Katharina Brumbach

deutsche Zirkusartistin

Katharina Brumbach (* 6. Mai 1884 bei Wien; † 21. Januar 1952 in New York, Vereinigte Staaten) war ein österreichischer Zirkusstar. Anfang des 20. Jahrhunderts erlangte sie unter ihrem Künstlernamen Sandwina, bzw. Katie Sandwina, Weltruhm als „Stärkste Frau der Welt“.

Katie Sandwina

Leben und ZirkusBearbeiten

Brumbach wurde als zweites von fünfzehn Kindern des niederbayerischen Zirkusdirektorenehepaars Philipp und Johanna Brumbach, geb. Nockin in einem Zirkuswagen geboren. Der Großvater Gustav Brumbach aus Viechtach hatte 1846 den Circus Brumbach gegründet, den Katharinas Bruder Bernhard weiterführte.[1]

Schon als kleines Mädchen trat Katharina mit ihrer Familie in der Manege auf. Als sie älter wurde, rief ihr Vater einen Gewinn von einhundert Mark für denjenigen aus, der sie im Ringen besiegen könne. Doch niemandem gelang es, denn sie hatte einen starken Körperbau geerbt. Ihr Vater soll einen Brustumfang von 142 cm, ihre Mutter einen Bizepsumfang von 38 cm gehabt haben. Drei ihrer Schwestern, Barbara, Marie und Eugenia, waren ebenfalls von beachtlicher Körperkraft. Sie selbst wurde 1,84 m groß und wog mehr als 90 kg.[2]

Während einer solchen Vorstellung in Zwickau lernte sie im Alter von 16 Jahren den drei Jahre älteren Max Heymann kennen, als sie ihn mit einem einzigen Schwung zu Boden warf. Der arbeitslose Akrobat machte ihr sofort einen Heiratsantrag und sie heirateten kurz darauf ohne elterliche Zustimmung, obwohl sie noch minderjährig war, und flüchteten nach Norwegen. Die Polizei dort hielt sie zunächst auf Antrag ihres Vaters fest, sie konnten jedoch die Heiratspapiere vorlegen. Nach ihrer Rückkehr vergab ihnen Philipp Brumbach. Die Ehe währte über fünfzig Jahre lang, obwohl Katie in einem Interview 1910 behauptete, sie sei noch ledig.[3]

Bei einer Vorstellung in Paris wurde John Ringling auf sie aufmerksam und engagierte sie für das Unternehmen Ringling Brothers Circus. Im Oktober 1901 fuhr Katharina mit ihrem Vater, der als Beruf "coper" (Pferdehändler) angab, mit dem Schiff von Hamburg nach New York, wo sie am 24. des Monats in Ellis Island ankamen.[4] Ihr Ehemann Max folgte erst am 11. April 1906.[5]

Anlässlich einer öffentlichen Herausforderung in New York, sich mit ihrer Kraft zu messen, besiegte sie den Champion Eugen Sandow, indem sie ein Gewicht von 136 kg in die Höhe brachte. Daraufhin nannte sie sich Sandwina, die weibliche Form von Sandow. Viele Jahre lang trat Sandwina in bekannten Zirkussen auf, eben auch im Ringling Brothers & Barnum & Bailey Circus. Eine ihrer Attraktionen war, ihren Ehemann mit einer Hand über ihren Kopf zu stemmen. Außerdem konnte sie Eisenstangen verbiegen und sich dem Zug von vier Pferden widersetzen. In den Winterpausen trat das Ehepaar in Vaudeville-Shows auf, der amerikanischen Art des Varietétheaters.

Während dieser Zeit bekam sie zwei Söhne: Den älteren Theodore Roosevelt Martin Beck Heymann (* 25. Januar 1909 in Sioux City, Iowa, † 17. Juli 1997 in Brooklyn)[6], der zwischen 1926 und 1932 unter dem Namen Teddy Sandwina als Boxer im Schwergewicht bekannt wurde. Er errang 46 Siege, davon 38 mit K. o.[2] Der jüngere Sohn Alfred Heymann (* 25. September 1918, † 30. März 1994 in Columbus (New Jersey))[6] war Schauspieler und Sänger und benutzte das Pseudonym Al Sander(s).

1942 verließ Sandwina die Zirkuswelt. Fünf Jahre später eröffnete sie zusammen mit ihrem Ehemann ein „Bar-and-Grill“-Restaurant in Ridgewood (New Jersey), wo sie noch kleine Kunststücke zum Besten gab. Sie verstarb im Alter von 67 Jahren an Krebs.

Sandwinas Lebensgeschichte war schon zu ihren Lebzeiten sehr von Legenden durchdrungen, an deren Entstehung sie nicht unbeteiligt war, wenn man ihre Interviews mit den bekannten Fakten vergleicht. Daher erscheint es aus heutiger Sicht nicht einfach, die tatsächlichen Gegebenheiten herauszufiltern.

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Katharina Brumbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nach Flops bei Vorstellungen in Parsberg gerät Zirkus in Not In: Mittelbayerische Zeitung vom 12. Mai 2008
  2. a b Andrés Borbón: Sandwina, la mujer más fuerte que ha pisado la Tierra (Memento vom 4. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
  3. »Talking with the: World's Strongest Woman« In: Iron Game History, August 1991 (englisches Reprint des Interviews mit Katie Sandwina aus der Zeitschrift »Wovon man spricht« vom 8. Dezember 1910; PDF-Datei; 81 kB)
  4. Ankunft Philip und Katha Brumbach auf Ellisisland
  5. Ankunft Max Heymann auf Ellisisland
  6. a b Social Security Death Index