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Koene Dirk Parmentier

niederländischer Luftfahrtpionier
Parmentiers Douglas DC-2 „Uiver“ am 7. November 1934 in Surabaya

Koene Dirk Parmentier (* 27. September 1904 in Amsterdam, Niederlande; † 21. Oktober 1948 Tarbolton, Ayrshire (Schottland)) war ein niederländischer Luftfahrtpionier. Parmentier war Chefpilot bei KLM und eng mit dem Gründer und langjährigen Geschäftsführer der Fluggesellschaft Albert Plesman befreundet. Bekannt wurde Parmentier durch seinen Erfolg beim MacRobertson Luftrennen von 1934.

Parmentier arbeitete zwischen 1920 und 1924 bei Fokker und erwarb 1927 während seines Militärdienstes die Fluglizenz. 1929 wurde er Pilot bei der KLM.

1934 erhielt Parmentier die Ehre die KLM beim MacRobertson Luftrennen vom englischen Mildenhall (Suffolk) nach Melbourne, Australien als Kapitän der Douglas DC-2 „Uiver“ zu vertreten. Zu seiner Crew gehörten Jan Moll (Copilot), Bouwe Prins (Bordingenieur) und Cor van Brugge (Funker). Parmentier und seiner Crew gelang das Kunststück ihr mit Passagieren, Fracht und Post beladenes Passagierflugzeug auf den zweiten Platz zu bringen. Die DC-2 setzte sich damit gegen Rennflugzeuge und leicht beladene Transporter durch und unterlag nur einer speziell für das Rennen konstruierten De Havilland DH.88 Comet. Parmentier überließ diesen zweiten Platz jedoch der drittplatzierten Boeing 247 von Roscoe Turner (Details dazu finden sich im Artikel "MacRobertson Luftrennen"). Die DC-2 holte ebenso den Sieg in der Handicap-Wertung, die auf Grund einer Rechnung von beförderter Nutzlast und Flugzeit errechnet wurde. Parmentier und seine Crew wurden bei der Rückkehr als Nationalhelden gefeiert. Seine Erinnerungen an dieses Rennen veröffentlichte er in dem Buch „In drie dagen naar Australie“ (In drei Tagen nach Australien).

Nachdem die Deutsche Wehrmacht die Niederlande 1940 überfallen hatte, gehörte Parmentier zu dem Teil des KLM-Personals, welches nach England flüchten konnte. Parmentier flog die DC-3 PH-ARZ „Zilverreiger“ nach England und trug zur Organisation des Flugbetriebs von England nach Lissabon und Gibraltar bei, welcher an die Kriegs-KLM abgegeben wurde. Parmentier erhielt dafür nach dem Krieg einen Orden.

1945 wurde Parmentier Chefpilot der Fluggesellschaft KLM und später Leiter des Flugbetriebs. Diese Arbeit konnte er jedoch nur kurze Zeit ausführen.

Am 20. Oktober 1948 flog Parmentier gegen 23:30 Uhr mit einer Lockheed Constellation (Luftfahrzeugkennzeichen PH-TEN) der KLM nach einem abgebrochenen Landeversuch auf den Flughafen Glasgow-Prestwick gegen eine im Nebel liegende Hochspannungsleitung. Die sechs Überlebende des Unfalls wurden in Krankenhäuser gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlagen, so dass alle 40 Insassen ums Leben kamen.