Hauptmenü öffnen

Ellersleben ist ein Ortsteil der Stadt und Landgemeinde Buttstädt im Landkreis Sömmerda in Thüringen.

Ellersleben
Stadt und Landgemeinde Buttstädt
Wappen von Ellersleben
Koordinaten: 51° 8′ 37″ N, 11° 19′ 9″ O
Höhe: 153 m
Fläche: 6,48 km²
Einwohner: 253 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 99628
Vorwahl: 036372
Dorfkirche (Lage→)

GeografieBearbeiten

Ellersleben liegt im östlichen Teil des Thüringer Beckens zwischen Ettersberg und Finne.

Am Bahnhof ist der weitere Ortsteil der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Erstmals wurde Ellersleben, dessen Name sich von der "Erlen" oder "Ellern" ableitet, im Jahr 1209 als Elrichsleiben urkundlich erwähnt. In diesem Jahr erkaufte ein Ministerial des Abtes von Hersfeld, Volcold, 2 Hufen Land in Elrichsleiben für das Kloster Heusdorf bei Apolda. Im Jahre 1505 erwarb Hans von Werthern von den Grafen von Stolberg die Gerichtsrechte über Ellersleben. Der Ort gehörte zu dieser Zeit zur Herrschaft Frohndorf. Eine Inschrift im Kirchenschiff deutet auf die Bauzeit 1557 für die Kirche in Ellersleben hin. Die Saalkirche besitzt einen quadratischen Westturm mit Zwiebelhaube.

Bis zum Jahre 1815 gehörte Ellersleben zum Amt Eckartsberga des Kurfürstentums Sachsen. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses erfolgte am 23. November 1815 die Übergabe von Ellerleben mit weiteren südlichen Orten des Amts Eckartsberga an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Dieses gliederte den Ort 1817 dem Amt Buttstädt an. Bei einem Großbrand im Jahre 1823 wurden 25 Bauernhöfe zerstört. 1850 wurde Ellersleben vom Patrimonialgericht Großneuhausen an den Staat abgetreten und gehörte damit juristisch zum Amtsgerichtsbezirk Buttstädt und verwaltungsmäßig zum Verwaltungsbezirk Apolda. Nachdem der Ort 1920 zum Land Thüringen gekommen war, wurde er dem Landkreis Weimar angegliedert. Bei der Verwaltungsreform der DDR 1952 kam Ellersleben zum Kreis Sömmerda, aus dem 1990 der Landkreis Sömmerda wurde.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Ellersleben mit den weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Buttstädt zur Stadt und Landgemeinde Buttstädt zusammengeschlossen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1994 - 327
  • 1995 - 321
  • 1996 - 329
  • 1997 - 332
  • 1998 - 329
  • 1999 - 332
  • 2000 - 336
  • 2001 - 325
  • 2002 - 315
  • 2003 - 311
  • 2004 - 297
  • 2005 - 303
  • 2006 - 298
  • 2007 - 284
  • 2008 - 286
  • 2009 - 286
  • 2010 - 276
  • 2011 - 276
  • 2012 - 287
  • 2013 - 275
  • 2014 - 274
  • 2015 - 264
  • 2016 - 263
  • 2017 - 253

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Ellersleben setzte sich aus Mitgliedern einer Freien Wählergruppe zusammen (Stand: Kommunalwahl vom 27. Juni 2004).

BürgermeisterBearbeiten

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Heike Titze wurde am 26. Juni 2004 gewählt.

WappenBearbeiten

Auf dem Wappen von Ellersleben sieht man eine grüne Erle auf einem goldenen Hintergrund. Eine rot-weiß gestreifte Schlaufe, welche den Baum etwas verdeckt, ist diagonal von rechts oben bis links unten zu sehen.

Bedeutung: Die Erle steht abgeleitet für das Dorf Ellersleben und die Schlaufe symbolisiert einen Grenzpfosten. Der Grenzpfosten weist auf die Tatsache hin, dass sich das Dorf historisch auf der Grenze zwischen Sachsen (später Sachsen-Weimar) und dem Staat von Mainz (später Preußen) befand.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Olbersleben-Ellersleben liegt an der Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen (Pfefferminzbahn). Zweistündlich verkehren Regionalbahnen der Linie EB 27 der Erfurter Bahn nach Sömmerda sowie Buttstädt.

SonstigesBearbeiten

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 30 Kriegsgefangene aus Frankreich, die in der Dorfgaststätte untergebracht waren, sowie etwa 20 Frauen und Männer aus Polen, Russland und der Ukraine bei Bauern Zwangsarbeit verrichten.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 268.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ellersleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien