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Landschulheim Kempfenhausen

Schule in Deutschland

Das Landschulheim Kempfenhausen in Kempfenhausen am Starnberger See ist ein öffentliches Gymnasium mit integriertem Internat und Tagesheim und somit eine Besonderheit im bayerischen Schulsystem.[2] Es erfüllt neben 14 anderen bayerischen Internatsschulen den gesetzlichen Auftrag des Art. 106 BayEUG. Derzeit besuchen etwa 611 Jungen und Mädchen die Schule, ungefähr 70 davon leben im Internat.[1]

Landschulheim Kempfenhausen
LSHK Schulhof.jpg
Schulform Gymnasium mit Internat
Gründung 1967
Adresse

Münchner Str. 49–63
82335 Berg

Ort Berg (Starnberger See)
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 59′ 35″ N, 11° 21′ 37″ OKoordinaten: 47° 59′ 35″ N, 11° 21′ 37″ O
Träger Zweckverband Bayerische Landschulheime
Schüler 611 [1]
Lehrkräfte 56 [1]
Leitung Elmar Beyersdörfer (Schule & Internat)
Kirsten-Katja Schorr (Stellv. Internat)
Website www.lshk.de
Schullogo Hänge-Buche
Schullogo Möwe
Villa Pellet („Wagner-Haus“)
Gedenktafel am „Wagner-Haus“
Ehemaliges Gästehaus
Aus dem Schulprospekt (1940); archiviert im Ida-Seele-Archiv

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Königlich Bayerische Posthalter und Gasthofbesitzer Andreas Pellet aus Starnberg errichtete 1855 ein Landhaus mit Seeterrassen, großem Park, Gärtnerei und Obstgarten in Kempfenhausen am Ostufer des Starnberger Sees, auf einem von ihm angekauften Bauerngut (siehe auch: Villa Pellet).

Im Sommer 1864 mietete König Ludwig II die Villa Pellet für seinen Freund Richard Wagner an, der von dort täglich mit der Kutsche nach München oder zum Schloss Berg abgeholt wurde.

Nach dem Tode von Andreas Pellet im Jahr 1866 verkaufte seine Witwe das Anwesen mit Park und Nebengebäuden an den russischen Fürsten Alexander Bariatinsky, der das Haus 1899 umbauen und erweitern ließ. 1907 errichtete das Fürstenpaar ein Gästehaus (siehe auch: Gästehaus der Villa Pellet), welches lange Zeit als Direktorenhaus des Gymnasiums diente. 1912 starb Fürst Bariatinsky. Seine Witwe verließ 1914 kriegsbedingt das Anwesen; der Besitz wurde eingezogen.

Von 1919 bis 1930 war Gräfin Marguerite von Oberndorff Eigentümerin. Danach stand das Anwesen leer, bis die Pädagogin Elisabeth Hunaeus 1938 ein „Seminar für Frauenbildung“ eröffnete. Während des Krieges diente es als Kinderheim, später als Bildungseinrichtung für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen, als Mädchenmittelschule und als Haushaltsschule.

1967 ging das Anwesen mit dem rund 30.000 Quadratmeter großen Gelände in den Besitz des Zweckverbandes Bayerische Landschulheime über. Die Bildungseinrichtung von Elisabeth Hunaeus wurde weitergeführt mit einem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium für Mädchen und einer Fachschule für Sozialpädagogik; für einige Jahre gab es auch eine Realschule und eine Fachoberschule für Mädchen. Von 1972 bis 1975 führte das Landschulheim auch Kurse des „Telekollegs für Erzieher“[3] durch. 1973 wurde die Fachschule für Sozialpädagogik zur Fachakademie für Sozialpädagogik umstrukturiert; diese stellte dann aber 1989 ihren Betrieb ein. Im Jahr 1981 wurden dem Gymnasium ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig, im Jahr 1988 ein wirtschaftswissenschaftlicher Zweig angegliedert.[4][5][6]

Die Schule war eine reine Mädchenschule, bis im Jahre 1981 Koedukation eingeführt wurde.[5]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:

Geschichte der Schule seit 1967 (Baugeschichte: Schulgebäude, Heimgebäude, Mensa, Sportplätze, ...)

