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Der Schutzverband deutscher Schriftsteller (SDS) wurde 1909 gegründet und sollte Rechtsschutz gegen staatliche Eingriffe in das Literaturschaffen gewähren.

GeschichteBearbeiten

Der Schutzverband deutscher Schriftsteller hatte seinen Sitz in Berlin. Im Jahre 1920 hatte der Verband ca. 2000 Mitglieder[1].

Im Jahre 1927 schlossen sich zu einem gemeinsamen, den fortbestehenden Einzelverbänden übergeordneten „Reichsverband des deutschen Schrifttums“ verschiedene Organisationen zusammen: der „Schutzverband deutscher Schriftsteller“, das „Kartell lyrischer Autoren“, der „Verband deutscher Erzähler“, der „Verband deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten“ und der „Verband deutscher Filmautoren“[2].

Innerhalb des SDS wurde im Oktober 1931 eine „Arbeitsgemeinschaft nationaler Schriftsteller“ gegründet, in der sich nationalistische und nationalsozialistische Schriftsteller organisierten. Dieser Unterverband sollte eine entscheidende Rolle bei der nationalsozialistischen Gleichschaltung im März 1933 spielen. Dazu gehörten u. a.: Walter Bloem (Vorsitzender), Hans Richter, Max Barthel, Werner Bergengruen, Friedrich Franz von Conring, Hans Henning von Grote, Bruno Herbert Jahn, Hans Heinz Sadila-Mantau, Eberhard Meckel und Robert Seitz.

Der SDS wurde nach der Machtübernahme der NSDAP zuerst im März 1933 gleichgeschaltet und später am 31. Juli 1933 in den Reichsverband deutscher Schriftsteller überführt. Bei der Gleichschaltung des SDS waren vom früheren Vorstand lediglich Walter Bloem, Wolfgang Goetz, Carl Haensel, Hans Richter, Edlef Köppen, Heinrich Spiero und Werner Schendell im Vorstand verblieben. Zu den auf Verlangen im März 1933 zurückgetretenen SDS-Vorstandsmitgliedern zählten Julius Bab, Theodor Bohner, Arthur Eloesser, Hertha von Gebhardt, Monty Jacobs, Max Osborn, Alexander Roda Roda, Adele Schreiber, Paul Westheim und Leon Zeitlin. An ihrer Stelle wurden nunmehr Schriftsteller der nationalen Arbeitsgemeinschaft in den SDS-Vorstand gewählt zusammen mit weiteren rechten Schriftstellern wie z. B. Margarete Kurlbaum-Siebert und Wolfgang Loeff.

In Paris gründeten Schriftsteller, die aus Deutschland emigriert waren, in Antwort auf die Bücherverbrennungen 1933 in Deutschland am 30. Oktober 1933 den Schutzverband deutscher Schriftsteller im Ausland. Der von der KPD dominierte Exilverband verfolgte eine Volksfront-Politik gegen die nationalsozialistische Diktatur.[3]

Eine sehr tätige SDS-Gruppe bildete sich in Prag. Landes- oder Ortsgruppen entstanden zudem in Kopenhagen, England, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Luxemburg, Österreich, Südafrika und Mexiko. In New York City wurde 1939 ein Landesverband für die USA gegründet, Ehrenvorsitzender war Thomas Mann, Vorsitzender Oskar Maria Graf.[4]

Literaten und Journalisten, die den Stalinismus ablehnten, gründeten nach innerverbandlichen Konflikten am 7. Juli 1937 den Bund Freie Presse und Literatur.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Hofmann, in: Der deutsche Schriftsteller, Dezember 1937.
  2. Heinz Schmitt: Entstehung und Wandlungen der Zielsetzungen, der Struktur und der Wirkungen der Berufsverbände. (= Bd. 5 der Reihe Untersuchungen über Gruppen und Verbände, hrsg. v. Georg Weippert). Duncker & Humblot, Berlin 1966.
  3. Ursula Langkau-Alex: Deutsche Volksfront 1932–1939: Bd. Vorgeschichte und Gründung des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront. Akademie Verlag, 2004. ISBN 978-3050040318, S. 101 auf Google Books
  4. Walter A. Berendsohn: Die humanistische Front. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Deutsche Literatur im Exil 1933–1945. Band II: Materialien, Frankfurt am Main 1974, S. 3–23, hier S. 14.