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Karin Wittneben (* 18. August 1935 in Kiel; † 23. November 2016 in Laatzen) war eine deutsche Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe und Professorin für Didaktik in der beruflichen Fachrichtung Gesundheit der Universität Hamburg.

LebenBearbeiten

Karin Wittneben geb. Claussen absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester im Krankenhaus Hamburg–Rissen. Sie absolvierte anschließend eine Weiterbildung zur Lehrerin für Pflegeberufe an der renommierten Schwesternschule der Universität Heidelberg, die sie mit einer Abschlussarbeit zur Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegepersonal beendete.[1] Danach arbeitete Wittneben mehrere Jahre im Bereich der pflegerischen Aus-, Fort- und Weiterbildung und entwickelte ihren didaktischen Ansatz der „multidimensionalen Patientenorientierung“, der eine Weiterentwicklung des patientenorientierten Ansatzes der Heidelberger Schwesternschule durch Antje Grauhan darstellte. Es folgte das Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie an der Universität Hannover, sowie Erziehungs- und Pflegewissenschaft an der Universität Wisconsin–Madison. Hier erfolgte auch der Masterabschluss. Im Jahr 1991 wurde Karin Wittneben am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hannover promoviert. Die Arbeit trug den Titel Pflegekonzepte in der Weiterbildung zur Pflegelehrkraft. Über Voraussetzungen und Perspektiven einer kritisch–konstruktiven Didaktik der Krankenpflege. Das Pädagogik- und Didaktikverständnis von Karin Wittneben war von Vorstellungen der kritisch–konstruktiven Didaktik von Wolfgang Klafki und der „Theorie des kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas geprägt.[2] Im Jahr 1993 erfolgte der Ruf an die Universität Hamburg als Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Didaktik in der beruflichen Fachrichtung Gesundheit/Pflege“ am Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Gleichzeitig wurde sie vom Wissenschaftssenator der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Planung eines Pflegelehrerstudienganges an der Universität Hamburg beauftragt.

Karin Wittneben war eine der Protagonistinnen der Professionalisierung der Pflege in Deutschland[3] und aktives Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft (zuvor: Deutscher Verein). Eine wichtige Rolle spielte sie, gemeinsam mit Johanna Taubert, Marianne Arndt und Sabine Bartholomeyczik, bei der Sektionsgründung der Sektion Hochschullehre dieser Gesellschaft. Sie wurde Gründungsmitglied dieser Sektion.[4]

Tätigkeit als PflegehistorikerinBearbeiten

Weitere Verdienste erwarb sich Karin Wittneben als Pflegehistorikerin. Sie erstellte zahlreiche pflegehistorisch relevante Biographien im „Biographischen Lexikon zur Pflegegeschichte: Who was Who in Nursing History“, das zunächst von Horst–Peter Wolff und später von Hubert Kolling herausgegeben wurde bzw. wird. Band acht dieses Lexikons (2018) zeigt deshalb Karin Wittneben auf dem Titelblatt zu Ehren ihrer Verdienste.[5]

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Pflegekonzepte in der Weiterbildung zur Pflegelehrkraft. Über Voraussetzungen und Perspektiven einer kritisch–konstruktiven Didaktik der Krankenpflege, 4. Aufl. Lang Frankfurt am Main 1996. (Titel der Dissertation 1.–4. Auflage)
  • Pflegekonzepte in der Weiterbildung für Pflegelehrinnen und Pflegelehrer. Leitlinien einer kritisch–konstruktiven Pflegelernfelddidaktik, 5. Aufl. Lang Frankfurt am Main 2003 (Titel der Dissertation ab 5. Aufl.).
  • mit Maria Mischo–Kelling: Pflegebildung und Pflegetheorien, München, Wien, Baltimore 1995.
  • mit Marianne Arndt: Forschungsansätze für das Berufsfeld Pflege. Beispiele aus Praxis, Management und Ausbildung, Thieme Stuttgart, New York 1998.
  • mit Ingrid Darmann und Christine Mayer: Krankenpflege als bürgerlicher Frauenberuf. Entwicklungslinien unter dem Einfluß von Wohltätigkeits- und Frauenerwerbsvereinen sowie der freien Gewerkschaft, in: Elisabeth Seidl und Ilsemarie Walter: Rückblick für die Zukunft. Beiträge zur historischen Pflegeforschung, Maudrich Wien, München, Bern 1998, S. 70–98.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karin Wittneben: Team–Arbeit: Versuch einer empirischen Analyse von Phänomenen in der Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegepersonal, aufgezeigt am Beispiel einer Krankenstation, Fachweiterbildung Lehrerin für Pflegeberufe, Schwesternschule der Universität Heidelberg, 1971, Universitätsarchiv Heidelberg Acc 43/08, Karton 1 (III).
  2. Gabriele Herzig–Walch: Kommunikation in der Pflege. Ein Ansatz zur Verbesserung der kommunikativen Kompetenz von Pflegepersonal, Kasseler Gerontologische Schriften Bd. 49, Kassel University Press 2009, S. 106.
  3. Christine R. Auer: Geschichte der Pflegeberufe als Fach. Die Curricular–Entwicklung in der pflegerischen Aus- und Weiterbildung, Dissertation Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, akademischer Betreuer Wolfgang U. Eckart, 2008, S. 28.
  4. Sabine Bartholomeyczik: 30 Jahre DGP. 30 Jahre Pflegewissenschaft in Deutschland, Vortrag anlässlich des Symposiums 30 Jahre DGP in Berlin, mit Foto der vier Gründungsmitglieder Marianne Arndt, Sabine Bartholomeyczik, Johanna Taubert und Karin Wittneben, abgerufen am 1. Juni 2019.
  5. Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte - Who was Who in Nursing History, Band acht, Hpsmedia GmbH Nidda, März 2018, Titelblatt (d-nb.info).