahr 1840 sind die ersten ervangelischen Christen in Lobberich nachgewiesen, die Gottesdienste fanden in angemieteten Privaträumen statt. 1885 konnte dann ein Betsaal mit ca. 80 Sitzplätzen auf der Elisabethstraße eingeweiht werden. Durch den Zuzug von Flüchtingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde, ein Kirchenneubau war unverzichtbar geworden. 1954 wurde ein Neubau vom Presbyterium beschlossen, das neue Gotteshaus konnte am Sonntag Invocavit des Jahres 1958 feierlich eingeweiht werden.[22][23][24]

 
 
Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden Nettechurch Lobberich Breyeller Straße 31, 41334 Nettetal  

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BW

 
Neuapostolische Kirche Neuapostolische Kirche Lobberich Schulzenburgweg 1a, 41334 Nettetal   1960 Das Datum der Gemeindegründung ist unbekannt, die feierliche Kirchweihe des Gotteshauses am Schulzenburgweg konnte am 18.10.1960 gefeiert werden.[26][27]

 
 
Kapelle im Städtisches Krankenhaus Nettetal Sassenfelder Kirchweg 1, 41334 Nettetal  

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Islam Türkisch-Islamische Gemeinde Lobberich Burgstraße 3, 41334 Nettetal  

SchaagBearbeiten

Abbildung Religiöse Gemeinschaft / Typ Kirche Standort Koordinaten Bauzeit Beschreibung

 
 
Römisch-Katholische Gemeinde St. Anna An der Kirche 7, 41334 Nettetal   1549 Bereits 1549 ist eine Kirchengemeinde in Schaag nachgewiesen, 1708 wurde eine neue Kapelle am Ort erbaut. Diese wurde in den Jahren 1788 und 1822 erweitert, die letzten (bekannten) Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten wurden in den 1970er Jahren durchgeführt.[29]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Homepage von St. Lambertus Breyell
  2. Kapelle St. Peter und Paul in limburg-bernd.de
  3. Kapelle St. Peter und Paul sankt-lambertus-breyell.de
  4. Synagoge Breyell in kuladig.de
  5. Mahnmal Synagoge Breyell in mahnmal.ge-nettetal.de
  6. Homepage von St. Peter Hinsbeck
  7. St. Croix Kapelle in nettetal.de
  8. Zerstört, aufgebaut und bewahrt: Johanneskapelle ist 400 Jahre alt in rp-online.de
  9. Johanniskapelle in Hinsbeck in limburg-bernd.de
  10. Evangelische in Lobberich/Hinsbeck in lobberich.de
  11. 50 Jahre evangelische Kirche in Hinsbeck in unserort.de
  12. Homepage von St. Clemens Kaldenkirchen
  13. Gedenktafel am Kirchengebäude der Evangelische Kirchengemeinde Kaldenkirchen (s. Bild)
  14. Synagoge Kaldenkirchen in kuladig.de
  15. Jüdische Gemeinde Kaldenkirchen in jüdische-gemeinden.de
  16. Homepage von St. Lambertus Leuth
  17. Homepage von St. Sebastian Lobberich
  18. Die Urkunden im Archiv der Pfarre St. Sebastianus in Nettetal - Lobberich bis zum Jahre 1600 (von Klaus Johannes Dors) in lobberich.de
  19. Katholische Pfarrkirche St. Sebastian in nettetal.de
  20. Homepage des Arbeitskreises Alte Kirche Lobberich
  21. Die Urkunden im Archiv der Pfarre St. Sebastianus in Nettetal - Lobberich bis zum Jahre 1600 (von Klaus Johannes Dors) in lobberich.de
  22. Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Lobberich - Hinsbeck
  23. Evangelische in Lobberich/Hinsbeck in lobberich.de
  24. Rundgang Historisches Lobberich in vvv-lobberich.de (PDF)
  25. Homepage der Nettechurch Lobberich
  26. Homepage der Neuapostolische Kirche Lobberich
  27. Nettetal-Lobberich in nak-zentralarchiv.de
  28. Seelsorge im Städtisches Krankenhaus Nettetal
  29. Homepage von St. Anna Schaag