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Kathedrale von Auch

Kirchengebäude in Auch, Frankreich
Fassade der Kathedrale Sainte-Marie in Auch
Grundriss der Kathedrale mit Binnenchor
Mittelschiff der Kathedrale mit Binnenchor

Die Kathedrale von Auch oder die Kathedralbasilika Unserer Lieben Frau (französisch Basilique-Cathédrale Sainte-Marie d’Auch) ist eine römisch-katholische Kirche in Frankreich in der Stadt Auch in der Region Okzitanien. Sie ist die Kathedrale des Erzbistums Auch, sie trägt den Titel einer Basilica minor[1] und ist Teil des UNESCO-Welterbes Jakobsweg[2] sowie ein Monument historique.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Kathedrale wurde im Juli 1489 auf Veranlassung des Bischofs Franz von Savoyen auf den Ruinen der romanischen Kathedrale des Bischofs St. Austinde begonnen und am 12. Februar 1548 in noch unvollendetem Zustand geweiht; erst nach einer Bauzeit von beinahe zwei Jahrhunderten wurde sie im Jahr 1680 fertiggestellt.

Die Kathedrale wurde im Jahr 1906 als historisches Denkmal Frankreichs klassifiziert. Am 25. April 1928 bekam sie von Papst Pius XI. zusätzlich den Titel einer Basilica minor verliehen. Als Station auf der Via Tolosana wurde die Kathedrale im Jahr 1998 Teil des UNESCO-Welterbes „Jakobswege in Frankreich“.

ArchitekturBearbeiten

Die Kathedrale wurde im spätgotischen Stil als dreischiffige Basilika auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes mit Haupt- und Seitenschiffen und einem Chorumgang mit Kapellenkranz errichtet; nach Westen schließen sich weitere 18 Seitenkapellen an. Die etwa in der Mitte des Bauwerks befindlichen Querschiffe ragen seitlich nicht aus dem Baukörper heraus; in der Höhe orientieren sie sich jedoch am Gewölbe des Mittelschiffs und sind somit höher als die Seitenschiffe. Der Zugang ist durch fünf Tore möglich: drei im Westen und je eines am Ende der Querschiffarme. Die ca. 102 m lange und 35 m breite Kathedrale wurde Ende des 17. Jahrhunderts mit einer korinthischen Fassade und einem Portikus fertiggestellt. Ihre Gewölbe mit insgesamt 8½ Jochen ragen bis zu 26 m in die Höhe, was für südfranzösische Kirchenbauten schon recht hoch ist; die helmlosen Kirchtürme erreichen 44 m.

Im gesamten Bau der Kathedrale befinden sich keine Kapitelle; stattdessen entwickeln sich alle Bögen – wie bei vielen Bauten der Spätgotik üblich – unvermittelt aus aus den seitlichen Stützelementen.

AusstattungBearbeiten

  • Wie bei vielen spanischen Großkirchen, so ist auch der östliche Teil der Kathedrale von Auch – und damit die eigentliche Messfeier am Hauptaltar – durch den Einbau eines Binnenchores (coro) den Blicken der Kirchgänger entzogen. Zum Ausgleich wurde an der Rückwand des Binnenchores ein zweiter Altar aufgestellt, in dessen Nähe sich die barocke Predigtkanzel befindet.
  • Das Innere des Binnenchores enthält ein außergewöhnlich reich gestaltetes Chorgestühl (stalles) aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit 113 Sitzen in zwei Ebenen. Lange Zeit galt sein Schöpfer als unbekannt, doch wurde er vor einigen Jahren als Dominique Bertin aus Toulouse identifiziert.[4][5]
  • Ebenfalls im Chorbereich befinden sich 18 Renaissance-Glasfenster (vitraux) aus den Jahren 1507–1513 von Arnaud de Moles.[6]
  • Ein weiteres Schmuckstück ist die auf der Westempore platzierte und im Jahr 1694 fertiggestellte Orgel (orgue) von Jean de Joyeuse; sie wurde in den 1950er und 1990er Jahren restauriert. Eine weitere (neugotische) Orgel befindet sich über dem westlichen Altar.
  • Eine der Seitenkapellen birgt ein Grablegungsensemble (mise au tombeau).[7]
  • Von Bedeutung sind auch zahlreiche weitere Skulpturen und Gemälde.
  • Die Krypta enthält mehrere Bischofssarkophage.

KathedralmuseumBearbeiten

Im Jahr 2015 wurde das Kathedralmuseum eingeweiht, welches zahlreiche Objekte aus dem Bereich der sakralen Kunst präsentiert.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auch – Basilique-Cathédrale Sainte-Marie
  2. UNESCO-Webseite mit der Liste der Monumente am französischen Jakobsweg auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
  3. Kathedrale von Auch in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Kathedrale von Auch – Chorgestühl
  5. Kathedrale von Auch – Chorgestühl in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Kathedrale von Auch – Glasfenster
  7. Kathedrale von Auch – Grablegungsgruppe in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Kathedrale von Auch – Museum

Koordinaten: 43° 38′ 47″ N, 0° 35′ 9″ O