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Karl-Marx-Straße (Berlin)

Hauptstraße im Berliner Ortsteil Neukölln

Die Karl-Marx-Straße ist eine Hauptstraße im Berliner Ortsteil Neukölln und war bis Mai 2008 Teil der Bundesstraße 179. Sie ist die Hauptgeschäftsstraße des gleichnamigen Bezirks und das wichtigste Subzentrum im Berliner Südosten. Nach Verkaufsfläche ist sie die drittgrößte Einkaufsstraße Berlins nach der Tauentzienstraße und der Schloßstraße. Die U-Bahn-Linie U7 folgt der Straße in ihrem gesamten Verlauf.

Karl-Marx-Straße
Wappen
Straße in Berlin
Karl-Marx-Straße
Karl-Marx-Straße mit Amtsgericht (links) und Rathaus Neukölln
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Neukölln
Angelegt im 17. Jahrhundert
Neugestaltet ab 1947 und zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Hist. Namen Bergstraße (südöstlicher Abschnitt),
Berliner Straße (westlicher Abschnitt von Hermannplatz bis Ganghoferstraße)
Anschluss­straßen
Hasenheide (nordwestlich), Buschkrugallee (südlich)
Querstraßen (Auswahl)
Hermannstraße, Flughafenstraße, Erkstraße, Werbellinstraße, Saalestraße, Silbersteinstraße, Grenzallee
Plätze Karl-Marx-Platz
Bauwerke Amtsgericht Neukölln, Rathaus Neukölln, versch. Institutionen
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 2970 Meter

Derzeit (Stand: 2019) werden vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung des Neuköllner Geschäfts-, Verwaltungs- und Kulturzentrums Karl-Marx-Straße durchgeführt, darunter die bauliche Umgestaltung der gesamten Straße sowie eine Stärkung des Kulturstandorts.

Inhaltsverzeichnis

NamensgebungBearbeiten

Ihren Namen erhielt die Straße am 31. Juli 1947 nach dem Philosophen und Wirtschaftstheoretiker Karl Marx. Zuvor hießen einzelne Abschnitte Berliner Straße (vor 1874–1947) und Bergstraße (vor 1877–1947). Die Karl-Marx-Straße wird von Ortsunkundigen gelegentlich mit der Karl-Marx-Allee im Ostteil Berlins im Bezirk Friedrichshain verwechselt, die ebenfalls eine wichtige Verkehrsachse ist, vor allem wegen ihrer Nachkriegsarchitektur im Stil des Sozialistischen Klassizismus bekannt ist.

VerlaufBearbeiten

Die Karl-Marx-Straße beginnt am Hermannplatz in Verlängerung der Hasenheide. Im weiteren Verlauf münden folgende Hauptstraßen hier ein oder kreuzen sie:

Hier geht sie in die Buschkrugallee über und führt den Verkehr zur Anschlussstelle Buschkrugallee der Bundesautobahn 100.

EinzelhandelBearbeiten

Im zentralen Abschnitt der Straße gibt es Filialen der Warenhäuser Hennes & Mauritz und Woolworth. Das ehemals größte Kaufhaus Neuköllns, ein Hertie-Warenhaus, musste 2005 als eines der letzten noch unter diesem Namen firmierenden Warenhäuser geschlossen werden. Das ehemalige Kaufhaus wurde im Jahr 2009 aufwendig umgebaut und als Einkaufszentrum wiedereröffnet.

An den beiden Endpunkten des zentralen Abschnitts der Straße stehen zwei Einkaufszentren, die Neukölln Arcaden (ehemals: Forum Neukölln mit 27.000 m² Verkaufsfläche) an der Ecke zur Flughafenstraße und das Sinn-Leffers-Haus am Alfred-Scholz-Platz. Das letztere ist das kleinere und ältere der beiden und hat seit Eröffnung der Neukölln Arcaden mit Leerstand zu kämpfen. Im Jahr 2011 richtete sich in diesem Haus das Karstadt-Schnäppchencenter ein, in dem die Restposten aller Karstadtfilialen verkauft werden. So wurde die hiesige Filiale des Warenhauses SinnLeffers wieder geschlossen, und das Elektronikkaufhaus Media Markt zog von dort in die Neukölln Arcaden. Betreiberin dieses Einkaufszentrums ist die Essener Management für Immobilien (mfI), die in Berlin auch mehrere andere Zentren unterhält.

