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Königshardt ist ein nördlicher Oberhausener Stadtteil in Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Stadtbezirk Sterkrade und hat 7.508 Einwohner[1] auf einer Fläche von 6,66 km².[2] Er grenzt im Norden an die Walsumermark, im Osten an Bottrop, im Süden an die Autobahn A 2, die Königshardt von Alsfeld, Sterkrade und Tackenberg trennt und im Westen an Schmachtendorf.

Königshardt
„Gespalten in Schwarz und Silber (Weiß) umgeben von einem goldenen (gelben) Bord mit dem Text "KÖNIGSHARDT 1776" im Schildhaupt; vorn ein silbernes (weißes) Kreuz; hinten über einer linksschrägen schwarzen Plaggenhacke, pfahlweise drei fliegende schwarze Vögel.“
Koordinaten: 51° 32′ 51″ N, 6° 51′ 14″ O
Höhe: 70 m
Fläche: 6,26 km²
Einwohner: 7508 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 1.199 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1929
Postleitzahlen: 46145, 46147
Vorwahl: 0208

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1776 siedelten sich acht ursprünglich pfälzische Familien, die als Gründerfamilien gelten, auf dem Gebiet der heutigen Königshardt an. Ursprünglich nannten die Zuwanderer ihre neue Ansiedlung „Isselhardt“ in Erinnerung an einen längeren Zwischenstopp am linken Niederrhein. Der ursprünglich geläufige Name „Isselhardt“ wurde allmählich ersetzt durch den Namen „Königshardt“. Man geht davon aus, dass der neue Name aus Dankbarkeit gegenüber Preußenkönig Friedrich II., der die „Hardt“ zur Besiedlung angeboten hatte, von den Bewohnern geprägt und benutzt wurde. Die zeitliche Einordnung fällt schwer, aber vieles spricht dafür, dass sich der Name gegen Ende dieses Jahrhunderts durchgesetzt hat. Erwähnung findet er erstmals 1806 in einem Kirchenbuch; urkundlich belegt ist er zum ersten Mal 1825. Erstaunlich, dass trotz der widrigen Lebensumstände die Pfälzerkolonie Königshardt im gleichen Maße wuchs wie umliegende Ortschaften. Innerhalb von 80 Jahren hatte sich die Bevölkerungszahl etwas mehr als versechsfacht. 1880 lebten auf der Königshardt 447 Personen. Der karge Boden brachte nur geringe Ernteerträge (überwiegend Getreide); der Viehbestand war noch sehr gering, da sich die Kleinbauern den Ankauf von Vieh nicht leisten konnten. Als Einnahmequellen dienten die Besenbinderei, deren Produkte guten Absatz in Stahlwerken und Gießereien fanden, sowie der Verkauf von Moos an Schiffseigner in Ruhrort, die den Rohstoff zum Abdichten ihrer Schiffe dringend benötigten. Die meisten Familienväter verdingten sich als Tagelöhner gegen eine geringe Entlohnung bei einem durchschnittlich elfstündigen Arbeitstag. Im Jahre 1803 wurde die erste Schule, die Königshardter Schule eingeweiht. Die erste Kirche wurde 1872 ihrer Bestimmung übergeben, die evangelische Kirche Königshardt am Buchenweg. Das ursprünglich arg getrübte Verhältnis der Königshardter Siedler zur Gemeinde Sterkrade besserte sich erst ab 1886, als Sterkrade selbständige Bürgermeisterei mitsamt Königshardt wurde. Mit dem Aufstieg zur selbständigen Bürgermeisterei wurde die Königshardt integrierter Bestandteil Sterkrades. Eine definitive Einbindung fand 1913 statt, als Sterkrade – wiederum mit Königshardt – die Stadtrechte vom preußischen Landtag erhielt. 1929 wurde Königshardt zusammen mit Sterkrade nach Oberhausen eingemeindet.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten in Schwarz und Silber (Weiß) umgeben von einem goldenen (gelben) Bord mit dem Text "KÖNIGSHARDT 1776" im Schildhaupt; vorn ein silbernes (weißes) Kreuz; hinten über einer linksschrägen schwarzen Plaggenhacke, pfahlweise drei fliegende schwarze Vögel.“ Bedeutung: Das Kreuz steht als Symbol des christlichen Glaubens, die drei Vögel stellen Krammetsvögel dar, die früher auf der Königshardt gefangen und an Speiselokale verkauft wurden. Mit der Plaggenhacke, wurden Plaggen (Grasnarbenstücke) gestochen, die zum Düngen und als Brennmaterial genutzt wurden sowie in den ersten Siedlerjahren als Baumaterial dienten (daher der Name "Plaggenhütten"). 1776 gilt als Gründungsdatum Königshardts (Ansiedlung von acht Pfälzerfamilien).

StatistikBearbeiten

Zum 31. Dezember 2017 lebten 7.508 Einwohner in Königshardt.

Struktur der Bevölkerung:

  • Minderjährigenquote: 13,4 % (Oberhausener Durchschnitt: 15,7 %)[3]
  • Altenquote: 26,7 % (Oberhausener Durchschnitt: 21,5 %)[4]
  • Ausländeranteil: 3,9 % (Oberhausener Durchschnitt: 15,0 %)[5]
  • Arbeitslosenquote: 2,6 % (Oberhausener Durchschnitt: 8,2 %)[6]

InfrastrukturBearbeiten

Königshardt bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten im Bereich Hartmann-, Königshardter Straße, Höhenweg und Theodor-Spiering-Platz. Durch die Autobahnauffahrt Oberhausen-Königshardt an der A2 ist der Stadtteil gut an das Verkehrsnetz angebunden. Mit den Buslinien SB92, SB98,952, 960, 962, 976 sowie mehrere Einsatzwagen an Schultagen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr ist Königshardt in das Nahverkehrsnetz eingebunden.

Die umliegenden Waldgebiete Hiesfelder Wald im Norden sowie Sterkrader Wald im Westen bieten Raum für diverse Freizeitaktivitäten.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Oberhausener Sozialstrukturbericht: Bevölkerung am 31. Dezember 2017
  2. Fläche und Bevölkerung nach Statistischen Bezirken 2011. (PDF; 9 kB) Abgerufen am 18. Juli 2013.
  3. Oberhausener Sozialstrukturbericht: Anteil der Bevölkerung unter 18 Jahren
  4. Oberhausener Sozialstrukturbericht: Anteil der Bevölkerung von 65 Jahren und älter
  5. Oberhausener Sozialstrukturbericht: Anteil nichtdeutscher Bevölkerung
  6. Oberhausener Sozialstrukturbericht: Anteil der Arbeitslosen insgesamt 2017