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Kaspar Arnurus

deutscher Moralphilosoph und Logiker

Kaspar Arnurus (auch Lämmerzagel, Lämmerschwanz, Lemmerczayl, Arcturus oder Arnur; * um 1520 in Stadtilm; † 11. September 1586 in Jena) war ein deutscher Moralphilosoph und Logiker.

LebenBearbeiten

Über seine Herkunft und frühen Jahre ist nichts bekannt. Als „Caspar Arnurus“ immatrikulierte er sich im Mai 1542 an der Universität Wittenberg. Entweder er selbst, oder einer seiner Vorfahren, hatte den Nachnamen als Gelehrtennamen Lämmerzagel (Lämmerschwanz) gräzisiert. In Wittenberg wurde er ein Schüler Philipp Melanchthons und erlebte Martin Luther noch zu Lebzeiten. Am 25. Februar 1546 erwarb er den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie und wurde im selben Jahr Rektor der Stadtschule in Jena. Im Wintersemester 1559 fand er Aufnahme in die philosophische Fakultät der Hochschule, wo er sich am Vorlesebetrieb beteiligte.

Am 24. Oktober 1568 wurde er Konrektor der Lateinschule in Halle (Saale) und erhielt 1573 Professur für Moralphilosophie und Logik an der Jenaer Salana. Als Jenaer Hochschullehrer beteiligte er sich an den organisatorischen Aufgaben der Bildungseinrichtung. So war er im Wintersemester 1567 sowie im Sommersemester 1574 Dekan der philosophischen Fakultät und im Wintersemester 1576 Rektor der Alma Mater. Während der theologischen Auseinandersetzungen der Jenaer Hochschule war er ein Sympathisant der Philippisten.

Arnurus verheiratete sich mit Dorothea Beich (* 1519 in Luckau; † 28. Januar 1605 in Jena), die Tochter des Johann Beich und der Catharina Starkewitz. Aus der Ehe stammen mehrere Kinder. Von diesen sind der Jenaer Bürgermeister Johann Arnurus (* 9. Mai 1549 in Jena; † 13. November 1608 ebd.; 1595, 1604, 1608 Bürgermeister Jena, verh. I. mit der Witwe des Christoph Druckscherf, verh. II. Gertrud Nottenrod), sowie die Söhne Caspar Arnurus (* Jena), Wolfgang Arnurus und die Tochter Dorothea Arnurus (verh. Müller) bekannt.

LiteraturBearbeiten

  • Eintrag. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 2, Leipzig 1732, Spalte 1613.
  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon. Verlag Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1750, Band 1, Sp. 568 (Online)
  • Johann Christoph Adelung: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinen Gelehrten Lexico. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1784, Band 1, Sp. 1130 (Online)
  • Johann Gottlob Wilhelm Dunkel: Historisch-critische Nachrichten von verstorbenen Gelehrten und deren Schriften. Cörner, Köthen & Dessau 1757, Band 3, S. 637 (Online)
  • Johann Caspar Zeumer, Christoph Weissenborn: Vitae Professorum Theologiae, Jurisprudentiae, Medicinae et Philosophiae qui in illustri Academia Jenensi, ab ipsius fundatione ad nostra usque tempora vixerunt et adhuc vivunt una cum scriptis a quolibet editis quatuor classibus. Johann Felici Bieleck, Jena 1711, S. 35 (Philosophen, Online)
  • Heinz Scheible: Melanchthons Briefwechsel. Personen A-E. Frommann-Holzboog, 1977, S. 91
  • Johann Günther: Lebensskizzen der Professoren der Universität Jena seit 1558 bis 1858. Friedrich Maucke, Jena 1858, S. 168 (Online)
  • Altes und Neues aus der Heimat. Sonderabdruck der Beilage zum Jenaer Volksblatt. 1936 (Manuskriptdruck für einen Sonderabdruck, unvollständig, Online)
  • Hans Apel: Jenas Einwohner aus der Zeit von 1250 bis 1600. C. A. Starke, Görlitz 1937, S. 5