Am nördlichen Ende der Straße, schon auf Kreuzberger Gebiet, steht mit Karstadt am Hermannplatz (34.000 m² Verkaufsfläche) eines der größten Warenhäuser in Deutschland. Der Hermannplatz und der Mittelabschnitt der Karl-Marx-Straße um das Rathaus sind jedoch als zwei getrennte Einzelhandelsstandorte zu betrachten, der sie verbindende Nordteil der Straße weist nur kleinteiligen Geschäftsbesatz und eine geringe Fußgängerfrequenz auf.

Am südlichen Ende – bereits südlich der Ringbahn – befindet sich ein SB-Warenhaus von real,- der Metro-Gruppe (vor dem Verkauf der Warenhäuser von Wal-Mart Germany 2006 an die Metro-Gruppe befand sich dort der einzige Wal-Mart im Berliner Raum). Nach Beendigung von Umbauarbeiten im Jahr 2010 – bei denen eine zweite Etage in das Gebäude eingezogen wurde – kamen in dem nun Neuköllner Tor genannten Einkaufszentrum auf 16.000 m² weitere Einzelhandelsketten in das Obergeschoss des Gebäudes, wie Aldi, KiK, Rossmann und mehrere Einzelhandelsläden. real,- befindet sich nun im Untergeschoss auf einer Fläche von rund 8.000 m² – wo sich zudem ein Stehimbiss, eine Apotheke sowie ein Zeitungs- und Tabakwarenladen mit DHL-Service befinden. Das Gebäude steht direkt am S- und U-Bahnhof Neukölln und verfügt über ein großes Parkdeck auf seinem Dach. Es ist mit der Linie U7 sowie den S-Bahn-Linien gut erreichbar.

InstitutionenBearbeiten

 
Blick vom Dach des Warenhauses Karstadt am Hermannplatz in die Karl-Marx-Straße in Richtung Rathaus Neukölln
 
Das Rathaus Neukölln und die Karl-Marx-Straße während des Late Light Shoppings, November 2012

Die Straße ist darüber hinaus Standort öffentlicher Einrichtungen, die ihren Sitz in stadtbildprägenden Gründerzeitbauten haben. Dazu gehören vor allem das Rathaus Neukölln, dem Wahrzeichen des Stadtbezirks, mit seinem großen Vorplatz und einem 68 Meter hohen Turm, das Amtsgericht Neukölln und die ehemalige Kaiserliche Post.

In der „Passage“, dem 1908 errichteten Rixdorfer Gesellschaftshaus, befinden sich ein Kino (Passage-Kino mit einem original erhaltenen Kinosaal aus dem Jahr 1909) und die Neuköllner Oper; ein weiteres Kino (Karli, nach dem Namenspatron der Straße) in den Arcaden. Wenige Meter südlich des Gesellschaftshauses bildet der Saalbau Neukölln eine weitere kulturelle Einrichtung, in der neben der Galerie im Saalbau auch die Kultureinrichtung Heimathafen Neukölln[1] untergebracht ist.

Im südlichen Teil der Karl-Marx-Straße (Nr. 201), steht die neugotische Magdalenenkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Rixdorf. Die Kirche wurde 1879 eingeweiht, der Altar wurde im 16./17. Jahrhundert von einem Rixdorfer Künstler geschnitzt.

VerkehrBearbeiten

Öffentlicher PersonennahverkehrBearbeiten

Die Hauptlast des öffentlichen Personennahverkehrs trägt die U-Bahn-Linie U7, die die Straße mit vier Bahnhöfen bedient:

Der Ringbahnhof Neukölln wurde am 17. Juli 1871 eröffnet. Die U-Bahnhöfe Hermannplatz, Rathaus Neukölln und Karl-Marx-Straße wurden am 11. April 1926 in Betrieb genommen, der U-Bahnhof Neukölln an der Ringbahn folgte am 21. Dezember 1930. Die Station der Linie U8 am Hermannplatz wird seit dem 17. Juli 1927 bedient.

