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Laue (slawisch: luge für Grassumpf oder Wiesenland) ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Delitzsch im Landkreis Nordsachsen des Freistaates Sachsen. Die Gemeinde wurde 1378 erstmals urkundlich bestätigt und am 1. März 1994 nach Delitzsch eingemeindet. Der Ortsteil hat rund 200 Einwohner (Stand 2018).

Laue
Stadt Delitzsch
Wappen von Laue
Koordinaten: 51° 33′ 24″ N, 12° 23′ 20″ O
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 5,22 km²
Einwohner: 194 (31. Jan. 2018)
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034202
Karte
Lage von Laue in Delitzsch
Dorfkirche
Dorfkirche

LageBearbeiten

Der Ortsteil Laue liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich von der Stadtmitte Delitzschs entfernt. Südlich verlaufen von Nordwesten kommend der Lober-Leine-Kanal, von Südwesten kommend die B 183a. Im Nordosten grenzt das Gemeindegebiet an Sausedlitz, im Südosten an Spröda und im Westen an Benndorf.

GeschichteBearbeiten

Die Gemeinde Laue wurde erstmals 1378 als Luge urkundlich erwähnt. Weitere Erwähnungen stammen aus den Jahren 1518 (Lugk) und 1535 (Lawe). 1350 lag die Ortschaft im „markgräflich-meißnischen districtus Deltsch“. 1445 wurde sie in der kurfürstlich-sächsischen Pflege Delitzsch erwähnt. Von 1503 bis 1547 lag Laue im herzoglich-, dann bis 1806 kurfürstlich- und ab 1806 im königlich sächsischen Amt Delitzsch des Leipziger Kreises. 1815 wurde die Gemeinde preußisch und dem Regierungsbezirk Merseburg in der Provinz Sachsen zugeordnet. Laue wurde 1945 durch amerikanische und später dann sowjetische Truppen besetzt. 1947 wurde der Ort dem Land Sachsen-Anhalt zugeordnet. Nach der Verwaltungsgebietsreform von 1952 gehörte Laue dem DDR-Bezirk Leipzig an. Laue wurde am 1. März 1994 zusammen mit dem Ort Benndorf in die Stadt Delitzsch eingemeindet.[1]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner[2]
1551 17 Hufner, 6 Inwohner
1747 23 Hufner, 23 ¼ Hufen
1818 233
1880 255
1895 258
1910 274
1925 298
1939 262
1946 366
1950 352
1964 280
Datum (zum 31.12.) Einwohner[3]
1990 212
1991 220
1992 209
1993 222
2011 ¹ 203

¹ nur Hauptwohnsitze am 30.09. (Quelle: Einwohnermeldeamt Stadt Delitzsch)

Sitzverteilung
5
2
Insgesamt 7 Sitze

PolitikBearbeiten

Laue verfügt über einen eigenen Ortschaftsrat mit sieben Sitzen und einem Ortsvorsteher, sowie Stellvertreter. Bei den letzten Ortschaftsratswahlen am 25. Mai 2014 entfielen fünf Sitze auf die Freien Wähler (66 %), wobei der fünfte Sitz nicht zuteilbar war, da nur vier Kandidaten gestellt wurden. Die anderen zwei Sitze bekam die SPD (26,6 %), bei der ebenfalls der zweite Sitz nicht zuteilbar war. Die restlichen 7,4 % entfielen auf sonstige Parteien von denen keine einen Sitz erhielt.[4] Ortsvorsteher ist Thomas Görner (FW), Stellvertreter Carsten Hesse (SPD).[5] Die nächste Wahl ist voraussichtlich im Jahr 2019.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

Der Verein Laue – Land und Leute e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, zur Förderung und Organisierung des örtlichen Gemeinschaftslebens. Hierzu zählte unter anderem die Rekonstruktion des dörflichen Brotbackofens auf dem zentralen Anger. Dieser wird immer noch regelmäßig von den Einwohnern genutzt.

Im Jahr 2005 gründete sich der Verein "Motorsport Team Görner e.V.", die gleichnamige Familie betreibt seit über 40 Jahren aktiven Rennsport. Seit 1998 nehmen sie über den ADMV und ADAC an Berg- und Rundstreckenrennen im historischen Motorsport erfolgreich teil.

Die Freiwillige Feuerwehr Laue begeht im Jahr 2014 ihr 125-jährige Jubiläum. Eine Initiative von Bürgern anderer Orte mit dem Familiennamen Laue beabsichtigt anlässlich dieses Jahrestages ein „Namenstreffen“ unter dem Motto LAUEs in LAUE zu begehen.

DorfkircheBearbeiten

Die barocke Saalkirche mit westlichem Dachreiter und Westturm wurde 1739 anstelle eines älteren Vorbaus errichtet. An der südlichen Saalwand befindet sich eine Mauernische mit spätgotischer Eisengittertür. Vor dem einfachen Altar mit barockem Portikuskanzelaufsatz steht ein Sandsteintaufbecken aus dem Jahre 1591. An der Nordseite befindet sich eine farbig gefasste Patronatsloge (Sakristei). Die barocken Emporen stammen aus der Zeit um 1739. Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt die Orgel mit dreiteiligem Prospekt. Der Glockenturm beherbergt eine spätgotische Bronzeglocke aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde von 1964 bis 1970 renoviert. Inzwischen finden weitere Arbeiten zur Erhaltung der Bausubstanz statt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Laue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Laue im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen: Laue: Bevölkerung, abgerufen am 26. Dezember 2012
  3. www.sachsen.de: Regionalregister: Laue, abgerufen am 3. August 2014
  4. Leipziger Volkszeitung (Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung), 27. Mai 2014, Seite 27
  5. Ortschaftsräte (Memento vom 19. April 2014 im Internet Archive), abgerufen am 10. November 2014