Karl Rieß von Scheurnschloß

deutscher Verwaltungsbeamter und Rittergutsbesitzer

Karl Franz Benjamin Rieß von Scheurnschloß (* 15. August 1863 in Flottbek; † 1. März 1948 in Dillich)[1] war ein deutscher Rittergutsbesitzer und Verwaltungsbeamter.

LebenBearbeiten

Karl Rieß von Scheurnschloß studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Georg-August-Universität Göttingen. 1883 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg;[2] in Göttingen schloss er sich dem Corps Saxonia Göttingen an.[3] Nach Studium und Referendariat trat er als Regierungsassessor in den preußischen Staatsdienst. 1898 wurde er zum Landrat des Landkreises Hofgeismar ernannt.[4] 1908 wechselte er als Oberregierungsrat und Stellvertreter des Regierungspräsidenten zur Bezirksregierung in Kassel. 1911 erfolgte seine Ernennung zum Polizeipräsidenten von Frankfurt am Main.[5] Als er sich am Ende des Ersten Weltkriegs einer Zusammenarbeit mit dem Arbeiter- und Soldatenrat verweigerte, wurde er am 9. November 1918 von einem Trupp bewaffneter Revolutionäre im Polizeipräsidium verhaftet und trotz Anweisung des preußischen Innenministers nicht wieder im Amt eingesetzt.

Ab Mai 1919 im Ruhestand, lebte Rieß von Scheurnschloß in Dillich als Besitzer der Güter Dillich und Seehof im Kreis Homberg. Er war Königlicher Kammerherr. Seine Ehefrau war Magda von der Malsburg zu Escheberg.

LiteraturBearbeiten

  • 344. † Riess von Scheurnschloss, Karl Franz Benjamin. In: Hasso von Etzdorf, Wolfgang von der Groeben, Erik von Knorre: Verzeichnis der Mitglieder des Corps Saxonia zu Göttingen sowie der Landsmannschaft Saxonia (1840–1844) nach dem Stande vom 13. Februar 1972, S. 56–57.
  • Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867 bis 1945 (= Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte. Bd. 70), Hessische Historische Kommission Darmstadt, Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3884431595, S. 196–197.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sterberegister des Standesamtes Dillich Nr. 1/1948.
  2. Kösener Korpslisten 1920, 120, 852
  3. Kösener Korpslisten 1910, 85, 354
  4. Landkreis Hofgeismar Verwaltungsgeschichte und Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke)
  5. Stadtkreis Frankfurt a. M. Verwaltungsgeschichte Oberbürgermeister, Polizeipräsidenten und Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke)