Karl zu Eulenburg

deutscher Philologe und Schriftsteller
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Karl Kuno Eberhard Wend Graf zu Eulenburg (* 16. Juni 1885 in Starnberg; † 4. Dezember 1975 in Weeze) war ein deutscher Philologe und Schriftsteller.

Karl Graf zu Eulenburg (1885–1975)

LebenBearbeiten

HerkunftBearbeiten

Karl zu Eulenburg entstammte dem Adelsgeschlecht zu Eulenburg und war der jüngste überlebende Sohn der insgesamt acht Kinder von Philipp zu Eulenburg (* 12. Februar 1847 in Königsberg; † 17. September 1921 in Liebenberg) und dessen schwedischer Ehefrau Augusta, geborene Freiin von Sandels (* 12. Mai 1853 in Stockholm; † 14. Dezember 1941 in Liebenberg), einzige Tochter von Samuel, dem letzten Grafen von Sandels und der Henrietta von Tersmeden.

Kindheit und AusbildungBearbeiten

Eulenburg verbrachte seine Kindheit mit seinen fünf Geschwistern in Starnberg, Oldenburg, Stuttgart und ab 1894 in Wien, wo sein Vater als preußischer Botschafter bis 1903 tätig war. Zunächst erhielt er wie seine älteren Brüder Friedrich-Wend und Sigwart Privatunterricht durch einen Hauslehrer, wechselte dann auf das Goslarer Gymnasium, wo er 1903 sein Abitur absolvierte. Auf Wunsch seines Vaters begann er mit dem Jurastudium, das er im Folgejahr in München aufnahm. 1905 erbten er und sein Bruder Sigwart von dem kinderlosen, mit seinem Vater in Wien befreundeten Baron Nathaniel von Rothschild ein beträchtliches Vermögen. Da das väterliche Gut Schloss Liebenberg in der Provinz Brandenburg der Erbfolgeregelung des Fideikommiss unterlag und daher nahezu der gesamte Besitz an den ältesten Sohn vererbt wurde, hatte Rothschild als materiellen Ausgleich die beiden jüngeren Söhne in seine Erbschaft eingeschlossen. Nun unabhängig geworden, entschloss sich Karl zu einem Studium des Sanskrit in Berlin. Die sich an sein mehrjähriges Studium anschließende Promotion konnte er aufgrund des Ablebens seines Doktorvaters nicht mehr abschließen.

Weiterer WerdegangBearbeiten

In Nachfolge der Skandalprozesse um seinen Vater Philipp zu Eulenburg 1906 bis 1908, der sog. Harden-Eulenburg-Affäre, verließ Karl sein Elternhaus und heiratete 1908 auf der Insel Jersey die junge Münchener Schriftstellerin Sophie „Stry“ Moshammer. 1909 wurde die gemeinsame Tochter Flita Edeltraud Astria geboren.

 
Torre Talao in Scalea, Kalabrien

Die junge Familie lebte in Frankreich und Italien, wo Karl die Torre Talao in Scalea (Kalabrien), einen Küstenbefestigungsturm aus dem 16. Jahrhundert, erwarb. Die sich um den Turm rankenden Legenden inspirierten ihn zu seinem Roman Die Schicksalslosen, der schließlich 1928 bei Grunow in Leipzig erschien. Nachdem Karl während des Ersten Weltkriegs vom Militär aufgrund schwacher gesundheitlicher Konstitution ausgemustert wurde, wurde Coppet am Genfersee, in unmittelbarer Nähe des Schlosses der Madame de Staël, zum langjährigen Hauptaufenthaltsort.

Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs wurden große Teile des Auslandsvermögens Karls konfisziert und schließlich während der Inflation vollends aufgezehrt. Das Ehepaar Karl und Sophie Eulenburg ließ sich im April 1923 scheiden und Karl nahm eine Tätigkeit als Lektor für einen Münchner Verlag auf. Im November 1923 heiratete er in München die junge Niederländerin Geertruida Verwey, Tochter des Dr. med. Titus Verwey und der Baronesse Bertha van Dedem van Driesberg. Das Ehepaar übersiedelte kurz darauf auf Schloss Liebenberg, das unterdessen Karls älterer Bruder Friedrich-Wend geerbt hatte.

Karl übernahm die Verantwortung für das umfassende und für die Geschichte Brandenburgs und Preußens bedeutsame Eulenburg und Hertefeldsche Guts- und Familienarchiv. Parallel widmete er sich der Schriftstellerei und verfasste zahlreiche Kurzgeschichten, Novellen und Kritiken, unter anderem für den Ullstein Verlag, Westermanns Monatshefte und den Mannheimer Morgen. 1926 veröffentlichte er seinen zweiten Roman, Die Brunnen der großen Tiefe, im Verlag Fr. Will. Grunow, Leipzig. 1928 wurde in Berlin seine zweite Tochter Titia geboren.

Karl zu Eulenburg war Mitglied des Schutzverbands deutscher Schriftsteller. Dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstehend, trat er aus dem Verband aus, als dieser 1933 von den Nationalsozialisten in den Reichsverband deutscher Schriftsteller überführt wurde.

Im April 1945 floh er mit seinem Bruder Friedrich Wend und dessen Frau Marie vor der einrückenden sowjetischen Armee zu seiner bereits vorzeitig evakuierten Frau und Tochter nach Schleswig-Holstein. Seine Tochter Flita (* 2. März 1909; † 20. November 1945) aus erster Ehe starb im in Berlin unter bis heute ungeklärten Umständen. Sämtliche Originalmanuskripte Karls, wie auch das genannte Archiv, gingen im April 1945 mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen fast vollständig verloren.

Nach Stationen als Flüchtling in Holstein und Hessen, übersiedelte Karl zu Eulenburg mit seiner Familie Anfang der 1950er Jahre auf den wiederaufgebauten niederrheinischen Familienbesitz seines Bruders Friedrich-Wend, Haus Hertefeld bei Weeze, wo er am 4. Dezember 1975 starb. Karl Graf zu Eulenburg wurde auf dem Familienfriedhof in Hertefeld bestattet. Posthum erschien Die Frau des Potiphar, sein dritter und letzter Roman.

Berühmte VerwandteBearbeiten

Sein Großonkel war der Leiter der preußischen Ostasien-Expedition und spätere Innenminister Friedrich zu Eulenburg, seine Onkel zweiten Grades der Innenminister und preußische Ministerpräsident (1892–1894) Botho zu Eulenburg sowie der Königlich Preußische Oberhofmarschall und Hausminister August zu Eulenburg. Die Widerstandskämpferin Libertas Schulze-Boysen, die zeitweise auf Schloss Liebenberg aufwuchs, war seine Nichte.

Veröffentlichungen (bisher bekannte Auswahl)Bearbeiten

  • Die Frau des Potiphar. Roman aus dem alten Ägypten. Universitas Verlag, Zürich 1978.
  • Die Schicksalslosen. Roman. Verlag Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1928.
  • Die Brunnen der großen Tiefe. Roman. Verlag Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1926.
  • Die Experimente des Dr. Heil Novelle in Uhu, Heft 1, Ullstein Verlag, Berlin 1925.
  • Latuk. Groteske in: Der Orchideengarten, Phantastische Blätter., Heft 23. Hrsg. K.H. Strobl, Dreiländerverlag München, 1920.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten