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Das Landgericht Freiburg ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von neun Landgerichten im Bezirk des Oberlandesgerichts Karlsruhe.

Palais Sickingen
Karte des Landgerichtsbezirks Freiburg in Baden-Württemberg
Ehemalige Deutschordenskommende
Die Terrakotta-Gruppe von Walter Schelenz

Inhaltsverzeichnis

Gerichtssitz und -bezirkBearbeiten

Das Landgericht (LG) hat seinen Sitz in Freiburg im Breisgau. Zum Gerichtsbezirk gehören die zehn Amtsgerichte Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg im Breisgau, Kenzingen, Lörrach, Müllheim, Staufen, Titisee-Neustadt und Waldkirch. Damit leben in seinem Bezirk etwa 780.000 Menschen.

ZuständigkeitBearbeiten

Das Landgericht ist für alle den Landgerichten gesetzlich übertragenen Aufgaben zuständig.

GerichtsgebäudeBearbeiten

Das Landgericht Freiburg ist sehr zentral in der Freiburger Salzstraße gelegen. Es ist teils im Palais Sickingen und teils gemeinsam mit Außensenaten des OLG Karlsruhe in der gegenüber liegenden ehemaligen Deutschordenskommende untergebracht. Für den Bau des Landgerichtsgebäudes wurde auch der Gasthof zum Wilden Mann abgerissen, der im Gegensatz zu den genannten Gebäuden den Bombenangriff vom 27. November 1944 überstanden hatte.[1]

Übergeordnete GerichteBearbeiten

Dem Gericht ist das Oberlandesgericht Karlsruhe übergeordnet. Oberstes Gericht ist der Bundesgerichtshof.

GeschichteBearbeiten

Das Landgericht Freiburg ging aus dem Hofgericht des Oberrheinkreises hervor, das 1807 im Großherzogtum Baden mit Sitz in Freiburg gegründet wurde. Es war für die Ämter Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg Stadt, Freiburg Land, Hornberg, Jestetten, Kenzingen, Lörrach, Müllheim, Säckingen, St. Blasien, Schönau, Schopfheim, Staufen, Triberg, Waldkirch und Waldshut und die zugehörigen Amtsgerichte zuständig. Ab dem Jahr 1864 hieß es Kreis- und Hofgericht, was sich mit den Reichsjustizgesetzen von 1879 in Landgericht änderte. Hierdurch erhielt es auch in weiten Teilen die heutigen Zuständigkeiten.

Eine 2016 veröffentlichte Untersuchung eines Wissenschaftlers des in Freiburg angesiedelten Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht zeigte, dass von den Richtern im Landgerichtsbezirk Freiburg im Durchschnitt die bundesweit mildesten Urteile gefällt werden.[2][3][4]

Von Herbst 2017 bis Frühjahr 2018 fand hier der bundesweit beachtet Prozess im Mordfall Maria Ladenburger statt.

Anlässlich der Prozesse um die Gruppenvergewaltigung in Freiburg mussten im denkmalgeschützten Schwurgerichtssaal IV drei Zuschauerreihen herausgesägt werden. Noch nie hat es dort einen Prozess mit acht Angeklagten gegeben. Außer diesen müssen Verteidiger, Dolmetscher und Staatsanwaltschaft dort Platz finden. Außerdem wurde im Innenhof der Ententeich überbaut, damit dort acht Gefangenentransporter Platz finden.[5]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Schadek: Freiburg, ehemals – gestern – heute, Die Stadt im Wandel der letzten 100 Jahre, Steinkopf Verlag, 2004, S. 71 ff.
  2. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart Germany: Justiz in Baden-Württemberg: Gerichte im Südwesten fällen besonders milde Urteile.
  3. Volker Grundies: Gleiches Recht für alle? – Eine empirische Analyse lokaler Unterschiede in der Sanktionspraxis in der Bundesrepublik Deutschland. In: Frank Neubacher, Nicole Bögelein (Hrsg.): Krise – Kriminalität – Kriminologie, S. 511–525. Forum Verlag Godesberg, Mönchengladbach 2016.(Volltext)
  4. Volker Grundies: Regionale Unterschiede in der gerichtlichen Sanktionspraxis in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Analyse. In: Dieter Hermann, Andreas Pöge (Hrsg.): Kriminalsoziologie. Handbuch für Wissenschaft und Praxis, S. 295–316. 1. Auflage 2018, ISBN print: 978-3-8487-2806-0, ISBN online: 978-3-8452-7184-2, https://doi.org/10.5771/9783845271842-294
  5. Joachim Röderer: Großprozess um Gruppenvergewaltigung in Freiburg soll noch im Mai beginnen. Badische Zeitung, 27. März 2019, abgerufen am 28. März 2019.

Koordinaten: 47° 59′ 40,1″ N, 7° 51′ 6,6″ O