Bis in die 1960er Jahre fuhren mehrere Straßenbahnlinien durch die Karl-Marx-Straße. Die Linie 47, die die gesamte Straße in voller Länge befuhr, wurde 1963 eingestellt. Die letzte Straßenbahn auf einem Teilstück am Bahnhof Neukölln fuhr 1966.[2]

RadverkehrBearbeiten

Im Jahr 2018 wurden Umbaumaßnahmen eines östlichen Teilabschnitts der Straße fertiggestellt und ein Schutzstreifen für den Radverkehr eingerichtet. Der Umbau wurde allerdings als wirkungslos kritisiert, da er stets unerlaubterweise zugeparkt sei. Als zukünftige mögliche Veränderungen wurden eine Verlängerung des Radfahrstreifens in dem Abschnitt zwischen Weichselstraße und Hermannplatz, eine Ummarkierung zu einem Radfahrstreifen mit durchgezogener Linie, sowie der Umbau der Straße zur Einbahnstraße diskutiert.[3] Für die erste Jahreshälfte 2019 wurde der Bau eines geschützten Radstreifens angekündigt.[4]

Das Bezirksamt gab später bekannt, dass ab April 2019 im Rahmen eines dritten Bauabschnitts in der Karl-Marx-Straße, auf der Südseite der Straße zwischen Herrmannplatz und Reuterstraße ein 300 Meter langer, mit Pollern geschützter Radweg gebaut werden soll, der durch die Initiative „Fahrradfreundliches Neukölln“ angestoßen worden war. Auf der Nordseite soll zwischen Weichselstraße und Herrmannplatz ein ungeschützter Fahrradstreifen eingerichtet werden, wohingegen das Berliner Mobilitätsgesetz jedoch vorschreibt, dass Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen so gestaltet werden müssen, dass unzulässiges Befahren und Halten durch Kraftfahrzeuge unterbleibt. Der Verzicht auf eine bauliche Trennung zum Kraftverkehr, wurde mit zahlreichen Einfahrten begründet, die eine regelmäßige Unterbrechung erforderlich machen und somit ein falsches Sicherheitsgefühl suggerieren würden. Im Gegensatz zu anderen Radwegen in Berlin ist die Bemalung mit grüner Farbe in der Karl-Marx-Straße zunächst nicht vorgesehen, weil „der finanzielle Aufwand dafür angesichts der ab 2022 anstehenden Sanierung des U-Bahn-Tunnels zu groß wäre“. Neben dem geschützten Radweg soll eine Sperrfläche für die Feuerwehr und den zweiten Rettungsweg geschaffen werden, um den vorgeschriebenen Maximalabstand von neun Metern zwischen Feuerwehr und Häuserwänden einhalten zu können. Zwischen Herrmannplatz und Weichselstraße, wird in beide Richtungen eine der bis dahin zwei Spuren für den motorisierten Verkehr entfallen. Insgesamt ist im Querschnitt der Straße von Norden nach Süden folgende Aufteilung geplant:

Gehweg Geschützter

Radweg

Poller Sperr­fläche Fahr­bahn Grün­streifen Fahr­bahn Rad­streifen Trenn­streifen Park­streifen Gehweg
5,00 m 2,60 m 1,00 m 1,90 m 3,50 m 3,00 m 3,40 m 2,40 m 0,75 m 2,50 m 5,00 m

Im Zuge der Umbauarbeiten sollen außerdem zehn Lieferbereiche eingerichtet, Fahrradstellflächen aufgebaut und neue Fußgängerquerungen geschaffen werden. Die neuen Fußgängequerungen sollen am Herrmannplatz, östlich und westlich der Hobrechtstraße, östlich und westlich der Reuterstraße und westlich der Weichselstraße gebaut werden.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Homepage Heimathafen Neukölln; abgerufen am 26. Januar 2013
  2. Foto der Karl-Marx-Straße am Bahnhof Neukölln um 1966 mit Straßenbahn siehe Straßenbahn-Forum, 1. Bild von oben
  3. Philippe Debionne: Karl-Marx-Straße: Auf diesen neuen Radwegen kann niemand fahren. In: Berliner Zeitung. (berliner-zeitung.de [abgerufen am 11. Mai 2018]).
  4. Peter Neumann: Neue Senatsliste: Hier sollen die nächsten Poller-Radwege entstehen. 27. Februar 2019, abgerufen am 3. März 2019 (deutsch).
  5. Sicheres Radfahrenauf der Karl-Marx-Straße – Informationen zum Pilotprojekt. Abgerufen am 4. Mai 2019.

Koordinaten: 52° 28′ 33,7″ N, 13° 26′ 22,1″ O