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GeografieBearbeiten

Kleinbrembach liegt im östlichen Teil des Thüringer Beckens zwischen Ettersberg und Finne an der Scherkonde.

GeschichteBearbeiten

Erstmals wurde der Ort im Breviarium Sancti Lulli, dem Hersfelder Güterverzeichnis von 775 bis 786, als Brembach urkundlich erwähnt. Die ersten Besitzer waren die Grafen von Orlamünde und das Kapitel zu Nordhausen.

Orlamündischer, später Erfurter AnteilBearbeiten

Der Orlamündische Anteil gelangte an den Grafen von Schwarzburg und von diesem 1386 an den Rat der Stadt Erfurt, die Lehen und Zinsen aber an das Kartäuserkloster Erfurt. 1483 kam der Erfurtische Anteil von Kleinbrembach zum "Amt Vippach", welches aus den drei Exklaven Schloßvippach, Berlstedt und Kleinbrembach bestand. Es gehörte mit Erfurt seit 1664 zu Kurmainz, seit 1802 zu Preußen und seit 1807 zum französischen Fürstentum Erfurt. Mit dem Wiener Kongress kamen die drei Orte des Amts Vippach an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, wodurch ihr Exklavenstatus endete.

Nordhäuser, später Weimarischer AnteilBearbeiten

Der Nordhäuser Anteil gelangte an das Herzogtum Sachsen-Weimar.[1] Er gehörte zu dem Teil der "Vogtei Brembach", welcher 1664 zum Amt Großrudestedt kam.[2] Dieses gehörte ab 1672 zum Herzogtum Sachsen-Eisenach und ab 1741 zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

19. Jahrhundert bis zur GegenwartBearbeiten

Nachdem der Erfurtische Anteil von Kleinbrembach durch den Wiener Kongress im Jahr 1815 ebenfalls zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach kam, gehörten beide Ortsteile nun gemeinsam zum Amt Großrudestedt, welches 1850 verwaltungsmäßig im Verwaltungsbezirk Weimar und juristisch im Amtsgerichtsbezirk Großrudestedt[3] aufging. 1918 wurde aus dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach der Freistaat Sachsen-Weimar-Eisenach, der wiederum am 1. Mai 1920 im Land Thüringen aufging. Seit 1922 gehörte Kleinbrembach zum Landkreis Weimar. Bei der Gebietsreform von 1952 in der DDR wurde das Land Thüringen aufgelöst und der Landkreis Weimar aufgeteilt, sodass Kleinbrembach seitdem zum Kreis Sömmerda im Bezirk Erfurt gehörte. Nach der Neugründung des Freistaats Thüringen 1990 gehört Kleinbrembach seitdem zum Landkreis Sömmerda. Kurze Zeit später schloss sich der Ort der Verwaltungsgemeinschaft Buttstädt an.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Kleinbrembach mit den weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Buttstädt zur Stadt und Landgemeinde Buttstädt zusammengeschlossen.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Kleinbrembach setzte sich zuletzt aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren der Wählergemeinschaft Kleinbrembach zusammen. (Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Bürgermeister Peter Hildebrandt wurde am 26. Juni 2004 gewählt. 2005 ist er plötzlich und unerwartet verstorben. Seit dem 22. Januar 2006 ist Beate Raube Bürgermeisterin, die zuletzt am 19. November 2017 wiedergewählt wurde.

WappenBearbeiten

Das Wappen ist geteilt von Silber und Rot und zeigt oben einen schwarzen Pflug und unten die silberne Kurvatur eines Bischofsstabes.

 
Kriegerdenkmal aus dem Ersten Weltkrieg mit Namensergänzungen und neuer pazifistischer Sinngebung
 
Veränderte Sinngebung mit Text aus der DDR-Nationalhymne

SonstigesBearbeiten

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 60 Kriegsgefangene aus Frankreich sowie Frauen und Männer aus Russland und Polen bei Bauern Zwangsarbeit verrichten.[4]

An der Kirche wurde nach dem Ersten Weltkrieg ein Kriegerdenkmal errichtet. die Namen der im Zweiten Weltkrieg umgekommenen Soldaten wurden später hinzugefügt. Ein Vers aus dem Text der DDR-Nationalhymne steht ebenfalls auf dem Denkmal.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Festschrift zur 1225-Jahr-Feier in Kleinbrembach. 786-2011 (Sömmerdaer Heimatheft; Sonderheft 6). Herausgegeben von der Gemeinde Kleinbrembach in Verbindung mit dem Landratsamt Sömmerda-Kreisarchiv und der Interessengruppe Heimatgeschichte des Landkreises Sömmerda. Kleinbrembach 2011.

 
Evangelische Kirche, 2010

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm J. A. von Tettau: Geschichtliche Darstellung des Gebietes der Stadt Erfurt und der Besitzungen der dortigen Stiftungen (= Jahrbücher der Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. NF Heft 14, ZDB-ID 217188-0). Villaret, Erfurt 1886, S. 74.
  2. Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Theil 1, Band 4: Welcher die Fortsetzung und den Beschluß vom Obersächsischen Kreise enthält. Schwickert, Leipzig 1793, S. 82 f.
  3. Paul Lehfeldt: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens. Heft 16: Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Amtsgerichtsbezirke Grossrudestedt und Vieselbach. Gustav Fischer, Jena 1892, S. 1.
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 271.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kleinbrembach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien