Krośnice

Dorf in Polen

Krośnice (deutsch Kraschnitz) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Gemeinde im Powiat Milicki (Militscher Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Krośnice
Wappen von Krośnice
Krośnice (Polen)
Krośnice
Krośnice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Milicz
Geographische Lage: 51° 28′ N, 17° 22′ OKoordinaten: 51° 28′ 0″ N, 17° 22′ 0″ O
Höhe: 134 m n.p.m.
Einwohner: 1772
Postleitzahl: 56-320
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DMI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: TwardogóraMilicz
Schienenweg: Oleśnica–Chojnice
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 22 Schulzenämter
Fläche: 178,73 km²
Einwohner: 8151
(30. Jun. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0213022
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Mirosław Drobina
Adresse: ul. Sportowa 4
56-320 Krośnice
Webpräsenz: www.krosnice.pl



Geographische LageBearbeiten

 
Kraschnitz südöstlich von Militsch und nordwestlich von Festenberg auf einer Landkarte von 1905

Die Ortschaft liegt in Niederschlesien, etwa zehn Kilometer südöstlich von Milicz (Militsch) und 15 Kilometer nordwestlich von Twardogóra (Festenberg) am Rande des Militscher Teichgebietes.

GeschichteBearbeiten

 
Polnische Gedenkstätte

Kraschnitz wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. Es war Sitz einer Gutsherrschaft, die 1399 im Besitz von Bartosz Chwalibóg war. 1743 erwarb Anna Sophie Christiane Gräfin von Promnitz die Herrschaft, ihr folgten die Grafen von Reichenbach. 1785 ließ Heinrich Graf von Reichenbach-Goschütz ein neues Schloss errichten. 1845 kaufte Adalbert Graf von der Recke-Volmerstein Kraschnitz und ließ im selben Jahr das Schloss umbauen. 1863 übergab er seinem Sohn Leopold von der Recke-Volmerstein den Besitz, der 1864 erneute Umbauten am Schloss vornehmen ließ.

Kraschnitz war 1945 Teil des schlesischen Landkreises Militsch im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Kraschnitz im Sommer 1945 zusammen mit fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Kraschnitz die Ortsbezeichnung Krośnice ein. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Kraschnitz vertrieben.

Das Schloss ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung.

Heil- und PflegeanstaltBearbeiten

1860 gründete Adalbert von der Recke-Volmerstein in Kraschnitz ein Samariter-Ordensstift für behinderte und kranke Kinder. Zunächst wurden die Pflegerinnen durch Diakonissen aus Neuendettelsau in Franken ausgebildet. Später errichtete er nach dem Muster Von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel das Diakonissenhaus Kraschnitz. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges übernahm das Stift auch die Pflege von Kriegsversehrten. Die schlesisches Bethel genannte Heil- und Pflegeeinrichtung bestand in dieser Form bis zum 20. Januar 1945 und wurde wegen der nahenden Front evakuiert und geschlossen.

Heute wird die Einrichtung als Woiwodschaftskrankenhaus für Neuropsychiatrie (Wojewódzki Szpital Neuropsychiatrii w Krośnicach) genutzt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1933 1.934 [2]
1939 2.133 [2]

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet liegt in der waldreichen Gegend südlich der Bartsch (Barycz) und umfasst 178,73 km² mit 7.941 Einwohnern (2005).

Zur Gemeinde gehören 25 Dörfer, die von 22 Schulzenämtern verwaltet werden:

  • Brzostowo (Brustawe, 1937–1945: Eichensee)
  • Bukowice (Frauenwaldau)
  • Czarnogoździce (Zwornogoschütz, 1936–1945: Hohenwarte)
  • Czeszyce (Tschechenglashütte, 1937–1945: Alt Glashütte)
  • Dąbrowa (Dammer)
  • Dziewiętlin (Dziewentline, Hedwigsthal)
  • Grabownica (Charlottenthal)
  • Kotlarka (Kesselsdorf)
  • Kubryk (Kuhbrück)
  • Kuźnica Czeszycka (Tschechenhammer, 1937–1945:Grenzhammer)
  • Lędzina (Linsen)
  • Łazy Małe (Klein Lahse, 1937–1945: Klein Mittenwald)
  • Łazy Wielkie (Groß Lahse, 1937–1945: Groß Mittenwald)
  • Pierstnica Mała (Klein Perschnitz, 1937–1945: Klein Zeidel)
  • Pierstnica Duża (Groß Perschnitz, 1937–1945: Groß Zeidel)
  • Police (Politz)
  • Stara Huta (Neurode)
  • Suliradzice (Wedelsdorf)
  • Świebodów (Schwiebedawe, 1939–1945: Frankenberg)
  • Wąbnice (Wembowitz, 1937–1945: Friedrichshöh)
  • Wierzchowice (Wirschkowitz, 1935–1945: Hochweiler) und
  • Żeleźniki (Eisenhammer)

VerkehrBearbeiten

In Krośnice und den Gemeindeteilen Bukowice und Wierzchowice befinden sich nicht mehr bediente Halte an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. militsch.html#ew39milikraschn. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).