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Der Landkreis Guttentag (bis 1938 Kreis Guttentag) war von 1927 bis 1941 ein preußischer Landkreis in Oberschlesien. Seine Kreisstadt war Guttentag, das heutige Dobrodzień. Das ehemalige Kreisgebiet liegt heute zum größten Teil im Powiat Oleski in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Inhaltsverzeichnis

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Nachdem 1922 der Ostteil des Kreises Lublinitz mit den Städten Lublinitz und Woischnik vom Deutschen Reich an Polen abgetreten worden war, wurde zum 1. Januar 1927 aus den Landgemeinden Heine und Mischline aus dem Kreis Groß Strehlitz, der Landgemeinde und dem Gutsbezirk Thursy aus dem Kreis Rosenberg O.S. sowie aus dem im Deutschen Reich verbliebenen Teil des Kreises Lublinitz der Kreis Guttentag gebildet.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Guttentag entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der bis auf zwei unbewohnte Forstgutsbezirke alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Am 1. April 1938 wurden die preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien zur neuen Provinz Schlesien zusammengeschlossen. Zum 1. Januar 1939 erhielt der Kreis Guttentag entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Am 20. November 1939 erfolgte die Eingliederung des Landkreises Lublinitz aus dem Regierungsbezirk Kattowitz in den Regierungsbezirk Oppeln. Nunmehr wurde auch der Landkreis Guttentag von Lublinitz aus mitverwaltet. Zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien abermals aufgelöst und aus den Regierungsbezirken Kattowitz und Oppeln die neue Provinz Oberschlesien gebildet. Am 21. Mai 1941 erhielt der Landkreis Lublinitz den eingedeutschten Namen Loben. Zum 1. Juni 1941 wurden dann die beiden Landkreise Guttentag und Loben zum neuen Landkreis Loben mit dem Landratsamt in Loben vereinigt. Im Frühjahr 1945 wurde das ehemalige Gebiet des Landkreises Guttentag durch die Rote Armee besetzt und gehört seitdem zu Polen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1933 20.052 [1]
1939 21.167 [1]

Bei der Volkszählung von 1939 waren 95 % der Einwohner katholisch und 5 % evangelisch.[1]

LandräteBearbeiten

1927–193300Otto Ulitzka
1933–193700Rudolf Wagner
1937–194100Heinrich Wartmann

KommunalverfassungBearbeiten

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden.

GemeindenBearbeiten

Der Kreis Guttentag umfasste 1935 die folgenden Gemeinden:[1]

OrtsnamenBearbeiten

1936 wurden im Kreis Guttentag bis auf wenige Ausnahmen alle Gemeinden umbenannt. Das waren da meist „nicht deutsch genug“ lautliche Angleichungen Übersetzungen oder freie Erfindungen:

  • Bzinitz → Erzweiler O.S.
  • Cziasnau → Teichwalde
  • Dzielna → Grenzingen
  • Glowtschütz → Eichwege
  • Goslawitz → Goselgrund
  • Gwosdzian → Nagelschmieden
  • Jezowa → Kreuzenfeld
  • Klein Lagiewnik → Hedwigsruh
  • Koschwitz → Heidehammer
  • Makowtschütz → Mohntal
  • Mischline → Bachheiden
  • Mollna → Waldwiesen
  • Pluder → Wildfurt
  • Ponoschau → Hegersfelde
  • Rzendowitz → Mühlental
  • Schemrowitz → Raunen
  • Schierokau → Breitenmarkt
  • Skrzidlowitz → Flügeldorf
  • Sorowski → Ostenwalde
  • Thursy → Iltenau
  • Warlow → Wiesenau O.S.
  • Wendzin → Windeck
  • Zwoos → Ahndorf O.S.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. guttentag.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).