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Lebenshaltungskosten sind die Kosten, die von einem Haushalt aufgewandt werden müssen, um das Leben im Alltag zu bestreiten.

Als Kosten der Lebenshaltung gelten die gesamten Aufwendungen im In- und Ausland für:

Zur Ermittlung der Lebenshaltungskosten verwenden nationale Statistikämter (in Deutschland das Statistische Bundesamt, in Österreich Statistik Austria, in der Schweiz das Bundesamt für Statistik) einen so genannten Warenkorb. Dieser enthält die Konsumgewohnheiten eines Durchschnittshaushalts. Da jedoch beispielsweise die Ausgaben für die (oft obligatorische) Krankenversicherung im Warenkorb fehlen, enthalten die Lebenshaltungskosten nicht alle Ausgaben für einen Haushalt. Neben den jeweiligen Gütern und deren Qualität sind auch die durchschnittlich in einem Zeitabschnitt (in der Regel einen Monat) gekauften Mengen wichtig (Wägungszahl). Um Vergleiche mit Vorjahren zu ermöglichen, wird auf einen Preisindex, in Deutschland den Verbraucherpreisindex für Deutschland, in Österreich den Verbraucherpreisindex, in der Schweiz den Landesindex der Konsumentenpreise zurückgegriffen.

Zu den europäischen Spitzenreitern bezüglich Höhe der Lebenshaltungskosten gehört vor allem die Schweiz. So zählen Zürich, Genf und Bern zu den zehn Städten mit den jeweils höchsten Lebenshaltungskosten weltweit.[1][2][3]

Historische Vergleiche von LebenshaltungskostenBearbeiten

Die Bewertung von Lebensstandards in vorindustrieller Zeit und erst recht die Umrechnung historischer Wertbezifferungen und Preise auf heutige Äquivalente erfordern höchst differenzierende Vorgehensweisen. Kein Maßstab gilt überall gleich: Unterschiede zwischen lebensnotwendigem und standesnotwendigem Auskommen, regional und zeitlich viel extremer als heutzutage schwankende Lebensmittelpreise und Arbeitslöhne oder ganz unterschiedlich zusammenstellbare "Warenkörbe" erschweren einen direkten Vergleich von Angaben aus historischen Quellen untereinander und mit heutigen Verhältnissen. Gleichwohl hat die sozial- und kulturgeschichtliche Forschung methodisch und quantifizierend versucht, sozialgeschichtliche Unterschiede und Entwicklungen darzustellen.[4]

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Lebenshaltungskosten – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schweiz, Afrika, Asien: Hier ist es am teuersten. Mercer LLC, 17. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  2. Zürich ist wieder die teuerste Stadt der Welt. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 3. März 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  3. Zürich und Genf gelten jetzt als teuerste Städte der Welt. Neue Zürcher Zeitung (NZZ), 3. März 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  4. Die Problematik umreisst Rolf Engelsing: Lebenshaltungen und Lebenshaltungskosten im 18. und 19. Jahrhundert in den Hansestädten Bremen und Hamburg, In: International Review of Social History 11 (1966), S. 73–107. - Weiteres Material in: P. Ballin: Der Haushalt der arbeitenden Klassen, Berlin 1881; Antje Kraus: Die Unterschichten Hamburgs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Stuttgart 1965; Lothar Schneider: Der Arbeiterhaushalt im 18. und 19. Jahrhundert, Berlin 1967; Gerhard Bry: Wages in Germany 1871–1945, Princeton 1960; E. H. Phelps Brown und Margaret Browne: A Century of Pay: The Course of Pay and Production in France, Germany, Sweden, the United Kingdom, and the United States, 1860–1960, London 1968; E. Conrad: Lebensführung von 22 Arbeiterfamilien Münchens, München 1909; H. Mebner: Der Haushalt und die Lebenshaltung einer Leipziger Arbeiterfamilie, in: Schmollers Jahrbuch, 2. Folge, 1 (1887), S. 304–334.