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Karl Josef von Mylius

Jurist und Oberbürgermeister von Köln
Karl Josef Freiherr von Mylius

Karl Josef Freiherr von Mylius (* 6. Dezember 1778 in Köln; † 24. Dezember 1838 ebenda) war ein Jurist und Oberbürgermeister von Köln.

BiografieBearbeiten

Das Geschlecht von Mylius ist ein sehr altes, zu den adeligen „Patriciaten“ der ehemals Freien Reichsstadt Köln gehöriges Geschlecht, das bedeutende Stadtämter innehatte und 1775 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Oberhaupt der beiden männlichen Linien waren:

  • Freiherr Eberhard, Sohn des 1838 verstorbenen preußischen Geheim-Justizraths und Senatspräsidenten bei dem Appellationsgerichtshof (jetzt: Oberlandesgericht) Freiherr Karl (* 1813), war Oberprocurator beim Landgericht in Köln.
  • Freiherr Everhard, Sohn des 1831 verstorbenen Generalfeldwachtmeisters Freiherrn Kaspar Joseph war Kämmerer und Oberstlieutenant in der österreichischen Armee.

Als Vertreter der napoleonischen Administration war Karl Josef Freiherr von Mylius vom 1. Mai 1809 als der Präfekt ad interim des Département Ems in Münster tätig. Dieses Interimsamt blieb bis zum 1. Januar 1811 bei der Aufteilung in das Département de l’Ems-Supérieur und dem Département Ruhr. Ab 1812 war er Senatspräsident am Appellationsgerichtshof Düsseldorf. 1815–1819 war er Oberbürgermeister von Köln und gleichzeitig Präsident der Handelskammer Köln. Nach 1815 war er Königlich Preußischer Geheimer Justizrat. Als Gegenkandidat von Friedrich zu Solms-Laubach kandidierte er für das Amt des ersten Regierungspräsidenten von Köln. Die preußische Regierung in Berlin entschied sich aber für den Protestanten Solms und gegen den Katholiken Mylius. Zum Ausgleich wurde er Präsident des Rheinischen Appellationsgerichtshofes zu Köln. Er zog sich jedoch 1826 auf das Schloß Haus Linzenich bei Jülich zurück.

Anton Ulrich Joseph von Mylius (* 11. Dezember 1742 Köln, † 2. Februar 1812 Prag) und Caspar Josef Carl von Mylius (1749–1831), zwei Brüder seines Vaters, dienten in der österreichischen Armee und brachten es dort zum Rang des Feldmarschalleutnants.

Oberbürgermeister von Mylius wollte den in Paris ausgebildeten Architekten Johann-Peter Weyer 1816 als Stadtbaumeister einstellen, jedoch dauerte seine Amtseinführung wegen der politischen Unstimmigkeiten bis zum Jahre 1826.[1] Im selben Jahr erhielt er die preußische Anerkennung des Freiherrnstandes durch ministerielles Reskript vom 12. August 1826.

In Köln-Neuehrenfeld ist die Myliusstraße nach ihm benannt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Josef Bollenbeck: Stadtplanung nach Pariser Vorbild (Memento des Originals vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.koelnarchitektur.de; Vortrag vom 15. April 2003 auf Kölnarchitektur.