Karl Lohmeyer (Historiker)

deutscher Historiker, geb. 1832

Karl Heinrich Lohmeyer (* 24. September 1832 in Gumbinnen; † 15. Mai 1909 in Königsberg) war ein preußischer Historiker.

WerdegangBearbeiten

Lohmeyer stammte aus bescheidenen familiären Verhältnissen. Seine Eltern waren Gustav Lohmeyer und Mathilde geb. Blaß. Er wurde ohne Arme geboren. Durch Unterstützung des Königshauses erhielt er Hausunterricht, kam 10-jährig auf die Elementarschule und besuchte das Friedrichsschule, studierte schließlich ab dem Jahr 1848 an der Albertus-Universität in Königsberg und wurde 1857 zum Dr. phil. promoviert. Er lehrte seit 1866 als Privatdozent und wurde 1873 Extraordinarius.

Bereits seit 1862 war er korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde der Ostseeprovinzen Russlands, hatte sich verdient um die Geschichtsforschung Altpreußens gemacht und war Mitarbeiter der Allgemeinen Deutschen Biographie.

Er schrieb in dem er die Feder zwischen die Zähne nahm.[1] Seine Lehre und Vorgehensweise stellte einen Paradigmenwechsel, weg von Johannes Voigts romantischen Geschichtsschreibung, hin zur quellenkritischen Schule, dar. Zur Förderung seiner Ziele gründete er den Verein für die Geschichte der Provinz Preußen. Seine Hauptbetätigungsfelder waren die Urkundenlehre und die Paläographie.

Im Jahr 1892 geriet Lohmeyer in einen öffentlich ausgetragenen Disput, nachdem er – wie auch der Historiker Caro – dem Archivar Christian Meyer, Verfasser einer „Geschichte der Provinz Posen“,[2] Plagiaterie und Geschichtsfälschungen vorgeworfen hatte.[3]

WerkeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Wikisource: Karl Lohmeyer – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Band 14, 1899, Reimer, Berlin 1909
  2. Christian Meyer: Geschichte der Provinz Posen, Perthes, Gotha 1891 (Digitalisat).
  3. K. Lohmeyer, Rodgero Prümers: Erklärung. In: Zeitschrift der Historischen Gesellschaft der Provinz Posen, Band 7, Heft 1, Posen 1892, S. 112–14 (Digitalisat).