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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen

Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen (LAV NRW) entstand am 1. Januar 2004 durch Errichtungserlass vom 14. November 2003 und gliederte sich zunächst in sieben Abteilungen, in denen die ehemaligen Staatsarchive als ganze Abteilungen oder Teile von Abteilungen aufgegangen sind. 2008 wurde das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen neu gegliedert. Von der Gründung bis April 2013 war Wilfried Reininghaus Präsident des Landesarchivs, seit September 2013 hat Frank Bischoff dieses Amt inne.

Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg
Staatliche Ebene Land Nordrhein-Westfalen
Stellung Landesarchiv
Aufsichtsbehörde Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Gründung 1832
Hauptsitz Duisburg
Behördenleitung Frank M. Bischoff
Bedienstete 192
Website Landesarchiv NRW

Inhaltsverzeichnis

Gliederung und StandorteBearbeiten

 
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Hauptsitz und Abteilung Rheinland in Duisburg
 
Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen in Münster
 
Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe in Detmold

Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen ist in folgende Abteilungen gegliedert:

  • Zentrale Dienste (Standort Duisburg): nimmt Aufgaben in den Bereichen Personal, Haushalt, Organisation und Informationstechnik wahr.
  • Fachbereich Grundsätze (Standort Duisburg): er ist für Konzept- und Strategieentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Bestandserhaltung (einschließlich Schutz- und Sicherungsverfilmung) zuständig.
  • Abteilung Rheinland (Standort Duisburg): sie besteht aus dem früheren Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf und dem früheren Personenstandsarchiv Rheinland in Brühl.
  • Abteilung Westfalen (Standort Münster): sie besteht aus dem früheren Staatsarchiv Münster.
  • Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Standort Detmold): sie besteht aus dem früheren Staats- und Personenstandsarchiv Detmold.

Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen ist somit auf vier verschiedene Standorte aufgeteilt (Stand: Mai 2014).

Die ehemals in Düsseldorf und Brühl angesiedelte Abteilung Rheinland des Landesarchivs ist 2014 in ein neues Gebäude im Duisburger Innenhafen umgezogen. Zu diesem Zweck wurde nach Planung der Architekten Ortner & Ortner Baukunst von 2010 bis 2013 ein historisches Speichergebäude der Rheinisch-Westfälischen Speditions-Gesellschaft umgebaut, ein Archivturm errichtet und ein wellenförmiger Bürotrakt angefügt. Die Wiederöffnung am neuen Standort fand am 9. Mai 2014 statt.

Nach Presseberichten sind die tatsächlichen Baukosten für das neue Gebäude der Abteilung Rheinland in Duisburg mit 195 Millionen Euro gegenüber den kalkulierten Kosten mit 30 Millionen Euro um 550 % höher als veranschlagt. In mehreren Presseberichten wurden hier unter anderem Korruptionsvorwürfe erhoben. Zur Aufklärung wurde in NRW ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss gebildet, der neben dem Landesarchiv unter anderem die Erweiterung des Polizeipräsidiums Köln-Kalk, das Bauvorhaben Fachhochschule Köln und Schloss Kellenberg untersucht.[1] Da hierbei der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB) eine Rolle spielte, wurde in den Medien auch der Begriff BLB-Affäre benutzt.

  Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2014 nicht mehr aktuell zu sein: Zu welchem Ergebnis kam der Ausschuss? --Flominator 13:20, 12. Dez. 2015 (CET).
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AufgabenBearbeiten

Die Mitarbeiter des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen

  • beraten staatliche Behörden, Gerichte und Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen bei der Verwaltung und Sicherung ihrer Unterlagen.
  • entscheiden, was aus der großen Menge der dort anfallenden Unterlagen als Archivgut dauerhaft erhalten bleibt, und übernehmen diese Unterlagen ins Archiv.
  • sammeln Unterlagen nichtstaatlicher Einrichtungen, z. B. von Parteien, Verbänden und Privatpersonen zur Ergänzung der staatlichen Überlieferung.
  • erschließen die übernommenen Unterlagen, um komfortable und inhaltlich aussagekräftige Zugangsmöglichkeiten zum Archivgut zu schaffen.
  • restaurieren geschädigte Archivalien und behandeln sie konservatorisch.
  • lagern das Archivgut in Magazinen unter geeigneten klimatischen Bedingungen, damit es unbeschadet die nächsten Jahrhunderte überdauern kann.
  • stellen die Archivalien zur Benutzung bereit und beraten bei Recherchen.
  • machen die im Archiv verwahrten Bestände mit Publikationen, Archivführungen und Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

BeständeBearbeiten

Die Überlieferung des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen geht in Einzelstücken auf das 7. Jahrhundert zurück und reicht bis in die unmittelbare Gegenwart hinein. Die Bandbreite der Unterlagen ist dementsprechend groß: Neben Urkunden, Akten, Amtsbüchern und Karten füllen zunehmend auch Fotos, Filme, Tondokumente und elektronische Datenträger die Magazine. Insgesamt erstrecken sich die Bestände des Landesarchivs aktuell über rund 160 Regalkilometer (davon 100 Regalkilometer am neuen Standort des Landesarchivs in Duisburg).

BenutzungBearbeiten

Grundsätzlich kann jeder nach den Regelungen des nordrhein-westfälischen Archivgesetzes die Archivalien des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen benutzen. Allerdings gibt es gesetzlich geregelte Sperrfristen, insbesondere um die Rechte von Personen zu schützen. Für wissenschaftliche Zwecke können die meisten dieser Fristen auf Antrag verkürzt werden.

Benutzer können im Internet auf der Seite des Landesarchivs oder im Internetportal „Archive in NRW“ in den Beständeübersichten, in den Katalogen der Dienstbibliotheken und zunehmend auch in den Findmitteln recherchieren. Die Archivalien und Bestände der Dienstbibliothek können in den Lesesälen der einzelnen Standorte eingesehen werden. Von vielen Unterlagen stehen Mikroformen und Digitalisate zur Verfügung, die eine schonende Benutzung ermöglichen. Detaillierte Hinweise zur Benutzung bietet die Website des Landesarchivs NRW.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landtag NRW: Parlamentarischer Untersuchungsausschuss I (PUA I) der 15. Wahlperiode. landtag.nrw.de, abgerufen am 12. Dezember 2015.