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SchuleBearbeiten

Das Landschulheim bietet folgende Ausbildungsrichtungen an[7]

  • Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG)
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Gymnasium (WSG-W, WSG-S)
    • WSG-S (sozialwissenschaftlich) ab der 8. Jahrgangsstufe Sozialkunde als Kernfach und Sozialpraktische Grundbildung mit Praktika
    • WSG-W (wirtschaftswissenschaftlich) ab der 8. Jahrgangsstufe verstärkter Unterricht in Wirtschaft und Recht, zusätzlich Wirtschaftsinformatik

Die Schule ist eine Ganztagsschule in offener und gebundener Form. Über den regulären Fachunterricht hinaus gibt es ein besonderes Nachmittagsangebot (Wahlunterricht) mit einer Vielzahl von Kursen und Arbeitsgemeinschaften.[7]

InternatBearbeiten

Das Internat kann bis zu 70 Mädchen und 100 Jungen aufnehmen. Die Schüler wohnen in Drei- und Zweibettzimmern. Von Montag bis Freitag findet nach dem Unterricht eine betreute Studierzeit statt.[7]

Schwerpunkte in der Freizeit sind die Bereiche Sport, Kultur und Musik/Kunst.[7]

SportBearbeiten

Das Gymnasium ist Landesstützpunktschule für Volleyball (Jungen) und Beachvolleyball (Mädchen und Jungen) sowie Bundesstützpunktschule des DVV für Volleyball.[8] Somit ist eine planmäßige Nachwuchsförderung möglich, die über den Rahmen des Sportunterrichts und dessen Stundenbudget weit hinausgeht. Weitere Sportangebote sind Billard, Boxen, Fitnessraum, Kajak, Klettern, Rugby, Tennis, Tischtennis, Sauna, Schwimmen, Segeln und Surfen.

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Landschulheim Kempfenhausen: 50 Jahre Kempfenhausen – Festschrift 2017
  2. Öffentliche Internatsschulen Bayern. Unsere Berufung. Arbeitsgemeinschaft der Öffentlichen Internatsschulen Bayerns, abgerufen am 23. Januar 2017.
  3. Saur, Karl-Otto: Eine Etage zu hoch. (PDF; 988 kB) Zeit Online, 9. Mai 1975, abgerufen am 23. Januar 2017.
  4. Vom Pellet-Haus zum Gymnasium. (PDF; 729 kB) Gemeinde Berg, 20. Juli 2012, abgerufen am 23. Januar 2017.
  5. a b Landschulheim Kempfenhausen: Jahresbericht 2007/2008
  6. [[Manfred Berger (Pädagoge) |Berger, Manfred]]: Chronik der ehemaligen und gegenwärtigen Ausbildungsstätten für Kleinkindlehrerinnen ... und ErzieherInnen in Bayern. Textor, Martin R., S. 2.(22), abgerufen am 25. April 2019.
  7. a b c d Flyer LSH Kempfenhausen. (PDF; 620 kB) Zweckverband Bayerische Landschulheime, Februar 2016, abgerufen am 7. Dezember 2017.
  8. Bundesstützpunkte. Deutscher Volleyball-Verband, 2016, abgerufen am 23. Januar 2017.
  9. Bundesfinale JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA. Bayerisches Kultusministerium, 23. Mai 2012, abgerufen am 23. Januar 2017.
  10. Richardson, Irmtraud: Gewinner Europa-Videowettbewerb. Bayerischer Rundfunk, 21. Mai 2014, abgerufen am 23. Januar 2017.
  11. Die Gewinnerfilme der Jahre 2011 bis 2016 (Altersgruppe 11-12 Jahre). DEIN BLICK IN DIE NATUR, 2015, abgerufen am 23. Januar 2017.
  12. 3. Sieger in der Altersgruppe 5. bis 6. Klasse. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), 2016, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  13. Die Börsenprofis vom Landschulheim. Münchner Merkur, 3. Januar 2017, abgerufen am 16. März 2017.
  14. 1. Sieger in der Altersgruppe 7. bis 8. Klasse. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017.